Auto

Das gab's schon mal Volkswagen T-Roc Cabrio - offener Unsinn?

DB2019AU01036_large.jpg

Ein SUV als Cabrio. Das gab es schon und es hat nicht wirklich funktioniert.

(Foto: Volkswagen)

Während die Cabrios aus dem Angebot vieler Hersteller verschwinden, schwingt VW sich auf und präsentiert sein SUV T-Roc oben ohne. Die Faszination hält sich in Grenzen, denn irgendwo hat man das schon mal gesehen.

Range Rover hat sein Evoque Cabrio gerade in Rente geschickt, da schwingt sich VW auf und präsentiert sein kleines SUV T-Roc mit Stoffkapuze. Nicht nur, dass die Sinnfälligkeit infrage gestellt werden darf, das Teil aus Wolfsburg sieht auch noch so aus, als hätte man zuvor das Evoque Cabrio als Schablone darübergelegt. Mit einer Außenlänge von 4,27 Metern ist das T-Roc Cabrio tatsächlich nur zehn Zentimeter kürzer als sein britischer Zwilling.

Volkswagen_T-Roc_Cabrio_Stu_HIGE.jpg

Wie beim T-Roc sind die hinteren Endrohrblenden auch beim Cabrio nur Show.

(Foto: Volkswagen)

Allerdings kommt das deutsche Pendent motorseitig nicht mal ansatzweise an die nicht mehr vorhandene Konkurrenz heran. Als Basisaggregat dient der 1,0 Liter große Dreizylinder mit 115 PS. Wer etwas mehr Punch wünscht, bekommt zunächst den 1,5 Liter großen Vierzylinder in der 150 PS-Stufe. Beide Maschinen kombiniert der Hersteller mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe; für die große Maschine gibt es optional eine Siebengang-Automatik (Doppelkupplung).

Eine Powermaschine, wie es sie beim Evoque mit dem 2,0-Liter-Diesel gab, wird man hier nicht finden. Der leistete seinerzeit 240 PS, ballerte über eine Neungangautomatik 500 Newtonmeter an alle vier Räder und wurde bis zu 216 km/h schnell. Übertreffen könnte das VW natürlich, wenn sie dem Cabrio den 300 PS starken Top-Motor zur Verfügung stellen würden. Die viertürige Version mit diesem Triebwerk steht jedenfalls schon in den Startlöchern. Offizielle Verlautbarungen gibt es diesbezüglich aus Wolfsburg aber noch nicht.

Mit neuem Infotainment-System

Volkswagen_T-Roc_Cabrio_Stu_IN.jpg

Ein neues Infotainmentsystem soll das T-Roc Cabrio attraktiver machen.

(Foto: Volkswagen)

Na gut, dafür dürfte der T-Roc mit Stoffhaube und kleinen Motoren aber auch nicht so teuer werden wie das Evoque Cabrio. Für die oben aufgeführte Version mussten immerhin 67.000 Euro berappt werden. Für die deutsche Interpretation eines SUV-Cabrios besteht die Hoffnung, dass es für unter 30.000 Euro zu Markte getragen wird. Ob das Publikum allerdings auf den Wolfsburger mehr abfährt, muss sich zeigen. Denn der Brite wurde nicht zuletzt wegen mangelnder Nachfrage aus dem Produktportfolio geworfen.

Werfen wir noch einen Blick in den Innenraum: Dem offenen SUV wurde sogar eine neue Infotainment-Generation spendiert. Mithilfe einer eSIM ist es beispielsweise permanent online und damit in der Lage, bestimmte Dienste und Funktionen "over the air" zu laden. Und neben dem acht Zoll großen Monitor in der Mittelkonsole gibt es selbstverständlich optional die Möglichkeit, das komplette Kombiinstrument als Anzeigefläche auszuführen, um individuelle Darstellungs-Konfigurationen zu wählen.

DB2019AU01023_large.jpg

In der zweiten Reihe des T-Roc Cabrios wird es echt kuschelig.

(Foto: Volkswagen)

Für die Passagiere stellt sich die Situation dann wie folgt dar: Zwar wurde der Radstand im Vergleich zur geschlossenen Version um vier Zentimeter verlängert, für die Beinfreiheit im Fond bringt das aber nichts. Dieser Akt dient ausschließlich der Unterbringung der Technik, nicht aber dem Wohl der Reisenden. Was heißt, dass sich Fondpassagiere mit der ersten Reihe arrangieren müssen, andernfalls wird die Fahrt über kurz oder lang zur Tortur. Auch bei der Zuladung im Gepäckabteil muss man als Fahrer eines T-Roc Cabrios bauartbedingt haushalten. Mit 284 Litern fällt das Gepäckabteil zwar größer als beim Evoque aus, aber ein Lademeister wird damit auch nicht aus dem Wolfsburger.

Cabrio als Zugmaschine

Erstaunlich ist, dass Volkswagen für das Cabrio, wie auch für das SUV, eine Anhängerkupplung anbietet. Damit soll der Sonnenanbeter dann wohl etwas an Praxistauglichkeit gewinnen. Die gebremste Anhängelast liegt immerhin bei bis zu 1,5 Tonnen. Wer dann also den Pferde-Trailer am Haken hat, kann natürlich auch die Hüllen fallen lassen, also das Stoffverdeck öffnen. Da man auf einen Verdeckkasten verzichtet hat, faltet sich die Kapuze binnen neun Sekunden zu einer Art Hutablage, die dann auch den Abschluss des Fahrzeugs oberhalb der Heckleuchten bildet. Das Ganze funktioniert im Übrigen bis Tempo 30.

Ein eigenes Bild vom Neuzugang im VW-Angebot können sich Interessenten dann wohl erstmals auf der IAA im September in Frankfurt machen. In jedem Fall darf man gespannt sein, ob der Wolfsburger Sonnenanbeter seine Käufer findet.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema