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Autofahrer zahlen drauf Warum E10 inzwischen so teuer wie Super ist

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Und plötzlich sind die Preise für Super und E10 an den Tankstellen gleich.

(Foto: dpa)

Bis dato war E10 die preiswerte Alternative zu Super und gab dem Autofahrer wegen des hohen Anteils von Bioethanol das gute Gefühl, Treibhausgase zu minimieren. Doch jetzt gleichen sich die Preise der Spritsorten an. Woran liegt das?

Da fährt der Autofahrer zu Jahresbeginn an die Tankstelle und stellt verdutzt fest, dass die Preise für Super und E10 nahezu gleich sind. Für den ökologisch bewussten Kraftfahrer als auch für den Sparfuchs ist das gleichermaßen ein unschöner Umstand. War der E10-Kraftstoff doch lange Zeit deutlich günstiger als Super (E5). Noch im Dezember 2019 betrug der Preisunterschied zwischen E5 und E10 über zwei Cent pro Liter. Unterdessen zahlt man nahezu das Gleiche.

Der Grund für diese Angleichung ist die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Änderung des deutschen Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Die besagt, dass die "Treibhausminderungsquote" jetzt von vier auf sechs Prozent gestiegen ist. Für die Mineralölkonzerne bedeutet das, dass sie mindestens sechs Prozent Biokraftstoff an den Fahrer bringen müssen.

Müssten die Preise nicht sinken?

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Warum sollen Kunden jetzt noch E10 tanken?

(Foto: dpa)

Aber warum erhöhen die Konzerne dann die Preise für E10? Wäre es im Zuge der geforderten Absatzmenge nicht logischer, die Preise zu senken, um auch die Fahrer, die bis jetzt ihre Zweifel an E10 hatten, vom Biokraftstoff zu überzeugen? Denn gegen E10 spricht einiges: Zum Beispiel, dass der Energiegehalt niedriger ist als beim E5-Kraftstoff. Was wiederum zur Folge hat, dass der Verbrauch um einiges höher ist. Zudem besteht bis heute keine hundertprozentige Klarheit darüber, ob der hohe Anteil an Bioethanol im E10-Kraftstoff nicht doch über längere Zeit zu Schäden am Triebwerk führen könnte.

Dass die Preise für E10 in die Höhe schnellen, muss also eine andere Ursache haben: Gegenüber der Berliner Morgenpost sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) Stefan Walter, dass der Grund für den Anstieg nicht zwingend in Deutschland zu suchen ist. Mit Dänemark und Ungarn, so Walter, seien zwei neue Staaten hinzugekommen, die mit Bioethanol versetzte Kraftstoffe verkaufen wollen. Zudem sind Luxemburg, die Niederlande und auch Frankreich Kunden des Bioethanol-Marktes. Das erhöht die Nachfrage und führt natürlich zu steigenden Preisen.

Aber wie geht es weiter? Da die Reduktion von Treibhausgasen politisch immer noch höchste Priorität hat und der Absatz von E10 gesetzlich gefordert ist, ist ein Preisunterschied beider Spritsorten extrem wichtig. Der Wunsch eines jeden Autofahrers ist jetzt natürlich, dass die Preise für E10 wieder sinken. Da die Nachfrage aber den Preis bestimmt, wird mit ziemlicher Sicherheit durch die Mineralölkonzerne an der Schraube für E5 gedreht. Und die wird nicht gelockert sondern angezogen. Ergo, werden die Preise für Super erneut steigen.

Quelle: ntv.de, hpr