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So testet Euro NCAP Wenn das Auto an die Wand fährt

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Mit 50 km/h werden die Fahrzeuge, im Bild ein Porsche Taycan, beim Euro-NCAP-Crash-Test gegen ein Hindernis gefahren.

(Foto: Euro NCAP)

Wenn heute ein Auto gegen die Wand fährt, ist es Standard, dass sich die Airbags öffnen, die Gurte straffen und die Energie des Aufpralls durch die Fahrgastzelle zu Teilen absorbiert wird. Dass das so ist, ist seit über 20 Jahren den Crash-Tests des Euro NCAP zu verdanken.

Seit 23 Jahren fährt die Crashtest-Organisation Euro NCAP Autos gegen die Wand, um deren Sicherheit zu testen. Bei den ersten Veröffentlichungen der Ergebnisse wurde der Verbund, zu dessen Mitgliedern unter anderem europäische Verkehrsministerien gehören, von den Autoherstellern noch scharf kritisiert. Heute, so sagt es auch die Organisation selbst, unterstütze die Industrie aktiv die Entwicklung neuer Sicherheitskriterien.

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Die Sterne, die nach den Crash-Tests von Euro NCAP vergeben werden, beeinflussen nicht nur die Kaufentscheidung potenzieller Kunden.

(Foto: Euro NCAP)

Bewertet werden die Fahrzeuge mit Sternen, was dem potenziellen Autokunden die rasche Einschätzung des Sicherheitsniveaus eines Modells ermöglicht. Ausschlaggebend ist neben einem guten Resultat im Crashtest auch die generelle Sicherheitsausstattung des Probanden. Rund 30 Autos crasht die Organisation pro Jahr.

Neun von Zehn Autos werden getestet

Neun von zehn auf dem europäischen Markt verkauften Fahrzeugen weisen eine Sternebewertung auf. Wollen Hersteller vermeiden, dass ihre neuen Modelle öffentlichkeitswirksam eine schlechte oder auch nur durchschnittliche Beurteilung bekommen, müssen sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen, und zwar serienmäßig. Erst seit Kurzem bewerten die Tester etwa auch optionale Ausstattungen.

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Die Regeln für die Crash-Tests wurden im Laufe der Jahre immer wieder verschärft.

(Foto: Euro NCAP)

Im Laufe der Zeit wurden die Regeln ständig angepasst und verschärft. Die Änderungen 2020 wirken sich vor allem auf größere SUV aus. Hier ist es für die Tester wichtig geworden, dass sich die Kollisionspartner die Aufprallenergie teilen. So soll verhindert werden, dass SUV ob ihrer Masse den Unfallgegner schier überrollen. Nur bei Erfüllung dieser Kriterien bekommen die Offroader fünf Sterne.

Fuhren die Fahrzeuge beim Test im Jahr 1997 noch gegen ein feststehendes Element fahren, bewegen sich Auto und Barriere heute frontal aufeinander zu, jeweils mit 50 km/h. Beim Zuammenstoß überlappen sie sich zu 50 Prozent. Der neue Crashtest evaluiert dabei nicht nur den Insassenschutz, sondern bewertet auch, wie die vordere Struktur des Autos zu eventuellen Verletzungen der Insassen beim Kollisionsgegner beiträgt.

SUV müssten beim Crash teilen

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SUV müssen ob ihrer Größe und Masse inzwischen in der Lage sein ihre Energie bei einem Aufprall zu teilen.

(Foto: Euro NCAP)

Ist ein großes SUV beim Aufprall zu steif und absorbiert zu wenig Aufprallenergie, kann dies zur Abwertung führen. Mit der neuen Regelung will man Hersteller großer, schwerer Autos dazu bringen, die Last des Aufpralls gerechter zu teilen und damit Passagiere kleinerer Fahrzeuge zu schützen.

Beim Seitenaufpralltest berücksichtigt Euro NCAP jetzt auch potenzielle Berührungen zwischen Fahrer und Beifahrer. Ein neuer Airbag zwischen den beiden Passagieren in der ersten Reihe kann die Gefahr schwerer Verletzungen durch einen Zusammenprall abmildern. Im Vorgriff auf die neuen Bewertungsmaßstäbe führt beispielsweise Toyota bei der diesjährigen Neuauflage des Kleinwagens Yaris einen Center-Airbag ein, der sich wie beschrieben zwischen den Vordersitzen öffnet. Auch der Kleinwagen Honda Jazz und das Elektroauto VW ID.3 haben den Airbag schon an Bord. Die Änderung im Testprotokoll dürfte für die Zukunft auch bei anderen Fahrzeugen zur Verbreitung der Center-Airbags beitragen.

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Im Laufe der Jahre haben die Crash-Tests für immer neue Sicherheits-Features in den Fahrzeugen gesorgt.

(Foto: Euro NCAP)

Blickt man auf die Verschärfungen der Testkriterien in den vergangenen Jahren, findet man dementsprechend Sicherheitsausstattung, mit der moderne Neuwagen heute selbstverständlich ausgestattet sind: Der Schleuderschutz ESP beispielsweise wird seit 2007 untersucht, automatische Notbremssysteme seit 2014. Oft greifen die Tester den gesetzlichen Regelungen vor. ESP etwa ist erst seit 2014 vorgeschrieben, Notbremssysteme sind europaweit erst ab 2022 verpflichtend.

Mit Blick auf diese Entwicklung ist es wünschenswert, dass Euro NCAP auch in den kommenden Jahren noch reichlich Autos gegen die Wand fährt.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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