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Griechenland im Fokus Dax vor schwachem Start

Das Hickhack um das zweite Rettungspaket für das klamme Griechenland dürfte vielen Anlegern in Europa die Kauflaune verderben. Nach Ansicht von Börsianern ist eine Pleite des Landes wieder wahrscheinlicher geworden.

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Eine neue Welle der Risikoaversion wird voraussichtlich auch am deutschen Aktienmarkt einen Rückschlag auslösen. Das letzte Zwischen-Tief bei 6649 Punkten könnte getestet werden, heißt es an der Börse. Darunter biete der Aufwärtstrend bei 6615 Punkten Unterstützung.

Belastet wird die Stimmung von der Entwicklung um Griechenland, besonders von Spekulationen, Griechenland könnte vor den Wahlen nur einen Überbrückungskredit erhalten. Banken und Broker rechneten zum Handelsstart für den Dax mit Kursverlusten von rund einem Prozent. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,4 Prozent im Plus bei 6758 Punkten geschlossen.

Ein Teil seiner vorherigen Kursgewinne hatte der Dax abgegeben, als sich der Ton zwischen Griechenland und Deutschland in der Diskussion um die Reformen des südeuropäischen Landes verschärft hatte. Die Eurogruppe verschob am Mittwoch eine Entscheidung über das öffentliche Kreditpaket für Griechenland auf Montag.

Die Societe Generale spricht derweil von einer "Atmosphäre des verschwindenden Vertrauens". Europa scheine "gefährlich nahe an dem Punkt zu sein, eine Lehmanhafte Entscheidung zu treffen". Die US-Regierung hatte 2008 entschieden die Investment Pleite gehen zu lassen. Damit gerietet das weltweite Finanzsystem in eine existenzielle Krise.

Etwas auf die Stimmung drückt auch das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung, nach dem der Offenmarktausschuss uneinig ist, ob die Geldpolitik weiter gelockert werden könnte. Nach der Wall Street tendieren auch viele asiatischen Börsen, der Euro und die meisten Rohstoffe schwach.

"Ohne Griechenland-Lösung bleiben wir erst einmal im Niemandsland", so Ben Taylor von CMC Markets in Sydney. Technische Analysten meinen allerdings, der Rückschlag dürfte schnell zum Kauf genutzt werden. In diesem Stadium gehe es nur um den "Neueinstieg auf der Long-Seite", heißt es in den Mußler-Briefen.

Neue Impulse dürften von der Berichtssaison in Europa ausgehen und am Nachmittag von US-Konjunkturdaten wie den wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, den Baubeginnen und dem Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia. Positiv auflösen würde sich die Situation laut Händlern bei einem neuen Jahreshoch über 6838 Punkten.

Quelle: ntv.de, jga/DJ/rts