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Daten, Karten, Infografiken Corona trifft Großbritannien mit voller Wucht

Das Coronavirus breitet sich auf den britischen Inseln aus: Nahezu alle Landesteile melden steigende Zahlen. Neue Fälle gibt es in England, Nordirland, Wales und im schottischen Norden. Selbst vor dem britischen Königshaus macht der Erreger nicht halt. Ein Überblick.

Das Vereinigte Königreich muss sich mitten in den Verhandlungen um den laufenden EU-Ausstieg mit einer neuen, allem Anschein nach sehr viel größeren Krise befassen: In Großbritannien wurden inzwischen mehr als 9500 Menschen positiv auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet, mehr als 400 Menschen starben.

Prominentester Covid-19-Patient ist derzeit Prinz Charles. Der 71-jährige Thronfolger wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich nach Angaben des Königshauses mit milden Symptomen in Quarantäne.

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Wie schwer die Pandemie die britischen Inseln erfasst, zeigt sich bei einem Blick auf die aktuellen Daten: Aus allen Landesteilen werden Infektionen gemeldet. Das Virus tritt dabei selbst in entlegeneren und dünn besiedelten Regionen auf. Selbst auf den Shetland-Inseln hoch im Norden gibt es zwei Dutzend Coronavirus-Fälle.

Mit Abstand am stärksten betroffen ist jedoch die Millionenmetropole London, das schlagende Herz des einstigen Weltreichs. Im Großraum der Hauptstadt verzeichnete der britische Gesundheitsdienst NHS Mitte der Woche insgesamt 3247 positiv auf das Coronavirus getestete Personen. Das entspricht mehr als einem Drittel aller in Großbritannien festgestellten Sars-CoV-2-Infektionen.

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Insgesamt 422 Menschen sind an der von dem Erreger ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 und ihren Folgen bereits gestorben. Damit ist nicht mehr zu leugnen, dass die Pandemie Großbritannien längst mit voller Wucht erfasst hat.

Kritiker werfen der Regierung unter Premier Boris Johnson vor, viel zu spät auf die sich abzeichnende Bedrohung reagiert und die Gefahr zu lange verharmlost zu haben. Tatsächlich liefen Coronavirus-Tests und entsprechende Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz auf der Insel deutlich später an als auf dem Kontinent.

Erst am Abend des 23. März zum Beispiel trat in Großbritannien eine dreiwöchige Ausgangssperre in Kraft. Die Menschen dürfen nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, für Arzttermine und sportliche Aktivitäten außer Haus. Auch Versammlungen von mehr als zwei Menschen sind vorerst verboten. Viele Geschäfte wurden geschlossen.

Auch die britischen Schulen wurden erst gut eine Woche später geschlossen als etwa in Deutschland. Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Theater und Freizeiteinrichtungen sind erst seit vergangenem Freitagabend nicht mehr geöffnet.

Quelle: ntv.de, mit Material von AFP