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Kenntnis von Asien-Produktion? About You wurde vor Kliemann-Masken gewarnt

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Etliche Unternehmen haben in der vergangenen Woche die Zusammenarbeit mit ihm gekündigt: Fynn Kliemann.

(Foto: IMAGO/APress)

Wer wusste was im Fall Kliemann? Der Influencer, der angeblich in Europa produzierte Schutzmasken zu Dumpinglöhnen in Asien fertigen ließ, behauptet, sein Großkunde About You habe davon gewusst. Der Modehändler bestreitet dies. Nun könnte eine Mail Gegenteiliges beweisen.

Der deutsche Modehändler About You ist bereits frühzeitig davon in Kenntnis gesetzt worden, dass die Masken des Textilunternehmens Global Tactics, die von dem Youtuber Fynn Kliemann beworben wurden, nicht in Portugal, sondern zum Teil in Bangladesch und Vietnam hergestellt wurden. Das berichtet der "Spiegel" nach gemeinsamen Recherchen mit dem "ZDF Magazin Royale".

Demnach bat ein an der Lieferung beteiligter Vermittler im August 2021 für einen Rechtsstreit um eine Bestätigung von About You, dass Masken von Global Tactics bei dem Modehändler eingegangen seien. Im Anhang: ein Dokument mit dem Titel "Avisierung Vietnam -1 Teillieferung Vietnam 453.100". Das Papier enthielt sämtliche Details zu der Lieferung. Im weiteren Mailverkehr machte der Vermittler About You auf eine mögliche Straftat durch den Influencer Fynn Kliemann und seinen Geschäftspartner Tom Illbruck aufmerksam. In einer Mail heißt es: "Ich denke, die Herren haben auch About You betrogen".

Der Online-Modehändler, der als Großkunde die meisten Masken vertrieb, hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe öffentlich von Kliemann distanziert und den Verkauf gestoppt. "Dass die Masken teilweise nicht in Europa produziert wurden, war uns bis heute nicht bekannt", schrieb About-You-Firmenchef Tarek Müller auf Twitter. Damit widersprach er Kliemann, der zuvor mitteilte, dass das Unternehmen wusste, dass die Lieferungen aus verschiedenen Ländern, auch außerhalb Europas stammten.

Spendenbeleg für Ausschussware?

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Neue Dokumente zeigen außerdem, dass Global Tactics um Spendenquittungen für Tausende mutmaßlich mangelhafte Kliemann-Masken bat, die an Flüchtlingsunterkünfte auf die griechischen Inseln Samos und Lesbos verschickt wurden. Die unzureichende Ausschussware hatte Global Tactics zuvor kostenlos erhalten. In mindestens einem Fall stellte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" einen Spendenbeleg aus. Weder Fynn Kliemann noch Geschäftsführer Tom Illbruck wollten sich zu den Vorwürfen äußern.

Zuletzt hatten zahlreiche Firmen ihre Zusammenarbeit mit dem Influencer und Musiker beendet. Nach About You, Viva con Agua, EWE, Sanity Group und Nordpool kündigte jüngst auch die Baumarktkette Toom die Kooperation. Einem Bericht der "Lebensmittelzeitung" zufolge distanziert sich der Getränkehersteller Berentzen ebenfalls von Kliemann.

Quelle: ntv.de, spl

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