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Viva con Agua wendet sich ab Weitere Deals mit Fynn Kliemann gecancelt

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Vom wohltätigen Super-Influencer zur Persona non grata: Fynn Kliemann.

(Foto: picture alliance / AAPimages/Lueders)

Immer mehr Organisationen und Firmen wenden sich von Fynn Kliemann ab, nachdem Jan Böhmermann und sein Team die Maskenaffäre rund um den Youtuber aufgedeckt hat. Nach "About You" beendet auch die NGO "Viva con Agua" jetzt die Zusammenarbeit mit dem 34-Jährigen.

Vom gefeierten Wohltäter zur Persona non grata: Es sind unbequeme Zeiten für Youtuber und Influencer Fynn Kliemann. Vergangene Woche deckte Jan Böhmermann mit seinem "ZDF Magazin Royale"-Team auf, dass der 34-jährige Do-it-Yourself-Mann in so einigen Belangen gelogen hat.

So ließ er im Jahr 2020 nicht nur Mund-Nase-Schutzmasken in Asien anfertigen, die er dann als Ware aus Europa deklarierte und verkaufte. Auch gingen 100.000 fehlerhafte Masken von seinem Unternehmen Global Tactics an verschiedene Flüchtlingscamps. Für diese "großzügige" Spende hatte sich Fynn Kliemann seinerzeit feiern lassen, ohne zu erwähnen, dass diese Masken im Grunde nutzlos waren.

In Videos auf seinem Instagram-Kanal sowie einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" machte Fynn Kliemann vieles anschließend nur noch schlimmer. Er schob die Verantwortung von sich, gab sich ahnungslos und verstrickte sich dabei immer wieder in Widersprüche. Und so wächst der Druck auf den bis dato so erfolgreichen Influencer immer weiter.

"Ich kann und will antworten"

Sein letztes Statement, das er als Texttafel bei Instagram veröffentlichte, wirkt eher unbeholfen. Dort ist zu lesen: "Guten Tag, mein Name ist Fynn Kliemann, und die meisten von euch mochten mich vor vier Tagen mehr als heute. Zehntausende Nachrichten, Fragen über Fragen, ein riesiger Knoten im Kopf. Alle Leute erwarten zu Recht Aufklärung. Diesmal nicht wieder mit einer überhitzten Aussage, nachdem ich frisch überrollt wurde. Ich verspreche euch, ich kann und will antworten. Aber ich brauche Zeit, bis ich Klarheit über die Details habe." Diese Einsicht kommt für viele Kooperationen deutlich zu spät.

Nachdem der Otto-Ableger "About You" die falsch deklarierten Kliemann-Masken bereits aus dem Programm genommen hat und dem 34-Jährigen ein Nachhaltigkeitspreis aberkannt wurde, kündigt ihm nun auch die Organisation "Viva con Agua" die Zusammenarbeit. "Die geschilderten Vorgänge stehen in krassem Gegensatz zu unseren Werten und unserer Vorstellung von gemeinwohlorientiertem Unternehmertum", heißt es auf der Website der NGO. "Wir beenden daher alle Geschäftsbeziehungen zwischen Viva con Agua und Fynn Kliemann, inklusive aller angegliederten Unternehmen." Auch der Oldenburger Energieversorger EWE will eine weitere Zusammenarbeit mit Kliemann prüfen. Nach eigenen Angaben berät das Unternehmen sein Projekt Kliemannsland in Sachen Klimaneutralität.

Auch keine "kleine Kooperation" mehr

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Mit dem Cannabis-Start-up Sanity Group aus Berlin kooperierte Fynn Kliemann ebenfalls in der Vergangenheit. Auf dem Gelände vom Kliemannsland baute er Hanf an, das von Sanity zu CBD-Produkten verarbeitet wurde. In einer Stellungnahme im "Spiegel" heißt es jetzt seitens des Start-ups, es habe sich nur um eine "kleine Kooperation" gehandelt. "Seitdem gab es und gibt es keine weiteren Projekte mit dem Kliemannsland oder Fynn Kliemann, und sie sind auch nicht für die Zukunft geplant."

Mit der Tafel Deutschland war ebenfalls eine Zusammenarbeit geplant, die schon kurz nach Erscheinen des "ZDF Magazin Royale"-Videos aufgekündigt wurde. Denn auch hinsichtlich der über die Kliemann-eigene Ferienwohnungsvermittlung "Lass dir gut gehen" (LDGG) gesammelten Spenden, die von der Tafel verwaltet werden sollten, gab es Unstimmigkeiten. "Für uns als gemeinnützige Organisation ist damit das Vertrauen für die Zusammenarbeit beschädigt, und wir sehen keine ausreichende Transparenz denjenigen Menschen gegenüber, die freiwillig mehr Geld für ihre Urlaube bezahlt hatten", hieß es in einer Stellungnahme von Tafel Deutschland. Mit dem zusätzlich eingenommenen Geld sollte schlechter gestellten Familien ebenfalls ein Urlaub in den Kliemann-Ferienwohnungen ermöglicht werden. Was jetzt mit dem auf der LDGG-Webseite inzwischen als "Soli-Beiträge" bezeichneten Geld geschieht, ist offen.

Quelle: ntv.de, nan

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