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Uneheliche Tochter anerkannt Belgien hat drei neue Royals

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Die ersten 52 Jahre ihres Lebens hieß sie Delphine Boël - nun nennt sie sich Prinzessin Delphine von Sachsen-Coburg-Gotha.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die belgische Künstlerin Delphine Boël trägt künftig den Nachnamen ihres Vaters: Sachsen-Coburg-Gotha. Zugleich ist sie nun offiziell eine Prinzessin. Königliche Titel tragen fortan auch ihre Kinder. Es ist der vorläufige Höhepunkt der juristischen Aufarbeitung eines Seitensprungs des ehemaligen Königs.

Nach jahrelangem Vaterschaftsstreit mit dem früheren König Belgiens hat das zuständige Brüsseler Gericht endgültig im Sinne der Künstlerin Delphine Boël entschieden. Die 52-Jährige ist damit von nun an offiziell Prinzessin von Belgien. Der Anwalt Boëls bestätigte der Nachrichtenagentur Belga einen entsprechenden Bericht des Senders RTBF. Auch ihre beiden Kinder Joséphine und Oscar würden Prinzessin beziehungsweise Prinz. Boël selbst nehme den Nachnamen ihres Vaters an: Sachsen-Coburg-Gotha.

Die Künstlerin kämpfte seit Jahren um die Anerkennung als leibliche Tochter des belgischen Ex-Königs Albert II. Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter, die belgische Adelige Sybille de Sélys Longchamps, und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre, was Albert stets bestritten hatte. Boël wurde 1968 geboren.

Die Tatsache, dass der frühere belgische König möglicherweise ein uneheliches Kind hat, beschäftigt die belgische Öffentlichkeit bereits seit Jahrzehnten. Einige Belgier wollen in seiner Weihnachtsansprache aus dem Jahr 1999 ein verstecktes Eingeständnis erkannt haben: Damals sprach das Staatsoberhaupt von einer Krise, die seine Ehe in den Jahren 1960 bis 1970 durchlitten habe. Albert II. hat mit seiner Frau Paola drei weitere Kinder. Die Zahl seiner Enkel stieg mit der Anerkennung der Vaterschaft von 12 auf 14.

Im Januar lenkte er nach jahrelangem Rechtsstreit ein und gestand die Vaterschaft ein. Der ehemalige König habe beschlossen, "diesem lästigen Verfahren in Ehre und Würde ein Ende zu setzen", erklärten die Anwälte damals. Das Gericht hatte zuvor entschieden, dass er sich einem Test unterziehen müsse. Nach der letzten Anhörung am 10. September hatte das Berufungsgericht seine Entscheidung eigentlich für den 29. Oktober angekündigt. Staatsoberhaupt des EU-Mitglieds Belgien ist seit Juli 2013 König Philippe.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa