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Bestialität in Schriftform Bukowskis "The Hog" kostet 27.500 Dollar

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Charles Bukowski war wahrlich kein Mann, der beim Schreiben ein "Blatt vor den Mund nahm".

(Foto: imago/Leemage)

Vor 25 Jahren starb Schriftsteller Charles Bukowski. Der Mann, der die Vorlagen zu Filmen wie "Barfly" und "Factotum" lieferte, gilt nicht erst seitdem als absoluter Kult. Ein nun wieder aufgetauchtes Werk lässt Fan-Herzen höher schlagen.

Auch nach dem Tod von Charles Bukowski im März 1994 werden in schöner Regelmäßigkeit Dutzende Sammlungen alter Gedichte und Briefe des US-amerikanischen Schriftstellers veröffentlicht. Oft sind sich Experten einig, dass diese Werke nicht ohne Grund zu Lebzeiten ihres Verfassers unter Verschluss gehalten wurden, seien sie doch nur "zweitklassig". Daher sind es nach wie vor seine älteren Geschichten, die ihm zum Kult machen.

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"The Hog" ist für 27.500 Dollar käuflich zu erwerben.

(Foto: Ed Smith)

Erstausgaben samt Zeichnungen des Künstlers, den seine Arbeit in einem Postamt zu seinem ersten Roman 1971 inspirierte, werden für bis zu 5000 Dollar gehandelt. Und nachdem Bukowski-Fans inzwischen sein Gesamtwerk kennen dürften, gibt es nun doch noch einmal etwas Neues aus der Feder des Meisters, das äußerst heiß begehrt ist. Leisten kann sich das nur jemand, der über das entsprechende Kleingeld verfügt.

27.500 Dollar, also umgerechnet mehr als 24.000 Euro, soll das kleine Büchlein kosten. "The Hog" lautet der Titel des Werks von 1982. Es umfasst mehrere Briefe samt Bleistiftanmerkungen des Autors, die er einst an seinen Freund und Kollegen Larry "Ratso" Sloman schrieb. Das Ganze gibt es in Schweinsleder gebunden im Antiquariat "ABAA" von Ed Smith in New York. Auf der Vorderseite ist eine Zeichnung von Bukowski eingebrannt. Den Inhalt fand selbst der furchtlose Verleger Larry Flynt einst zu heiß, um ihn auf den Markt zu bringen.

Teenager-Prosituierte und Schwein Harry Truman

"Ich war sehr aufgeregt, als ich das das erste Mal gesehen habe", so Smith zur "New York Post". "Jeder große Bukowski-Sammler, der meint, er hätte alles, hat eben das nicht." Es geht um einen perversen älteren Millionär, seinen ehemaligen Majordomo - den höchsten Angestellten des Hauspersonals -, eine Prostituierte im Teenageralter und ein Schwein namens Harry Truman. Für das Tier und die Teenagerin endet die Geschichte unschön, heißt es. Überhaupt werden in der Erzählung zahlreiche Tabus gebrochen.

Die Geschichte sei derartig obszön, dass Bukowski im Vorfeld klar gewesen sei, dass sein Herausgeber sie nicht veröffentlichen würde. Smith glaubt allerdings, dass Bukowskis Witwe, die sein Erbe verwaltet, durchaus noch Schlimmeres in ihrem Fundus haben könnte.

Laut dem Buchhändler existieren nur noch zwei Kopien von "The Hog". Dass das Ganze irgendwann einmal regulär in den Handel kommt, hält er vor allem in Zeiten von #MeToo für völlig ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, nan

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