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Reaktion auf Floyd-Fall Clooney: "Rassismus ist unsere Pandemie"

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George Clooney findet in dem Essay deutliche Worte.

(Foto: imago images / Landmark Media)

George Clooney verfasst ein Essay für eine US-Nachrichtenplattform. Darin nimmt er Stellung zum dramatischen Tod von George Floyd und kritisiert den in den USA noch immer vorherrschenden Rassismus scharf. Er hält ihn offenbar für gefährlicher für die Menschen als das Coronavirus.

Zahlreiche Prominente beziehen dieser Tage Position und sprechen sich gegen Rassismus aus. Ausgelöst wurde das durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd, der von einem weißen Polizisten bei einer Festnahme erstickt wurde. Die meisten verleihen ihrer Wut und ihrer Trauer bei Instagram Ausdruck.

George Clooney bekam dafür nun eine andere Plattform geboten. Für die US-Nachrichtenseite "The Daily Beast" verfasste er ein Essay und prangerte auch dort die Zustände in den USA an. "Wir sind alle infiziert, und in 400 Jahren haben wir noch keinen Impfstoff gefunden", schreibt der 59-Jährige in seinem eindringlichen Text, in dem es um systemischen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA geht. Man habe offenbar sogar aufgehört, nach einem Gegenmittel zu suchen, befürchtet er.

"Wir hoffen und beten..."

"Es bestehen kaum Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde", hatte Clooney schon vor einer Woche über den Tod des 46-jährigen Floyd in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gesagt. Einer von vier beteiligten Beamten hatte dem Mann über acht Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt. Floyds vermutlich letzte Worte "Ich kann nicht atmen" sind bei weltweiten Protesten zum Schlachtruf von Demonstranten geworden. Clooney schildert in dem Essay andere Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze, wie Rodney King und Eric Garner.

Dann geht er auf die aktuellen Proteste ein: "Wir wissen nicht, wann diese Proteste nachlassen werden. Wir hoffen und beten, dass niemand getötet wird. Aber wir wissen auch, dass sich sehr wenig ändern wird." Und er geht mit den USA hart ins Gericht: "Die Wut und die Frustration, die wir wieder auf unseren Straßen sehen, sind nur eine Erinnerung daran, wie wenig wir als Land an unserer Erbsünde, der Sklaverei, gewachsen sind." Menschen nicht mehr zu kaufen und zu verkaufen, sei kein Ehrenabzeichen.

Aber Clooney zeigt sich auch vorsichtig optimistisch, denn er glaubt, von Menschen verursachte Probleme könnten auch von Menschen gelöst werden. Als konkrete Handlungsanweisung für langfristige Änderungen empfiehlt der Hollywood-Star, wählen zu gehen. Er hofft ganz offenbar, dass es so zu einem Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump kommt.

Quelle: ntv.de, nan

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