"Der heilige Kurt"Cobains Tochter findet Nirvana doof

Wenn der Vater eine Legende ist, lässt sich das nicht so leicht abschütteln. Frances Bean Cobain ist 15, als sie begreift, was es bedeutet, das Kind von Nirvana-Frontmann Kurt zu sein. Die Musik der Band kann sie bis heute nicht leiden.
Frances Bean Cobain, Tochter von Kurt Cobain, ist kein Nirvana-Fan. "Ich mag Nirvana eigentlich gar nicht so gern", gesteht die 22-Jährige dem "Rolling Stone". "Ich stehe eher auf Mercury Rev, Oasis und Brian Jonestown Massacre. Ich interessiere mich nicht für die Grunge-Szene."
Allerdings finde sie den Nirvana-Song "Territorial Pissings" toll und habe besondere Gefühle für "Dumb", so Cobain. "Ich weine jedes Mal, wenn ich diesen Song höre. Es ist eine reduzierte Version von Kurts Selbstwahrnehmung - von sich selbst auf Drogen, ohne Drogen, und seinem Gefühl, nicht den Erwartungen entsprechen zu können, nachdem er zur Stimme seiner Generation ernannt wurde."
Der heilige Kurt
Cobain war keine zwei Jahre alt, als ihr Vater sich 1994 im Alter von 27 Jahren das Leben nahm. Sie sei etwa 15 gewesen, als sie erkannt habe, dass sie seinem Erbe nicht entkommen könne. "Unsere Kultur ist besessen von toten Musikern. Wir lieben es, sie auf ein Podest zu stellen", erklärt sie.
"Andernfalls wäre Kurt einfach nur ein Kerl gewesen, der seine Familie auf die schlimmstmögliche Weise im Stich gelassen hat. Aber das war er nicht. Er hat die Leute dazu inspiriert, ihn auf ein Podest zu heben, ihn zum heiligen Kurt zu machen."
Inzwischen hat Frances Bean Cobain sich mit ihrer Rolle abgefunden. Die neue Dokumentation über ihren Vater "Kurt Cobain: Montage of Heck" hat die junge Frau sogar koproduziert. Angeblich wurden etwa 85 Prozent des Materials, das die Zuschauer zu sehen bekommen werden, noch nie oder nur sehr selten gezeigt. Es handelt sich dabei zum Beispiel Heimvideos der jungen Cobain-Familie.
Die DVD "Kurt Cobain: Montage Of Heck" erscheint am 28. Mai.