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"Die Mutigste bist Du"Collien Fernandes schlägt Welle an Promi-Zuspruch entgegen

20.03.2026, 06:34 Uhr
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Die Moderatorin reichte beim Bezirksgericht in Palma de Mallorca Strafanzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen ein. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Collien Fernandes spricht öffentlich über gefälschte Sexvideos von ihr im Internet und ihren Ex-Mann Christian Ulmen, der dahinter stecken soll. Etliche Prominente zeigen sich beeindruckt vom Mut der Moderatorin - und stellen sich hinter sie.

Nachdem Collien Fernandes ihre Strafanzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht hat, schlägt ihr eine Welle an Zuspruch entgegen. Im "Spiegel" und auf Instagram hatte die Moderatorin schwere Vorwürfe gegen Ulmen erhoben. Dieser soll, so die Moderatorin, seit zehn Jahren Fake-Profile unter ihrem Namen angelegt und gefälschte Nacktfotos und Sexvideos verschickt haben, die vermeintlich Fernandes zeigten. Für ihren Beitrag erhält Fernandes überwältigenden Zuspruch von deutschen Prominenten. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Motsi Mabuse, Ricarda Lang, Kevin Kühnert und Carolin Kebekus haben sich zu Wort gemeldet und ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht.

So schreibt etwa die besonders aus dem RTL-Format "Let's Dance" bekannte Motsi Mabuse: "I have no words. I am so sorry", also auf Deutsch: "Mir fehlen die Worte. Es tut mir so leid", begleitet von einem weinenden Emoji. Komikerin Carolin Kebekus kommentiert indes: "Das ist nicht zu fassen. Danke für deine Offenheit. Die Scham muss die Seite wechseln."

Der ehemalige SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert schreibt: "Hochachtung für den Mut, sich über Jahre hinweg zu wehren und jetzt auch noch diesen großen Schritt zu gehen und das ganze Ausmaß transparent zu machen. Es sind diese Taten, die beweisen, dass der Satz 'Die Scham muss die Seiten wechseln' nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser Bewusstsein." Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré schreibt: "Absolut furchtbar, was dir widerfahren ist! Und volle Solidarität mit dir! Ein so wahnsinnig mutiger Schritt, das öffentlich zu machen!"

"Ich ziehe meinen Hut vor Dir"

"Ich hab gar keine Worte dafür, wie schlimm das ist. Danke für deinen Mut", bemerkt die ehemalige Co-Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang. Fernandes zeige "ganz vielen Betroffenen, dass sie nicht allein mit diesen Erfahrungen sind. Das Ganze hat System. Und vor allem machst du darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass wir digitale Gewalt endlich ernst nehmen und die Gesetzeslücken, die Frauen schutzlos zurücklassen, schließen!". Auch Autorin Sophie Passmann lobt den Mut der Moderatorin: "Die Mutigste bist Du", schreibt sie.

Auch viele weitere Stimmen melden sich in der Kommentarspalte unter Fernandes' Post zu Wort. Schauspielerin Gesine Cukrowski schreibt etwa: "Größte Solidarität! Du bist ein großes Vorbild, eine echte Heldin. Ich ziehe meinen Hut vor Dir." TV-Star Ruth Moschner kommentiert: "Liebe Collien! Ich möchte Dir ganz viel Kraft schicken. Mein tiefes Mitgefühl! Danke im Namen aller, dass Du diesen Weg gehst. Auch für die, die es nicht geschafft haben!" Schauspielerin Helena Zengel schreibt schlicht: "Keine Worte...", begleitet von einem Herz und einem weinenden Emoji. "Fassungslos", schreibt Moderator Riccardo Simonetti und fügt hinzu: "Ganz viel Kraft wünsche ich dir."

Wie Fernandes in ihrem Beitrag berichtet, wurden auf Plattformen wie LinkedIn Profile in ihrem Namen angelegt. Demnach gab sich jemand als die 44-Jährige aus. Zudem soll pornografisches Material verschickt worden sein, das mit Videos und Bildern offenbar bewusst den Eindruck vermitteln sollte, es handle sich bei den gezeigten Frauen um Fernandes. Gegen Unbekannt habe sie im November 2024 wegen gefälschter Profile in Berlin Strafanzeige gestellt. Sie hatte demnach vermutet, dass Trolle dahinter steckten. Inzwischen glaubt sie, dass Christian Ulmen dafür verantwortlich sein könnte, heißt es im "Spiegel" dazu.

Baerbock fordert besseren Schutz von Frauen

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Auf eine Anfrage von RTL antworteten Ulmens Anwälte mit einer Mail, aus der nicht zitiert werden darf. Fragen zu den Vorwürfen gegen den 50-Jährigen blieben unbeantwortet. Das Gericht auf Mallorca bestätigte RTL den Eingang einer entsprechenden Anzeige. Das Ermittlungsverfahren befinde sich jedoch "in einem sehr frühen Stadium". Laut dem "Spiegel" ließ Ulmen einen Fragenkatalog zu den Vorwürfen unbeantwortet. Das Magazin führte ein Hintergrundgespräch mit Ulmens Anwälten, die Juristen machten es demnach vorab zur Bedingung, dass über ihre Einlassungen nicht berichtet werden darf.

Sexualisierte Gewalt im Internet, vor allem sogenannte Deepfakes, sind ein zunehmendes Problem. Angesichts dessen fordert die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, internationale Standards zum Schutz von Frauen und Mädchen. Zugleich warnte sie davor, entsprechende Maßnahmen als Vorwand für Zensur oder Überwachung zu missbrauchen. "Genau das darf natürlich nicht passieren. Es darf aber auch keine Ausrede fürs Nichtstun sein", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Andere Staaten seien bereits weiter. Als Beispiel nannte sie Irland, wo eine Kommission aus staatlichen Akteuren, Journalisten und Richtern bei sogenannten Deepfakes schnell eingreifen könne.

Baerbock berichtete auch von eigenen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt und Falschinformationen in sozialen Netzwerken. "Wenn Plattformen nicht sofort reagieren, bleibt es für immer", sagte sie. Digitale Gewalt treffe keineswegs nur prominente Frauen - in Deutschland seien mehr als 60 Prozent der Frauen und Mädchen betroffen. Die Auswüchse seien "katastrophal". Baerbock verwies auf KI-Anwendungen, die missbräuchlich eingesetzt würden - etwa Programme, die Bilder von Frauen und Kindern manipulieren. "Über 90 Prozent der Deepfakes mit sexualisierter Handlung betreffen Frauen. Das hat System, auch um Frauen zu zerstören."

Quelle: ntv.de, spl/spot

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