Unterhaltung

Erfolg für RTL-Mediengruppe Constantin Schreiber erhält Grimme-Preis

Bei der Grimme-Preis-Verleihung in Marl gehört die RTL-Gruppe mit n-tv zu den großen Gewinnern. Moderator Constantin Schreiber bekommt den Preis für seine Reihe "Marhaba TV". Auch die achtteilige RTL-Serie "Deutschland 83" räumt ab.

Constantin Schreiber hat den Grimme-Preis 2016 gewonnen. Der n-tv Moderator und Reporter erhielt am Freitagabend die renommierte Auszeichnung in der Kategorie "Information und Kultur/Spezial" für seine Reihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland", in deren Rahmen er Flüchtlingen auf Deutsch und Arabisch das hiesige Leben erklärt. "Schnell und pragmatisch haben die Redakteure klassisches Aufklärungsfernsehen umgesetzt", hieß es in der Begründung der Jury. Und: "Für die Migranten, die im vergangenen Jahr nach Deutschland kamen, war 'Marhaba TV' eine perfekte Hilfestellung – und das auch noch auf kurzweilige Art und Weise. "

Die achtteilige RTL-Serie "Deutschland 83" wurde im Wettbewerb Fiktion/Spezial in der Kategorie "Serien & Mehrteiler" geehrt. Die vielbeachtete Kurzserie begleitet einen jungen DDR-Soldaten, der im Jahr 1983 als Spion in den Westen eingeschleust wird und dabei in den Strudel der Geheimdienste gerät. "Der Grimme-Preis für 'Deutschland 83' ist eine große Ehre", erklärte Philipp Steffens von RTL

Der VOX-Erfolg "Club der roten Bänder" erhielt den Grimme-Preis in der Kategorie "Kinder und Jugend". Basierend auf einer wahren Geschichte handelt die Dramedy-Serie von sechs kranken Jugendlichen, die im Krankenhaus tiefe Freundschaft erleben. Die ersten zehn Folgen der Serie erzielten hohe Quoten.

Böhmermann bleibt Gala fern

Überraschend wurde zudem Jan Böhmermann ein zweites Mal ausgezeichnet. Mitten in der Debatte um das umstrittene Erdogan-Gedicht des TV-Moderators hat der Deutsche Volkshochschulverband dem 35-Jährigen eine weitere Auszeichnung zuerkannt. Für seine Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens in der digitalen Welt erhielt er im westfälischen Marl bei der Verleihung der Grimme-Fernsehpreise die "Besondere Ehrung" des DVV. Diese wird alljährlich bei der Grimme-Preis-Gala verliehen.

Böhmermann war nicht nach Marl gekommen. Die Entscheidung für diese Auszeichnung sei bereits im November vergangenen Jahres gefallen, sagte die DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die auch saarländische Ministerpräsidentin ist. Für seine Satire über den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Gianis Varoufakis war Böhmermann zuvor auch ein Grimme-Preis zugesprochen worden.

Böhmermann steht nach einem vergangene Woche im Fernsehsender ZDFneo ausgestrahlten Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Kritik. In dem Text verwendete er Begriffe unterhalb der Gürtellinie. Die Staatsanwaltschaft Mainz hat nach Anzeigen gegen ihn und ZDF-Verantwortliche wegen des Verdachts der Beleidigung von Organen oder Vertretern ausländischer Staaten Ermittlungen aufgenommen. Nach massiver Kritik an seinem als Satire gedachten Erdogan-Stück hatte er am Morgen seine persönliche Teilnahme an der Verleihung in Marl abgesagt.

Kramp-Karrenbauer verteidigt Böhmermann

Die DVV-Präsidentin äußerte sich auch zu dem umstrittenen Gedicht: "Dieses Gedicht hat sicherlich die Grenzen des guten Geschmacks verletzt und ist sicher alles andere als Grimme-Preis würdig." Aber das ändere nichts an Böhmermanns Qualitäten und Leistungen für eine offene, mutige und demokratisch-gelassene Medienwelt. "Deshalb ist diese Ehrung verdient."

In einer Zeitschrift zur diesjährigen Grimme-Preis-Verleihung heißt es über Böhmermann: "Sein erklärtes Ziel ist es, Inhalte nicht bloß gedankenlos zu konsumieren; die Zuschauer sollen sich im Idealfall nachhaltig mit der Thematik beschäftigen."

Insgesamt wurden 15 Grimme-Preise vergeben, überwiegend an Produktionen der öffentlich-rechtlichen Sender. Aber auch einige Formate der Privatsender waren dabei, "Weinberg" stammt sogar vom Abonnentenkanal TNT Serie. Erstmals wurden Preise für Kinder- und Jugendproduktionen sowie für besondere journalistische Leistungen verliehen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa