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US-Magazin wird eingestellt Corona bringt dem "Playboy" das Aus

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Der "Playboy" zum Anfassen - in den USA ist das erst mal Geschichte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vielleicht ist es ganz gut, dass Hugh Hefner das nicht mehr erleben muss. Die Auflagenzahlen des "Playboy" schwächeln in den USA schon länger. Nun gerät das Magazin auch in den Abwärtsstrudel durch das Coronavirus. Die Konsequenz ist drastisch.

Von den einen als Revolution gegen die Prüderie gefeiert, von den anderen als frauenfeindlich verachtet - am "Playboy" scheiden sich seit jeher die Geister. Doch so oder so, Fakt ist, dass das Magazin mit den leicht oder mitunter auch gar nicht bekleideten Damen seit inzwischen über 60 Jahren eine feste Größe auf dem Zeitschriftenmarkt ist. Oder war, wie man nun wohl konstatieren muss. Denn: Der "Playboy" wird in seiner gedruckten Form in den USA jetzt eingestampft. Das gab der Verlag schriftlich bekannt, wie US-Medien übereinstimmend berichten.

Vergangene Woche seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Produktion des Magazins immer deutlicher geworden, heißt es demnach in einer Mitteilung des Geschäftsführers von "Playboy Enterprise", Ben Kohn. Deshalb sei man gezwungen gewesen, "die Diskussion, die wir intern schon länger führen, zu beschleunigen: Wie können wir unser US-Print-Produkt transformieren?"

Die Antwort des Unternehmens auf diese Frage fällt drastisch aus: "Wir haben entschieden, dass unsere Frühjahrs-Ausgabe 2020, die diese Woche an den US-Kiosken und als digitaler Download erscheint, unsere letzte Print-Publikation in diesem Jahr in den USA sein wird."

Online first

Künftig wolle der "Playboy" verstärkt auf das Online-Geschäft setzen, heißt es. Nicht ausgeschlossen wird jedoch, dass auch noch gedruckte Spezial-Ausgaben des Magazins erscheinen werden.

Wie nahezu alle Print-Produkte muss auch der "Playboy" mit einem Rückgang der Auflagenzahlen zurechtkommen. Mit verschiedenen Strategien wurde versucht, dem entgegenzuwirken. Unter anderem reduzierte der "Playboy" in den USA den Anteil "nackter Haut" auf seinen Seiten. Zugleich versuchte er, das Image als reines "Männermagazin" loszuwerden. Trotz allem erschien das einstige US-Monatsmagazin seit 2019 nur noch vierteljährlich.

Der "Playboy" wurde 1953 von Hugh Hefner in den USA gegründet. Er bekam weltweit zahlreiche Ableger, darunter auch in Deutschland. Hier distanzierte man sich zuletzt von der US-Herangehensweise, auf weniger nackte Tatsachen zu setzen. Hefner selbst kann auf die Geschicke des "Playboy" keinen Einfluss mehr nehmen. Er starb 2017 im Alter von 91 Jahren.

Quelle: ntv.de, vpr