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R.I.P., immermüdes Mädchen Das kurze Leben der Bobbi Kristina Brown

Ende eines tragischen, viel zu kurzen Lebens. Bobbi Kristina Brown, Tochter von Whitney Houston und Bobby Brown, ist tot. Ihr Leichnam wurde aus einem Sterbehospiz nahe Atlanta abgeholt. Aber warum musste die 22-Jährige wirklich so früh sterben?

Armes reiches Mädchen. Dieses Klischee wird oft bemüht, doch leider stimmt es in diesem Fall wirklich. Bobbi Kristina Brown ist nach einem halben Jahr im Koma in einem Hospiz bei Atlanta gestorben. Ihre Eltern: Whitney Houston und Bobby Brown. Übertalentiert, vor allem die Mutter. Am Anfang die große Liebe, große Karrieren, doch dann die Drogen, Alkohol, keine Liebe mehr. Doch, die Liebe zum Kind, aber die von der so oft falsch verstandenen Sorte.

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Whitney Houston bedankt sich für den "Lifetime Achievement Award" im Juni 2001. Hinter ihr ihre Mutter Cissy Houston, die ihr den Preis überreicht hatte, und Tochter Bobbi Kristina Brown.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Mädchen wird bei jeder Gelegenheit auf die Bühne gezerrt. Anfangs ist so was ja noch süß. Aber als die Kleine, als sie wieder einmal auf die Bühne zu ihrer Mutter stolpert, sagt: "Daddy made me do it" - wird einem klar, dass das nicht mehr lustig gemeint ist. Daddy steht erschöpft am Rand, seine Frau wird beklatscht, er nicht. Er ist die Nummer zwei, wenn Bobbi Kristina auf der Bühne steht, sogar nur die Nummer drei. Das ist wahrscheinlich wirklich nicht so einfach für ihn, den "Mann im Haus". Seine abgehackten und fahrigen Bewegungen sprechen Bände.

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Whitney Houston, Bobby Brown und Bobbi Kristina im Disneyland in Anaheim im Jahr 2004.

Whitney Houston hat ebenfalls fahrige Augen und auch diese kantigen Bewegungen. Sie ist schepperdürr und trägt wahrscheinlich eine Perücke. Ihre Stimme ist toll, aber ihre Stimme war mal noch toller. Immer wieder lässt sie das Publikum singen. Und auch die kleine Bobbi Kristina soll eine Zeile zum Besten geben. Das macht sie auch auf der Platte "Your Love Is My Love" so. Aber es ist wohl ein Unterschied, ob man eine Drei-oder Vierjährige im Studio etwas singen lässt oder vor Publikum, spät abends, obwohl Oma auch im Publikum sitzt (und auch singt wie eine Göttin).

Das Kind Bobbi Kristina wirkt müde - und diesen Eindruck wird man ihr ganzes Leben lang nicht mehr los. Immer zerrissen zwischen ihren irgendwann endgültig getrennten Eltern, die entweder allein oder auch zu zweit gern zu Drogen griffen. Immer mit der Frage im Gesicht: Was soll ich machen?

Diese Frage wird sie in den vergangenen drei Jahren besonders beschäftigt haben. Seit ihre Mutter 2012 auf so tragische Weise, in einer Badewanne, ums Leben kam, wurde die junge Frau ihres Lebens gar nicht mehr froh.

Was wollte Bobbi Kristina?
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Cissy Houston und Bobbi Kristina Brown bei der Premierenparty für "The Houstons On Our Own" im Oktober 2012.

(Foto: Donald Traill/Invision/AP)

Anfang 2014 vermählt sich Bobbi Kristina mit Nick Gordon, den sie kannte, seit er als 12-Jähriger mit ihnen lebte (aber nie von Whitney adoptiert wurde, wie es eigentlich der Plan war). Auch wenn Gordon eher ein Bruder als ein potenzieller Ehemann für sie war, dachten Fans und Freunde, sie könnte sich wieder fangen, er könnte ihr Halt und Sinn geben. Oma Cissy Houston allerdings war von Anfang dagegen, sie fand das Verhältnis inzestuös. Und nun heißt es, er habe sie geschlagen, sei rasend vor Eifersucht gewesen.

Die Hölle auf Erden - das war das Leben für Bobbi Kristina wohl. Sie erlebte mit, wie ihre Eltern sich regelmäßig mit Drogen abschossen, lallten, nicht mehr sie selbst waren. Wie sie sich um sie stritten, wie sie sich torkelnd wieder in die Arme fielen, was war echt, was war Show, was sollte sie glauben?

Eine Weile kümmerten sich Tanten und Freundinnen um das Mädchen, aber trotz aller Probleme war die Liebe und das Band zwischen Mutter und Tochter groß. Eigentlich schön, aber auch fatal!

Wenn man nachschlägt, was Bobbi Kristina in ihrem Leben so gemacht hat, außer Tochter zu sein, dann kommt nicht viel. Wikipedia listet sie als "herself" auf, als Tochter, in der Reality-TV-Show "Being BobbyBrown", in "The Oprah Winfrey Show", oder "The Houstons: On Our Own". Gesungen hat sie mit Mommy im Duett.

Was machte sie, wenn sie nicht mit Mommy war? Was waren ihre Interessen, was wollte sie werden? Es hieß, sie sei sehr enttäuscht von Angela Bassett gewesen, die die Rolle der Whitney Houston in der Film-Biografie "Whitney" nicht mit ihr besetzen wollte. Die Schauspielerin und Regisseurin fand, dass man dazu spezielle Fähigkeiten brauche - die sie in Bobbi Kristina wohl nicht sah.

Traurig ist das alles, sehr traurig. RIP - "Rest in Peace": So abgelutscht dieser Ausspruch auch sein mag - an dieser Stelle ist er wohl wirklich angebracht.

Quelle: n-tv.de

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