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Oft im TV zu sehenDer türkische Gelehrte Ilber Ortayli ist tot

14.03.2026, 22:04 Uhr
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Ortayli 2024 bei einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zwischen ihnen steht der mittlerweile abgesetzte und inhaftierte Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Historiker Ilber Ortayli beschäftigt sich nicht nur mit dem Osmanischen Reich und der Türkei, sondern nimmt auch öffentlich an Diskussionen teil. In TV-Shows ist er ein gern gesehener Gast. Nun stirbt er im Alter von 78 Jahren nach gesundheitlichen Problemen.

Der türkische Historiker Ilber Ortayli ist im Alter von 78 Jahren gestorben. "Trotz lang anhaltender und zunehmend komplexer gesundheitlicher Probleme ließen seine Neugierde auf das Leben und sein Wunsch, mit Menschen zusammen zu sein, nie nach, und er lebte so gut er konnte, wie er es für richtig hielt", teilt seine Familie auf Ortaylis Instagram-Kanal mit. Er sei am 13. März gestorben, heißt es in dem Beitrag.

Ortayli veröffentlichte nicht nur zahlreiche Bücher und leitete über mehrere Jahre das Topkapı-Palast-Museum in Istanbul, sondern dürfte insbesondere einem türkischsprachigen Fernsehpublikum als eine der prägendsten populärwissenschaftlichen Stimmen der letzten Jahrzehnte bekannt sein. Dabei war Ortayli für sein immer adrettes Auftreten und seine gewählt elitäre Ausdrucksweise bekannt - aber auch für seine streitbare Herangehensweise an Diskussionen.

In Österreich geboren

Geboren wurde Ilber Ortayli (türk. Schreibweise: İlber Ortaylı) 1947 in Bregenz. Der türksichsprachige Service der Deutschen Welle schreibt, seine Eltern seien Krimitataren gewesen, die aus der Sowjetunion vor der Verfolgung durch Stalin flohen und in einem Flüchtlingslager in Österreich Zuflucht suchten.

Ende der 80er Jahre wurde Ortayli zum ordentlichen Professor berufen. Seine Forschung wie seine Bücher befassten sich mit der Geschichte des Osmanischen Reichs, etwa der Reformperiode im 19. Jahrhundert, und der modernen Türkei.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, mit tiefem Bedauern vom Tod Ortaylis erfahren zu haben, "dem Träger des Großen Kultur- und Kunstpreises des Präsidenten, der sich durch seine intellektuelle Persönlichkeit, sein Wissen, seine Erfahrung, seine Bücher, seine Forschung und seine wissenschaftlichen Arbeiten den Respekt unserer Nation erwarb."

Quelle: ntv.de, mpe

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