Doch nicht wie Rolling Stones?Die Amigos deuten Karriereende an

"Wir machen's wie die Rolling Stones", erklären Die Amigos noch im vergangenen Jahr in einem Song. Aber anscheinend plant das Schlager-Duo dann doch nicht, irgendwann von der Bühne getragen zu werden. Stattdessen denkt es über einen Generationswechsel nach.
Nach mehr als fünf Jahrzehnten im Musikgeschäft bahnt sich beim Duo Die Amigos ein überraschender Generationswechsel an. Band-Mitglied Bernd Ulrich ließ in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) aufhorchen. Darin deutete der 75-Jährige die baldige Schlager-Rente für ihn und seinen zwei Jahre älteren Bruder Karl-Heinz Ulrich an. Die musikalische Fackel solle dann an seine 54-jährige Tochter Daniela Alfinito weitergereicht werden.
"Ich denke, wenn wir Amigos uns irgendwann in den nächsten ein, zwei Jahren dann zur Ruhe setzen, übergeben wir den Stab der Daniela", erklärte Bernd Ulrich und ging ins Detail: Das kommende Album für 2026 sei bereits fertig und erscheine im Juni oder Juli. Für 2027 stehe noch ein letztes Vertragsalbum bei ihrem Label Telamo an. Danach werde man sehen, wie es weitergeht.
Die Ankündigung überrascht, hatten Die Amigos doch erst im vergangenen Jahr mit ihrem Song "Wir machen's wie die Rolling Stones" angekündigt, wie Mick Jagger und Co. immer weiter machen zu wollen. Nun aber die Rolle rückwärts. "Wir werden auch älter", räumte Bernd Ulrich ein.
Beeindruckende Bilanz
Dabei war das Weitermachen für Die Amigos in den vergangenen Jahren keineswegs selbstverständlich. Im Februar 2024 verlor Karl-Heinz Ulrich seine Frau Doris nach fast dreijährigem Kampf gegen den Krebs. Sie wurde 71 Jahre alt. 44 Jahre war Karl-Heinz Ulrich mit ihr verheiratet. Die Entscheidung, ob es mit dem Schlager-Duo weitergeht, lag danach allein bei ihm.
"Der Bernd hat auch gesagt: 'Wenn du sagst, wir hören auf, dann hören wir auf. Du bestimmst das jetzt'", erinnerte sich Karl-Heinz Ulrich in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. Er entschied sich fürs Weitermachen - im Sinne seiner verstorbenen Frau. "Ich denke, meine Frau hätte das so gewollt, dass ich jetzt nicht einfach aufhöre und mich zu Hause hinsetze. Sie wusste, dass Musik mein Leben ist."
Die Amigos werden für ihr unprätentiöses Auftreten nicht selten belächelt. Ihre Erfolgsbilanz ist gleichwohl beeindruckend: 13 ihrer letzten 15 Studioalben landeten auf Platz eins der deutschen Charts. Mit 17 Nummer-eins-Alben fehlen ihnen nur noch vier zum Rekord von Peter Maffay.