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"Das Ärzte Deutsche Fernsehen" Die Ärzte eröffnen die "Tagesthemen"

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Die Ärzte haben gerade nach lange Pause wieder ein Album veröffentlicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum ersten Mal in der Geschichte des ARD-Nachrichtenmagazins wird in der Sendung live Musik gespielt. Die Ärzte verbinden ihren Mini-Gig mit einem ernsthaften Appell an die Politik. Im Namen von 1,4 Millionen Beschäftigten der Kulturbranche fordern die Punk-Rocker mehr Hilfe.

Die Band Die Ärzte hat auf rockige Art und Weise die gestrigen "Tagesthemen" eingeläutet. Mit der Begrüßung "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen" spielten die drei Musiker die Melodie der ARD-Sendung ein, ehe Nachrichtensprecher Ingo Zamperoni übernahm. Im Interview ging es Farin Urlaub, Bela B und Rodrigo Gonzalez dann um ein ernstes Anliegen: Sie appellierten an die Politik, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen. Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Sänger Farin Urlaub.

Der Mini-Gig war die erste Live-Musik, die jemals in den "Tagesthemen" gespielt wurde. "Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da", sagte Urlaub. Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Clubbetreiber, sogenannte Roadies, also Technik- und Aufbauhelfer, sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, sei das ein "langfristiger Schaden".

Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten in der Krise viele dieser Menschen seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. "Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen." Autokonzerte oder Stream-Konzerte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagt Bela B.

Ihre geplante Tour haben Die Ärzte, die am Freitag ihr neues Album "Hell" veröffentlicht hatten, auf das nächste Jahr verschoben. "Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass solange Corona so wütet wie jetzt gerade, dass die Art von Konzerten, die wir gerne spielen, einfach nicht möglich sind", sagte Urlaub. Für kleinere, weniger bekannte Bands oder Clubbetreiber und die Techniker sei die Situation aber schlimmer.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/spot