Unterhaltung
Sarah Knappik fliegt achtkantig raus.
Sarah Knappik fliegt achtkantig raus.
Sonntag, 20. August 2017

"Promi Big Brother" - Tag 9: Die ganze Nation gegen Sarah Knappik

Von Verena Maria Dittrich

Jubelschreie, Freudentaumel, Anhopsen. Damit hat niemand gerechnet: Sarah Knappik fliegt aus dem Haus! Was ist geschehen? Hat eine "ganze Nation" vielleicht ein falsches Bild von der Buddhistin? Sarah, ist das alles wirklich "real"?

Werte "Promi Big Brother"-Gemeinde, sind Sie von allen guten Geistern verlassen? Einfach die "realste" Person von allen Bewohnern der Flachpinsel-WG aus dem Container zu nominieren? Die Frau, die in "ihrem ganzen Leben noch nie so real" war? Sarah Knappik muss ausziehen. "Eine ganze Nation ohne Plan" ist mitverantwortlich – und wird für diese Entscheidung teuer bezahlen. Der Fluch: 6 Tage komatös bratzender Dornröschenschlaf, während die im Haus Verbliebenden sich gegenseitig verkünden, wie lieb sie einander haben. Sie haben es nicht anders verdient!

Ein Schlüppi für eine feine Performance.
Ein Schlüppi für eine feine Performance.

Tag 9 ist bis zum Zeitpunkt des Rauswurfs, den man erst später als fatalen Fehler einsehen wird (Es wird sich anfühlen wie "Star Wars" ohne "Darth Vader"), ungefähr so spannend wie Deutschlands schönste Bahnstrecken. Der Zuschauer lehnt sich rammdösig zurück, der Anblick von Dominiks "geiler Haut" bietet eine ganz neue Komaqualität. Aktuell sieht er "etwas fertig aus" aus, "der Domi", aber das liegt nur daran, weil seine ganzen "Gesichtscremes" nicht im "Nichts" sind. Sie müssen sich das Ganze jetzt mit leiser Wartezimmermusik vorstellen.

Bei einer Choreografie, die die fluppenabtrünnigen Bewohner des "Nichts" am Morgen für die Hansel des "Alles" performen, fällt es aber nicht weiter auf, dass der schöne Ödling akuten Schmier-Nachholbedarf hat. Und sowieso: Niemand achtet auf den Mann mit der Power eines Nackenkissens an diesem freudvollen Morgen. "Everywhere is so viel Love", dass Milo kurzerhand ihre Schmutzschlüppis in die tanzende Meute pfeffert. (Es war ihr sehr wichtig zu betonen, dass die Slips bereits getragen sind.)

"Vögeln, bis die Linde wackelt"

Willi sagt Sarah seine Meinung.
Willi sagt Sarah seine Meinung.

"Trinken, so lange was da ist, Tanzen, so lange Musik ist und Vögeln, bis die Linde wackelt", lautet das Motto von Sprit-Eule Obert, das Willi sich sogleich zu Herzen nimmt. Schon jetzt steht er mit Evelyn, dem "lecker Dingelchen" in sehr engem Nasi-Nasi-Bauchi-Bauchi-Kontakt.

Die Schlinge um Stressmops Sarah, die ja zu diesem Zeitpunkt noch im "Nichts" weilt, zieht sich indes immer enger. Selten war eine Gruppe so einer Meinung und noch seltener wurde das so geradeaus kundgetan. "Steffen von der Jenny", ebenfalls nominiert, ist sich sicher, die "anstrengende Mittelpunktsüchtige" missbraucht sogar die Erkrankung ihrer Mutter für ihre Zwecke. "Ihre Mutter müsste schon zwanzig Mal Krebs gehabt haben."

Zwei, die sich mögen.
Zwei, die sich mögen.

Auch der gefühlvolle Jens findet, nachdem Sarah ihn wegen angeblicher Rückenprobleme an Tag 8 zur Wimpel-Prüfung in schwindelerregender Höhe antreten ließ, klare Worte: "Wenn wir im Krieg gewesen wären ... Du hast mich aufs Feld geschickt, obwohl du die Rüstung angehabt hast." Darauf Knappik mit Egalblick: "Hast du mich mal gefragt, ob ich Höhenangst habe?", muahaa ...

Auch halbgare Gespräche über Schwengel, "geknickte Schniedelspitzen" und Orgasmen holen Knappik nicht aus ihrer Schieflage. Die "offene Nominierung" offenbart: Sarahs "Harmonie-Flatrate" ist beendet. Fünf Mal wird sie wegen ihrer "Ego-Tour" nominiert, sogar von der herrlich unschuldigen Knutschkugel Evelyn, die "schon von Anfang an ein schlechtes Gefühl von dieser Person hatte, das sich genau so bestätigte".

"Sie spielt ein falsches Spiel"

Auch Willi sagt frei Schnauze: "Sie ist eine Unruhestifterin, sie spielt ein falsches Spiel, sie ist unbelehrbar! Schade, dass ich mir so viel Zeit für sie genommen habe."

Indes findet Obert lobende Worte für Steffen, der glaubt, dass er es ist, der das Haus verlassen muss. "Du bist der Einzige, der kein Rad abhat! Diese Nation hat sowieso keinen Plan, guck, was sie wählen, wenn Bundestagswahl ist."

Dann ist es soweit, die "ganze Nation" hat genug vom "realen Leben" der Sarah K. Als Big Brother - wie einst Außenminister Genscher auf dem Balkon in Prag - verkündet, dass heute der Tag gekommen ist, an dem … Sarah Knappik das Haus verlassen muss, bricht im "Alles" spontaner Jubel aus. Gänsehaut wie 1989. Wahnsinn! Jetzt nur noch David Hasselhoffs Hymne.

"Die ganze Nation sieht das!", freudentaumeln die Bewohner über den Rauswurf der "Falschspielerin". Zum Abschied sagt Willi ernst aber nicht unsanft: "Wärst du mal ehrlich geblieben!"

Und dann das: Als hätte die "Alexis Colby" des Containers nicht schon genug "manipuliert", versucht sie, noch während Jensi sie zur Tür begleitet, sich über Willis Ehrlichkeit zu echauffieren. "Also, das von Willi eben, dieser gemeine Spruch ..., also, das fand ich jetzt auch nicht nett." Wie Hilbert dann das Gejammere ignoriert und die Rausgepfefferte zur Tür hinausschiebt ist für "eine ganze Nation" ganz großes Kino.

Tschüss, Sarah, es war sehr "real" mit dir! Bussi!

Bilderserie

Quelle: n-tv.de