Mit Fensterln und BlasenDragqueen gewinnt "Die Alm"

Die Neuauflage des Reality-TV-Formats "Die Alm" hat eine Gewinnerin. Am Ende wird Dragqueen Yoncé Banks zur Siegerin der Show erklärt. Das jedoch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Hoffnung, mit der Sendung einen Quotenerfolg zu landen, erfüllt sich nicht.
"Finale", rief Yoncé Banks schon eher vorsichtig als euphorisch in den Raum, doch bei den drei anderen verbliebenen Kandidatinnen Vivian Schmitt, Magdalena Brzeska und Siria Campanozzi kam in der letzten Folge von "Die Alm" keine Stimmung auf. Als ob sie geahnt hätten, dass ihnen kaum jemand zuschaut. Schon schwach gestartet, gingen die Quoten der ProSieben-Show in den letzten Wochen immer mehr auf Talfahrt.
In der letzten Ausgabe der Show stand vor dem Finale das Halbfinale, das in der Sendung am Donnerstagabend ebenfalls mit abgefrühstückt wurde. In drei Disziplinen mussten die vier Verbliebenen eine Alm-Olympiade absolvieren.
"Mit Blasen kenne ich mich aus"
Zunächst mussten sie einen Parkour mit übergroßen Holzschuhen ablaufen. Dann galt es, Gemüse aus nummerierten Feldern auszugraben und mit den Feldnummern Rechenaufgaben zu lösen. Schließlich mussten mit Laubbläsern Stoffküken in die richtige Richtung bugsiert werden. Vivian Schmitt gewann diese letzte Aufgabe. "Mit Blasen kenne ich mich aus", tönte der Ex-Porno-Star. Insgesamt reichte es für Schmitt aber nicht. Sie und Campanozzi schieden nach der Bauern-Olympiade aus.
Im Finale kämpften stattdessen Brzeska und Banks um das Preisgeld, das aufgrund diverser Regelverstöße von 50.000 auf 40.500 Euro geschmolzen war. Beim Extrem-Fensterln bekamen die beiden Fragen gestellt. Wer die Antwort wusste, musste auf eine lange Leiter klettern, um den Buzzer zu drücken. Wer eine falsche Antwort gab, dem wurde eine Sprosse auf der Leiter entfernt. Die Dragqueen war schneller und schlauer. Obwohl sie weniger Sprossen auf der Leiter hatte, wurde sie zur Siegerin gekürt.
Harmonie statt Krawall
Die Gewinnerin von Heidi Klums "Queen of Drags"-Show ist eine verdiente Alm-Königin. Sie gewann im Verlauf der sechs Sendungen die meisten Spiele, war sympathisch und unterhaltsam.
Insgesamt jedoch verlief "Die Alm" eher enttäuschend. Wirkliche Highlights in der Show waren rar gesät. Statt Krawall, auf den die Macher von Reality-TV-Shows gern setzen, dominierte Harmonie unter den Kandidaten und Kandidatinnen. Mit der Neuauflage von "Die Alm" verband ProSieben die Hoffnung, dem Format, das zuletzt vor zehn Jahren ausgestrahlt worden war, noch einmal neues Leben einhauchen zu können. Ob es eine weitere Wiederholung dieses Experiments geben wird, ist vermutlich fraglich.