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"Born to be wild" "Easy Rider"-Star Peter Fonda ist tot

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"Easy Rider": Peter Fonda (r.), hier an der Seite von Regisseur und Co-Darsteller Dennis Hopper.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hollywood trauert um eine Legende der Hippie-Ära: Der Schauspieler und Regisseur Peter Fonda, international bekannt vor allem durch seine Rolle im Kult-Film "Easy Rider", lebt nicht mehr. Er stirbt in seinem Haus an der US-Westküste.

Zwei Männer auf ihren Motorrädern und das Lebensgefühl der späten Sechzigerjahre im Süden der Vereinigten Staaten: Mit dem wilden Roadtrip auf umgebauten Harleys durch die USA der Hippie-Ära stieg Peter Fonda zur Symbolfigur einer bis heute lebendigen US-Gegenkultur auf. Jetzt ist der gebürtige New Yorker im Alter von 79 Jahren gestorben.

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Peter Fonda, hier 2009 auf einem Nachbau seines Filmmotorrads "Captain America".

(Foto: REUTERS)

Peter Fonda sei am Freitag in seinem Haus in Los Angeles gestorben, teilte die Familie des Schauspielers mit. Der Sohn von Hollywood-Star Henry Fonda (1905-1982) und der jüngere Bruder von US-Schauspielerin Jane Fonda erlag den Folgen einer Lungenkrebs-Erkrankung.

Der Tod ihres "gutherzigen" Bruders stimme sie sehr traurig, teilte Jane Fonda mit. "Ich hatte in diesen letzten Tagen eine wundervolle Zeit mit ihm alleine. Er schied lachend aus dem Leben", zitierten US-Medien die 81-Jährige.

Sie trauere um den "liebenswerten und gütigen" Mann und feiere zugleich seinen "unbeugsamen Geist und seine Lebenslust", hieß es in einer Stellungnahme der Familie. Peter Fonda, Jahrgang 1940, wäre im kommenden Frühjahr 80 Jahre alt geworden.

"I wasn't born to follow"

Mit "Easy Rider" schrieb Fonda vor einem halben Jahrhundert Kinogeschichte: 1969 wurde er als Motorradfreak "Captain America" in dem Kult-Streifen "Easy Rider" zum Idol der Hippie-Bewegung und zum Helden des Neuen Hollywoods. Der Film mit Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson gilt als Meilenstein der US-Filmbranche und beeinflusste eine ganze Generation.

Ein Teil dieser Wirkung ging dabei auch von der Filmmusik aus: "Easy Rider"-Regisseur Hopper verzichtete auf die bis dahin übliche Orchesteruntermalung und griff stattdessen markante Titel aus der damals aufkommenden Rockmusikszene auf. Der Soundtrack des Films enthält unter anderem Hymnen wie "Born to be wild" von "Steppenwolf" oder "I wasn't born to follow" von The Byrds.

Im Stil eines echten Roadmovies schildert "Easy Rider" den tödlichen Ritt der beiden Hauptfiguren, die im Drogenrausch auf ihren heißen Öfen durch den Süden der USA brettern. Der Kultstreifen um zwei ebenso orientierungslose wie freiheitsliebende Motorradrocker zeichnet dabei ein ungeschminktes Bild eines zerrissenen Lebensgefühls und einer Gesellschaft, die schonungslos und brutal mit abweichenden Lebensentwürfen umgeht.

"Legende der Gegenkultur"

Der Film feierte bei den Filmfestspielen 1969 in Cannes seine Europapremiere. Fonda erhielt als Drehbuchautor eine Oscar-Nominierung. Als Regisseur machte sich Fonda später mit Produktionen wie "Der weite Ritt" (1970) und dem Science-Fiction-Film "Expedition in die Zukunft" (1973) einen Namen. Eine weitere Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller brachte ihm das Drama "Ulee's Gold" (1998) ein.

"Peter Fonda war ein revolutionärer Filmemacher in revolutionären Zeiten", würdigte Regisseur Rob Reiner den Verstorbenen. Man werde seinen Geist vermissen. Der britische Regisseur Edgar Wright nannte Fonda eine "Legende der Gegenkultur", einen "bahnbrechenden Schauspieler" und "rundherum einen Held im wirklich Leben".

Quelle: ntv.de, mmo/dpa