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Elena Krawzow im "Playboy" Eine Weltmeisterin zieht sich aus

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Die eine oder andere Auszeichnung hat sie schon - nun ehrt sie auch der "Playboy": Elena Krawzow.

(Foto: imago images/Camera 4)

Normalerweise schwimmt sie allen davon. So wurde Elena Krawzow erst im vergangenen Jahr Weltmeisterin über 100 Meter Brust. Wo? Bei der Para-WM in London. Denn Krawzow ist seit ihrer Kindheit sehbehindert. Bei ihrem jetzigen Auftritt im "Playboy" werden sicher viele sehr genau hinsehen.

Es sei ihr "wichtig zu zeigen, dass man alles erreichen kann, wenn man etwas wirklich möchte", sagt Elena Krawzow im "Playboy"-Interview. Und sie ergänzt: "Es ist dabei vollkommen egal, was andere sagen. Und ich will mich aufgrund meiner Erkrankung nicht verstecken."

Ihre Erkrankung, das ist eine Sehbehinderung, die sie schon im Kindesalter ereilte. Die Makuladystrophie genannte Schädigung der Netzhaut war bei ihr bereits mit sieben Jahren festgestellt worden. Danach habe ihr Sehvermögen bis zum Alter von 23 Jahren immer weiter abgebaut, erklärt die mittlerweile 26-Jährige. Heute liege es nur noch bei etwa drei Prozent.

Zahlreiche Titel

Als Teenager erwachte Krawzows Interesse am Schwimmsport. Trotz ihres Handicaps arbeitete sie sich bis zur Leistungssportlerin vor, die in der Weltspitze des Behindertensports mitschwimmt.

So belegte sie etwa bei den paralympischen Spielen in London 2012 über 100 Meter Brust den Zweiten Platz. Ebenfalls in London schwamm sie bei der Para-WM im vergangenen Jahr in ihrer Paradedisziplin allen anderen bis zum Weltmeistertitel davon. Ihre Erfolge bei Europameisterschaften und anderen Wettbewerben sind kaum noch zu zählen.

"Kein Problem mit Nacktheit"

Dass der "Playboy" nun bei ihr angefragt hat und sie tatsächlich der allererste Paralympics-Star auf dem Cover des Herrenmagazins ist, empfindet Krawzow als besondere Ehre. "Also prinzipiell bin ich ein sehr extrovertierter Mensch und habe kein Problem mit Nacktheit. Die Bilder sind ja immer sehr ästhetisch, und ich finde es toll, Frauen in ihrer ganzen Schönheit zu zeigen. Ich hätte aber nie gedacht, dass ich selber irgendwann dafür infrage käme. Von daher habe ich mich über die Anfrage sehr gefreut", sagt sie dem Magazin im Interview.

Zwar lebt Krawzow inzwischen als Spätaussiedlerin seit vielen Jahren in Deutschland. Geboren wurde sie jedoch in Kasachstan, wo sie auch die ersten Jahre ihrer Kindheit verbrachte. Offenbar motivierte sie dies noch einmal ganz besonders zu den freizügigen Aufnahmen. "Ich komme aus einem Land, in dem Frauen noch immer unterdrückt werden. Das habe ich hautnah erlebt. Als Frau hat man dort viele Vorschriften und kaum Mitspracherecht", erläutert sie.

Kurs auf die Goldmedaille

Schönheit sei für sie, "wenn man mit sich, mit seinem Geist und Körper im Reinen ist", plaudert die Schwimmerin weiter aus. Die "Playboy"-Leser dürften an ihr allerdings durchaus auch noch die eine oder andere schöne Seite entdecken. Vielleicht ergäben sich durch das jetzige Shooting noch weitere Model-Möglichkeiten, sagt Krawzow, die ausgebildete Physiotherapeutin ist, nun jedoch anscheinend bei der Arbeit vor der Kamera Blut geleckt hat.

Zunächst aber hat sie erst einmal noch weitere sportliche Ziele. "Ich bin sehr motiviert für Tokio im nächsten Jahr", stellt sie klar. Mit anderen Worten: Bei den auf 2021 verschobenen Paralympics nimmt sie abermals Kurs auf die Goldmedaille. Wir drücken die Daumen.

Die Motive von Elena Krawzow gibt es exklusiv nur beim "Playboy".

Quelle: ntv.de, vpr