Reaktion auf neue EnthüllungenEpstein-Skandal: Prinz William und Prinzessin Kate sind "zutiefst besorgt"

Prinz William und Prinzessin Kate haben sich erstmals zu den neuen Epstein-Enthüllungen geäußert. Ihre Sorge gelte vor allem den Opfern, so ein Sprecher des Palastes. Der Druck auf Andrew Mountbatten-Windsor wächst zeitgleich.
Das britische Königshaus zeigte sich zuletzt eher schmallippig, was die aktuellen Epstein-Enthüllungen angeht. So schienen König Charles III. und seine Frau Camilla jüngst bei einem offiziellen Termin in Dedham in der Grafschaft Essex Fragen nach dem geschassten Ex-Prinz Andrew bewusst zu überhören.
Dafür brechen nun Prinz William und Prinzessin Kate ihr Schweigen und äußern sich erstmals öffentlich zum Epstein-Skandal. Wenn auch nicht persönlich, sondern über einen Sprecher des Kensington Palastes. "Ich kann bestätigen, dass der Prinz und die Prinzessin über die anhaltenden Enthüllungen zutiefst besorgt sind. Ihre Gedanken gelten weiterhin den Opfern", erklärte dieser in einem Statement an die britische BBC.
Es ist die erste öffentliche Stellungnahme des britischen Thronfolger-Paares in dieser Angelegenheit - und sie fällt in eine Zeit, in der die Veröffentlichung neuer Dokumente in den USA die Debatte um Epsteins Netzwerk neu entfacht hat. Zu den Personen, deren frühere Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter erneut kritisch betrachtet werden, zählt auch Andrew Mountbatten-Windsor, der Bruder von König Charles III.
Der ehemalige Prinz unterhielt über Jahre eine Freundschaft mit Epstein und suchte den Kontakt auch nach dessen Verurteilung wegen eines Sexualdelikts an einer Minderjährigen im Jahr 2008. Er hat sich in der Vergangenheit für diese Verbindung entschuldigt, jegliches eigenes Fehlverhalten jedoch stets bestritten.
Druck auf Ex-Prinz wächst erneut
Die in den USA veröffentlichten Dokumente haben den Druck auf Andrew Mountbatten-Windsor nun aber wieder erhöht. In den umfangreichen Unterlagen befinden sich unter anderem Bilder, die ihn auf allen Vieren über einer Frau kniend zeigen. Zu den Fotos gibt es allerdings keinen Kontext. Weder ist bekannt, wann noch wo sie aufgenommen wurden oder um wen es sich bei der Frau handelt.
Eine E-Mail von der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2015, die in den mehr als drei Millionen vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumenten enthalten ist, bestätigt zudem die Echtheit des berühmt-berüchtigten Fotos, auf dem Andrew den Arm um die damals 17-jährige Virginia Giuffre legt, die als das wohl bekannteste Epstein-Opfer gilt. Sie beging im vergangenen Jahr Suizid. Andrew hatte die Authentizität des Bildes stets angezweifelt.
In einer E-Mail, die als Teil der neuesten veröffentlichten Epstein-Akten unter dem Titel "Entwurf einer Erklärung" veröffentlicht wurde und 2015 von einer "G. Maxwell" an Jeffrey Epstein geschickt wurde, heißt es: "2001 war ich in London, als [geschwärzt] eine Reihe meiner Freunde traf, darunter Prinz Andrew. Es wurde ein Foto gemacht, da sie (Giuffre, Anm.d.Red.) es vermutlich Freunden und Familie zeigen wollte."