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Vom Tag seines Suizidversuchs Epsteins Überwachungsvideos sind weg

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Epstein soll sich in seiner New Yorker Gefängniszelle erhängt haben.

(Foto: Montage n-tv)

Im August nimmt sich der Sexualstraftäter Epstein in seiner Gefängniszelle das Leben. Nur wenige Wochen vorher scheitert sein erster Suizidversuch. Von besagter Nacht sollte es eigentlich Überwachungsvideos geben. Doch die sind nun offenbar spurlos verschwunden.

Der Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der sich in der Nacht zum 10. August in seiner Gefängniszelle das Leben nahm, wird immer mysteriöser. Als wäre es für die Staatsanwaltschaft nach seinem Tod nicht schon schwer genug, die gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe vollständig aufzuklären - da scheinen nun auch brauchbare Beweise einfach zu verschwinden.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Wie das US-Promiportal "TMZ" berichtet, sind der Staatsanwaltschaft wichtige Überwachungsaufnahmen aus einem New Yorker Gefängnis abhanden gekommen. Die Videos sollen aus einer Nacht im Juli stammen, in der Epstein erstmals versucht haben soll, sich umzubringen. Das habe die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor Gericht bekanntgegeben. Demnach könne weder sie noch die Polizei sich erklären, was mit den Aufnahmen geschehen sei.

Wie "TMZ" weiter berichtet, könnten die fehlenden Videos eine Menge Ärger für Epsteins Zellennachbar bedeuten. Dem Ex-Polizisten Nick Tartaglione wird vorgeworfen, den verstorbenen Unternehmer in dieser Nacht angegriffen zu haben. Er selbst behauptet, er habe versucht, Epstein zu retten. Um seinen Namen reinzuwaschen, bat Tartaglione das Gericht zwei Tage nach Epsteins gescheiterten Suizidversuch, sich das Beweismaterial genau anzuschauen. Doch das ist nun nicht mehr möglich.

Viele Verschwörungstheorien, keine Beweise

Über Epsteins Selbstmord ranken sich viele Verschwörungstheorien - hauptsächlich, weil er in einer Hochsicherheitseinrichtung inhaftiert war und trotz seines gescheiterten Suizidversuchs im Juli nicht rund um die Uhr überwacht wurde. Dem offiziellen Befund der New Yorker Gerichtsmedizin zufolge deuteten die Verletzungen des Milliardärs auf einen Tod durch Erwürgen hin. Hinweise auf Fremdeinwirkung liegen nicht vor. Daran wurden Zweifel laut, nachdem Epsteins Bruder einen Pathologen engagierte. Dieser widersprach dem offiziellen Befund der Behörden und sagte, dass der Investmentbanker ermordet worden sei.

Einige Kritiker fühlen sich dadurch in ihrer Annahme bestärkt, dass Epstein im Auftrag von einflussreichen Prominenten ermordet worden sei, damit er keine kompromittierenden Informationen über sie preisgeben konnte. Auch US-Präsident Donald Trump teilte auf Twitter Verschwörungstheorien, in denen er Ex-Präsident Bill Clinton für Epsteins Tod verantwortlich machte. Trump selbst wird jedoch ebenso unterstellt, in eine vermeintliche Vertuschung verwickelt zu sein. Sowohl Clinton als auch Trump pflegten bis Anfang der 2000er-Jahre Kontakte zu dem Unternehmer. Für diese Anschuldigungen gibt es allerdings keine Beweise.

Epstein wird vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Er galt als bestens vernetzt. Auch sein Freund Prinz Andrew ist in den Skandal verwickelt. Er soll eine ehemalige Sexsklavin Epsteins, Virginia Giuffre, bei drei Gelegenheiten missbraucht haben. Giuffre gibt an, bei einem Übergriff minderjährig gewesen zu sein. Wegen früherer Vergehen war Epstein bereits 2008 zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Quelle: ntv.de, lri