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"Der letzte Tango in Paris" Filmszene zeigt echten sexuellen Missbrauch

Maria Schneider und Marlon Brando in dem Film

Maria Schneider und Marlon Brando in dem Film "Der letzte Tango in Paris".

imago stock&people

Ein altes Interview mit dem Regisseur von "Der letzte Tango in Paris" sorgt jetzt für einen Eklat: Die Vergewaltigungsszene zwischen Marlon Brando und Maria Schneider sei nicht einvernehmlich gewesen. Viele Schauspieler zeigen sich geschockt.

Ein jüngst wieder aufgetauchtes Interview aus dem Jahr 2013 von Bernardo Bertolucci, Regisseur des Filmes "Der letzte Tango in Paris", hat nun brisante Details ans Licht gebracht. Bertolucci gab darin an, dass die Vergewaltigungsszene mit Marlon Brando vorher nicht mit der Schauspielerin Maria Schneider abgesprochen war, berichtete die britische "Daily Mail".

Er habe Schneider im Vorfeld nichts davon erzählt, damit sie die Wut und Erniedrigung nicht spielen, sondern wirklich fühlen solle. "Ich wollte, dass sie wie eine Frau reagiert, nicht wie eine Schauspielerin", begründete der Regisseur seine Entscheidung. Bertolucci sprach in dem Interview außerdem davon, dass ihm und Brando die Idee gekommen sei, Butter für diese Szene zu verwenden.

Die besagte Szene des 1972 veröffentlichten Films beginnt damit, dass Paul, gespielt vom damals 48-jährigen Marlon Brando, Jeanne, gespielt von der damals 19-jährigen Maria Schneider, rüde auffordert, Butter aus der Küche zu holen. Jeanne beschwert sich darüber und stellt die Butterdose auf dem Boden ab. Darauf wird sie von Paul überwältigt und zum Analverkehr gezwungen, bei dem er die Butter als Gleitmittel verwendet. Jeanne liegt danach weinend auf dem Boden.

Für diese von den Kritikern als sehr authentisch beurteilte Darstellung des sexuellen Missbrauchs, wurde Maria Schneider damals gefeiert. Bertolucci gab jedoch zu, "schrecklich" zu Schneider gewesen zu sein, da er sie nicht in diese Pläne eingeweiht hatte. "Natürlich penetrierte Marlon sie nicht wirklich. Aber da wir ihr nicht vorher gesagt hatten, was kommt, war es wie eine echte Vergewaltigung ... Ich denke, dass sie mich und Marlon gehasst hat, weil wir ihr nichts sagten", fügte er noch hinzu.

Keine Entschuldigung

Maria Schneider ging schon 2007 damit an die Öffentlichkeit, dass sie sich in besagter Szene "ein wenig vergewaltigt" gefühlt habe. Die Szene habe nicht im originalen Skript gestanden und sie wäre erst unmittelbar davor von Marlon Brando darüber informiert worden. "Ich hätte meinen Agenten oder einen Anwalt anrufen müssen und zum Set bestellen sollen, denn man kann jemanden nicht einfach dazu zwingen, etwas zu tun, dass nicht im Skript steht, doch das wusste ich damals noch nicht", sagte Schneider der "Daily Mail". Brando habe vorher zu ihr gesagt, es sei nur ein Film, doch während der Szene habe sie trotzdem echte Tränen geweint. Brando habe sich nach der Szene auch nicht bei ihr entschuldigt.

Nach ihrem Erfolg in "Der letzte Tango in Paris" wurde Schneider das Image der freizügigen Französin nicht mehr los und bekam vorrangig Filmangebote mit sexuellem Inhalt. Bertolucci sagte, Schneider habe ihm immer vorgeworfen, ihr mit der Rolle die Jugend geraubt zu haben. 2011 erlag Maria Schneider den Folgen einer langen Krankheit im Alter von nur 58 Jahren.

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Zahlreiche Stars reagierten auf diese Enthüllungen geschockt und machten ihrem Ärger auf Twitter Luft. "Captain America"- Star Chris Evens schrieb beispielsweise: "Wow, ich werde mir nie wieder auf dieselbe Weise diesen Film oder Bertolucci oder Brando ansehen können. Das ist mehr als ekelerregend. Ich bin wütend."

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"Westworld"- Star Evan Rachel Wood schrieb: "Das ist abscheulich und bricht mir das Herz. Die zwei waren wirklich kranke Leute, dass sie das als richtig erachteten."

Quelle: n-tv.de, sro

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