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"Denken, der lebt nimmer lang" Franz Beckenbauer ist auf rechtem Auge blind

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Erlitt einen Augeninfarkt: Franz Beckenbauer.

(Foto: imago images / Spöttel Picture)

Das Strafverfahren gegen ihn wurde vor rund einem Monat eingestellt. Doch Franz Beckenbauer plagen derzeit noch andere Sorgen. Sein Gesundheitszustand beispielsweise. Über diesen spricht er nun in einem seltenen Interview.

In den vergangenen Jahren hat sich Franz Beckenbauer in der Öffentlichkeit rar gemacht. Viel ist nicht mehr über das Privatleben des ehemaligen Fußballstars bekannt, der 1974 als Spieler die Weltmeisterschaft gewann und 1990 als Trainer. Was allerdings bekannt ist: Um den Gesundheitszustand des 77-Jährigen steht es schon länger nicht allzu gut.

Über seine Verfassung hat er nun in einem seltenen Interview gesprochen. Diese sei einer der Gründe, weshalb er sich selten in der Öffentlichkeit zeige und auch nicht zum Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am heutigen Mittwoch bei der Weltmeisterschaft nach Katar gereist sei. "Das letzte Mal war ich vor einem Jahr in einem Stadion. Wissen Sie, das ist ganz schön anstrengend", erklärt er der Zeitschrift "Bunte". "Jeder fragt mich, wie es mir geht, und ich muss dann jedem das Gleiche sagen."

Auf einem Auge habe er "einen sogenannten Augeninfarkt" erlitten, so Beckenbauer. "Rechts sehe ich leider nichts mehr. Damit komme ich klar. Und mit dem Herzen muss ich aufpassen." Der ehemalige Star des FC Bayern München leidet seit 2016 an Herzproblemen und erhielt seitdem drei Bypässe. Er bekomme derzeit auch viel Fan-Post mit der Bitte um ein Autogramm, verrät der 77-Jährige. Diese beantworte er gern selbst. "Die Leute denken wohl, der lebt nimmer lang. Aber ich versuche, euch noch eine Weile erhalten zu bleiben", fügt Beckenbauer hinzu.

Strafverfahren gegen Beckenbauer eingestellt

Kraft ziehe er aus seiner gleichnamigen Stiftung, die in diesem Jahr 40. Jubiläum feiert und in dessen Vorstand er mit seiner Ehefrau Heidi sitzt. "Eine Stiftung ist ja für die Ewigkeit gemacht. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es weitergeht, auch wenn du selbst nicht mehr da bist", sagt Beckenbauer. Die Franz-Beckenbauer-Stiftung hilft Menschen in Not und hat bereits mehr als 30 Millionen Euro an Spendengeldern eingesammelt.

Als Organisationschef der WM 2006 in Deutschland war Franz Beckenbauer heftig in die Kritik geraten. Gegen ihn und mehrere ehemalige Bosse des Deutschen Fußballbunds (DFB) wurde 2015 ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung eröffnet. In dem Verfahren, das vor einem Monat eingestellt wurde, ging es um eine Zahlung des DFB von 6,7 Millionen Euro, die als Mitfinanzierung einer Eröffnungsgala deklariert worden war, aber nie stattfand.

Die 6,7 Millionen Euro wurden 2005 vom deutschen WM-Organisationskomitee über den Weltverband FIFA mutmaßlich an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen. Drei Jahre zuvor war genau diese Summe offenkundig in Form von Vorleistungen von Beckenbauer und Louis-Dreyfus an den früheren FIFA-Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam nach Katar geflossen. Zu den Hintergründen dieser dubiosen Geldflüsse hat Beckenbauer stets geschwiegen. Seine Behauptung, ehrenamtlich für die WM zu arbeiten, erwies sich später als unwahr.

Quelle: ntv.de, lpe

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