Auch mit 80 "no Problemo""Hallo, hier ist Olaf, euer Flipper"

Der Film-Delfin Flipper ist gerade mal Anfang 60. Darüber kann Olaf der Flipper mutmaßlich nur müde lächeln. Sänger Olaf Malolepski feiert schließlich jetzt bereits seinen 80. Geburtstag - und blickt hochzufrieden nach hinten und nach vorn.
Kann sein, dass man ihn einfach gemütlich schlendernd in der Innenstadt seiner Wahlheimat Bretten im Kreis Karlsruhe trifft. Kann sein, dass er sich einfach mit an den Stehtisch stellt beim örtlichen Weinfest. Kann sein, dass man ihm einfach beim Spaziergang im Wald begegnet. Olaf Malolepski, vormals Sänger der legendären Schlagerband Die Flippers, gibt sich nicht nur gerne volksnah. Er ist es.
Bodenständig, spektakulär freundlich, ohne Allüren - und bis heute sagenhaft erfolgreich. "Hallo, hier ist Olaf, euer Flipper", so begrüßt er standardmäßig seine Fans. Am 27. März wird er 80 Jahre alt. Und er ist längst Kult.
Mit der Band Die Flippers schrieb Malolepski Musikgeschichte und feierte enorme Erfolge: 1967 kam der in Magdeburg geborene Sänger zu der 1964 gegründeten Band. Die Flippers entwickelten sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Schlagercombos aller Zeiten. Sie verkauften Millionen ihrer fast 50 Alben und bekamen 31 Mal Gold und sieben Mal Platin. Unter ihren Allzeithits sind "Weine nicht, kleine Eva", "Die rote Sonne von Barbados" oder "Lotusblume".
Stets ein Kettchen um den Hals
Vor rund 15 Jahren löste sich die Band auf. Aber Olaf, der ein Kettchen mit einem vergoldeten Delfin-Talisman stets um den Hals trägt, machte einfach immer weiter. Und sein Erfolg wurde keineswegs weniger, im Gegenteil. Als Solokünstler legte er nämlich noch eine gehörige Schippe drauf und verbreitet seither erst recht gute Laune in Dauerschleife.
Vor allem die letzten Jahre verhalfen ihm nochmals zu enormer Popularität. Mit dem Song "Wir sagen danke schön" feierte er einen Riesenerfolg in den Charts, er trat 2023 sogar als Überraschungsgast beim Musikfestival Rock am Ring auf und stahl dort Rappern und Rockern die Show.
"Die Musik bedeutet mir wahnsinnig viel. Ich spiele immer noch Gitarre, ich komponiere", erzählt er. "Das ist etwas, wofür ich immer noch brenne."
Überraschungserfolg in England
Er nahm mit dem Schweizer Schlagerstar Vincent Gross den Song "Drinking wine - feeling fine" auf, schaffte es auch in die britischen Charts und performte dafür gemeinsam mit Gross im vergangenen Jahr sogar in England - vor rund 20.000 Fans beim BBC Radio Open Air. Und das, obwohl der Titel des Liedes auch die einzigen englischen Worte sind - den britischen Fans war's egal, sagt er.
Aus den Partymeilen Mallorcas sind seine Songs ebenfalls nicht wegzudenken, er trat neben Rock am Ring auch beim nordrhein-westfälischen Techno Festival Parookaville auf und war und ist Gast in zahllosen Fernsehshows.
Zehn Alben hat er seit dem Ende der Flippers veröffentlicht, das elfte namens "Weltklasse" kommt im Juni raus. Olaf der Flipper tourt regelmäßig durch die Lande und will es auch im Jahr seines 80. Geburtstages noch einmal wissen. Gemeinsam mit Tochter Pia startet Malolepski im September eine Tournee.
55 Jahre verheiratet
Sich bei all dem Erfolg wichtig nehmen, das war seine Sache nie. Man fühle sich sofort von ihm umarmt, sagte der Ex-Ski-Rennläufer Christian Neureuther, mit dem Olaf Malolepski Golf spielt, in einer Doku über den Musiker. "Das ist eine Eigenschaft, die nur die ganz großen haben." Nie habe Olaf die Bodenhaftung verloren, ergänzte der Schlagersänger und Moderator Andy Borg.
Überhaupt wirkt Olaf der Flipper einfach immer fröhlich und aufgeräumt, größere Brüche in seiner Biografie sind nicht bekannt. "Im Prinzip mache ich alles, was mir Spaß macht", sagt er. Seine neueste Single heißt bezeichnenderweise dann auch "No Problemo" - es geht darin, wie könnte es anders sein, um gute Laune, Dolce Vita und Amore.
Auch bei letzterem, der Liebe, hat er übrigens Glück: Denn neben seinem baldigen 80. Geburtstag feierte er kürzlich auch den 55. Hochzeitstag mit seiner Frau Sonja. "Ich habe eine klasse Ehe", schwärmt er. Und dann ist da noch das 65. Bühnenjubiläum. 2026 ist ein Jahr der Jubiläen.
"Meine Musik ist gleich geblieben"
Gerne tritt er in schwarzer Hose, schwarzem Hemd und rotem Glitzerjackett auf und performt - nicht nur vor seinen treuen und in die Jahre gekommenen Fans aus Flippers-Zeiten, sondern durchaus auch vor jüngerem Publikum. Die nämlich entdeckten seine Schlager nach dem Hit "Wir sagen danke schön" gerade neu und kramten unter den Schallplatten-Schätzen der Eltern nach alten Flippers-Platten, erzählt er. "Meine Musik ist im Grunde gleich geblieben. Und das feiern die Menschen, auch viele junge Menschen."
Wer über Schlager lästert - an Olaf perlt das ab. "Es gibt keine gute oder schlechte Musik. Es gibt nur Musik, die einem gefällt, oder Musik, die einem nicht gefällt." Er wolle Menschen unterhalten und Freude bereiten. Die Zeit scheint an ihm spurlos vorüberzugehen. Zwar hat er das Tennisspielen aufgegeben, aber Golf spielen oder laufen, das macht er immer noch.
Auf den Plattformen Instagram und Facebook postete er kürzlich in Vorbereitung auf seine nächsten Shows und die September-Tournee gleich mal ein Video für seine Fans: Mit wie immer dunkel getönten und schön geföhnten Locken joggt er auf die Kamera zu. "Ich trainier', dass ich topfit auf der Bühne bin", schnauft er etwas kurzatmig, aber ungebrochen lächelnd in die Kamera.
Vorbild Johannes Heesters
"Ich bin ein positiver Mensch", sagt er. "Und das, was mal nicht so läuft, vergesse ich schnell." Aber es läuft für Olaf den Flipper. Und mit Blick auf sein Leben, seine Karriere, seine Familie mit zwei Kindern und zwei Enkeln steht für ihn fest: "Ich würde alles genauso wieder machen."
Dennoch wird er mit Blick auf seinen jetzigen 80. Geburtstag ein wenig nachdenklich: "Ab und zu kommt dann ja schon der Gedanke, dass man so viel Zeit ja nicht mehr hat." Gleichwohl demonstriert er Gelassenheit: "Wenn der liebe Gott sagt: 'Komm', du machst jetzt noch ein bisschen weiter', dann mach' ich das! Und wenn es dann halt nicht mehr so ist, dann ist es halt so."
Da er sich nach wie vor gesund und munter fühle, habe er "gerade wieder beim Kaffee zu meiner Frau gesagt: 'Mensch, im Prinzip haben wir alles richtig gemacht und wir hatten viel, viel Glück im Leben.'"
Sein Vorbild für die kommenden Jahre: Der 2011 verstorbene Schauspieler und Sänger Johannes Heesters, der 108 Jahre alt wurde. Sein Motto: "Nicht immer Trübsal blasen", vergessen, was einem nicht so gefällt und immer nach vorne schauen. "Ja, das ist so meine Philosophie", sagt Malolepski. "Kann vielleicht nicht jeder, aber ich versuche es."