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Hoher Drogen- und Alkoholkonsum Harry: "Mental stand ich völlig neben mir"

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Prinz Harry lebt mit seiner Familie in den USA.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Seit Jahren setzt sich Prinz Harry mit dem Thema psychische Gesundheit auseinander. Nun spricht der 36-Jährige in einer Doku-Serie über die Bewältigung seiner eigenen mentalen Probleme. Dabei thematisiert der Royal auch seinen zeitweise hohen Alkoholkonsum.

Prinz Harry hat nach eigenen Worten lange mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. "Wenn die Leute mich fragten: 'Wie geht's Dir?', sagte ich 'okay'. Nie glücklich, nie traurig, einfach nur okay", sagt der 36-Jährige in einer neuen Doku-Serie. "Okay war die einfache Antwort. Aber mental stand ich völlig neben mir." Die Zeit etwa von 28 bis 32 sei der reinste Albtraum für ihn gewesen.

Die Serie trägt den Titel "The Me You Can't See" ("Das Ich, das Du nicht siehst") und wurde von Prinz Harry und US-Moderatorin Oprah Winfrey für den Streamingdienst von Apple produziert. Thema der Serie ist psychische Gesundheit. Neben den beiden sind darin auch die Sängerin Lady Gaga und die Schauspielerin Glenn Close zu sehen.

Um mit seinen Gefühlen fertig zu werden, habe er zeitweise zu Drogen und Alkohol gegriffen, erzählt Harry. "Ich war bereit zu trinken, ich war bereit, Drogen zu nehmen (...)". Er habe an einem einzigen Freitag oder Samstag Alkohol für eine ganze Woche getrunken, "nicht, weil mir das Spaß gemacht hat, sondern weil ich versucht habe, etwas zu verbergen", so der 36-Jährige.

Seine Mutter Prinzessin Diana starb im Jahr 1997 auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall in Paris, als Harry erst zwölf Jahre alt war. Über ihre Beerdigung, bei der er gemeinsam mit seinem Bruder William und weiteren Familienmitgliedern vor den Augen Zehntausender Menschen kilometerweit hinter dem Sarg hinterhergehen musste, sagt er: "Es war, als hätte ich meinen Körper verlassen". Er habe nur ein Zehntel der Emotionen gezeigt, die alle anderen zeigten und gedacht: "Das war meine Mutter - ihr habt sie noch nicht einmal jemals getroffen."

"Panikattacken, starke Angstgefühle"

In seiner Familie sei nicht über den Tod Dianas gesprochen worden, so Harry weiter. Sein Vater habe immer zu ihm und seinem Bruder William gesagt: "So war es für mich, dann wird es auch für euch so sein." Das ergebe aber keinen Sinn. "Der einzige Weg, sich zu befreien und auszubrechen, ist, die Wahrheit zu sagen", so Harry. Er werde sich nie wieder zum Schweigen bringen lassen.

Harry spricht in der Serie auch über seine Angstzustände: "Bevor ich das Haus verließ, lief mir der Schweiß herunter, mein Pulsschlag war ... ich war im Kampf- oder Fluchtmodus. Panikattacken, starke Angstgefühle", sagt Harry. Er habe Ärzte, Therapeuten und Alternativ-Therapeuten aufgesucht. Erst seine heutige Ehefrau Meghan habe die Wende gebracht: "Ich wusste, wenn ich keine Therapie mache und mich wieder in Ordnung bringe, werde ich diese Frau verlieren."

Harry hat sich seit Langem dem Thema psychische Gesundheit verschrieben. Im März nahm er einen Job bei dem Coaching-Unternehmen Better Up in San Francisco an. Die Firma wirbt damit, die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern durch individuelles Coaching und Datenanalyse erheblich verbessern zu können.

Im vergangenen Jahr hatten sich Harry und seine Frau Meghan vom britischen Königshaus losgesagt und angekündigt, finanziell unabhängig zu werden. Sie schlossen millionenschwere Verträge mit den Streamingdiensten Netflix und Spotify ab. Die beiden leben inzwischen im kalifornischen Santa Barbara mit ihrem Sohn Archie. Im Sommer erwarten sie die Geburt eines Mädchens.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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