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Von Zeitungen bespitzelt Hugh Grant erhält hohe Entschädigung

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Auch ein Schauspieler hat ein Recht auf Privatsphäre: Hugh Grant.

(Foto: Reuters)

Jahrelang werden in Großbritannien Prominente von großen Zeitungshäusern durch das Anzapfen ihrer Telefone ausspioniert. Ein Betroffener ist auch Hugh Grant. Nun erstreitet der Schauspieler eine Entschädigung in sechsstelliger Höhe.

Dass er abgehört wurde, kann er nicht mehr rückgängig machen. Doch zumindest wird Hugh Grant nun dafür entschädigt. Der Schauspieler erhalte vom Zeitungskonzern "Mirror Gruppe" eine hohe sechsstellige Summe, berichten verschiedene Medien übereinstimmend. Zur "Mirror Gruppe" gehören die britischen Zeitungen "Daily Mirror", "Sunday Mirror" und "Sunday People".

*Datenschutz

Redakteure der Zeitungen sollen Grant zwischen 1998 und 2010 bespitzelt haben, indem sie seine Telefone überwachten. Auch weitere Promis wie Schauspielerin Michelle Collins und Ex-Fußball-Star Kevin Keegan sollen damals ausspioniert worden sein.

"Meine Anwältin und ich wollten diesen Rechtsstreit zu Ende bringen, weil ich unbedingt die Wahrheit hinter den hochgradigen Verschleierungen der 'Mirror Gruppe' aufdecken wollte", sagte Grant anschließend in einem Interview mit der BBC.

Grant kündigt Spende an

Auf Twitter schrieb der Schauspieler zudem: "Die 'Mirror Gruppe' hat soeben offiziell zugegeben, dass sie auf höchster Ebene versucht hat, ihre illegalen Praktiken zu verschleiern." BBC zufolge will Grant das gesamte Geld der "Hacked Off"-Kampagne spenden. Die Organisation steht seit 2011 Opfern von Abhör-Attacken durch Journalisten zur Seite.

Mitte der Nullerjahre war "News International", der britische Ableger des US-Medienkonzerns von Rupert Murdoch, wegen des Abhörens von Prominenten, Politikern und Mitgliedern der britischen Königsfamilie ins Visier der Ermittler geraten. Auch Grant war betroffen - mit "News International" schloss er bereits 2012 einen Vergleich. Murdoch wiederum schloss als Konsequenz aus dem Skandal bereits 2011 die zum Unternehmen gehörende Boulevardzeitung "News Of The World".

"Moralisch falsch"

Zugleich wurde bekannt, dass "News International" nicht der einzige Konzern war, in dem es zu Abhöraktionen gekommen war. Auch die "Mirror Gruppe" musste zugeben, dass Mitarbeiter die Telefone prominenter Persönlichkeiten, darunter ebenfalls Grant, angezapft hatten. Das wahre Ausmaß blieb jedoch im Dunkeln.

Als Teil der Einigung mit Grant gab die "Mirror Gruppe" nun zu, dass "diverse leitende Angestellte, inklusive hoher Führungskräfte, Redakteure und Journalisten, die weitverbreitete Sitte, Informationen widerrechtlich zu sammeln, geduldet, forciert oder ausgeblendet haben". Dies gelte für alle drei Blätter des Hauses und betreffe einen Zeitraum von "vielen Jahren". Ein Vertreter des Medienhauses räumte ein, dass die Aktivitäten "moralisch falsch" gewesen seien und "nie hätten passieren dürfen".

Quelle: n-tv.de, vpr/spot

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