Unterhaltung

Hochzeitsfotos im Klatschmagazin Jauch scheitert mit Menschenrechtsklage

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TV-Moderator Günther Jauch und seine Frau Dorothea Sihler-Jauch sind seit 2006 verheiratet.

(Foto: imago/Mauersberger)

Jahrelang beschäftigt "Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch die deutsche Justiz, weil er für unerlaubt veröffentlichte Fotos seiner Hochzeit entschädigt werden will. Nun muss er auch vorm EU-Menschenrechtsgerichtshof eine Niederlage einstecken.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Beschwerde von TV-Moderator Günther Jauch und seiner Frau Dorothea Sihler-Jauch gegen Deutschland abgewiesen. Jauch sah nach dem Abdruck von Fotos seiner Hochzeit im Magazin "Bunte" sein Recht auf Schutz des Privatlebens und des Eigentums verletzt. Mit seiner Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld war das Paar in Deutschland durch alle Instanzen hindurch gescheitert. Nun gab das EGMR den deutschen Gerichten recht.

Die Forderungen des Ehepaars seien "offensichtlich unbegründet gewesen", stellten die Straßburger Richter fest. Die deutsche Justiz habe "sorgfältig zwischen dem Recht auf Schutz des Privatlebens und dem Recht des Magazins auf Pressefreiheit" abgewogen. Jauch sei ein bundesweit bekannter Talkmaster, es habe daher ein "allgemeines öffentliches Interesse" an seiner Hochzeitsfeier gegeben. Im Übrigen sei der Inhalt der Reportage von den Beschwerdeführern nicht beanstandet worden. Der Text habe auch nichts Negatives enthalten, das den Ruf des Paars hätte beschädigen können. Die Entscheidung des EGMR ist endgültig, der Rechtsstreit ist damit beendet.

Sihler-Jauch hatte nach der Veröffentlichung der Bilder aus dem Jahr 2006 zunächst gegen den Verlag geklagt und Schadenersatz in Höhe von 250.000 Euro sowie 75.000 Euro Schmerzensgeld gefordert. Auch der Talkmaster selbst machte Schadenersatzforderungen geltend - scheiterte aber ebenfalls. Konkret geht es um ein Foto, das die Braut vor der Trauungszeremonie zeigt. Das Brautpaar hatte vor der Hochzeit mitteilen lassen, es wünsche keine detaillierte Reportage.

Hamburger Gericht gab Jauch teilweise recht

Lediglich vor dem Landgericht Hamburg hatte Sihler-Jauch 2008 teilweise recht bekommen. Es entschied, dass mit der Veröffentlichung tatsächlich die Privatsphäre der Klägerin verletzt wurde - und sprach der Frau des Moderators 25.000 Euro Schmerzensgeld zu, wesentlich weniger als die ursprünglich geforderten 75.000. Die Schadenersatzforderung wies das Gericht ab.

Noch im gleichen Jahr war das Urteil aber vom Hamburger Appellationsgericht mit der Begründung wieder einkassiert worden, dass das öffentliche Interesse an Jauch als einem der bekanntesten TV-Moderatoren Deutschlands und an seiner Hochzeit legitim sei. Eine Argumentation, der auch das EGMR folgte.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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