Sie nannten ihn "Saxofon-Koloss"Jazzlegende Sonny Rollins ist tot

Seit den 1940er-Jahren bringt Sonny Rollins mehr als 60 Alben heraus. Der New Yorker avanciert zu einem der größten Jazzmusiker der USA. Nun ist er gestorben. Mit seiner Musik beeinflusste er auch den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.
Im Alter von 95 Jahren ist die US-Jazzlegende Sonny Rollins gestorben. "Mit tiefer Trauer und inniger Liebe geben wir das Ableben von Sonny Rollins bekannt", hieß es auf der Online-Seite des weltweit bekannten Künstlers. Rollins sei in seinem Haus in Woodstock im US-Bundesstaat New York gestorben.
Rollins wurde ehrfürchtig der "Saxophone Colossus" (Saxofon-Koloss) genannt. Dies war der Titel eines bahnbrechenden Albums von 1956. Darauf ist auch einer seiner bekanntesten Songs zu finden: "St. Thomas".
Seit den 1940er-Jahren erschienen mehr als 60 Alben des gebürtigen New Yorkers. Darunter sind viele Kollaborationen mit Musikgrößen wie Miles Davis, Thelonious Monk oder John Coltrane. Rollins war einer der letzten noch lebenden Stars der Bebop-Generation, die den Jazz von einer vorwiegend auf Tanz und Balladen ausgerichteten Form in erstaunlich ausdrucksstarke neue Gefilde führte.
Rollins war für seine eingängigen Melodien bekannt, die oft in improvisierten und bisweilen epischen Soli entstanden sind. Der Saxofonist Branford Marsalis bezeichnete ihn neben Louis Armstrong als "den größten Improvisator in der Geschichte des Jazz". Als Barack Obama ihm 2011 die National Medal of the Arts 2010 überreichte, sagte er, Rollins habe ihn dazu inspiriert, "Risiken einzugehen, die ich sonst vielleicht nicht eingegangen wäre".
Neben seiner Leidenschaft für den Jazz praktizierte Rollins auch begeistert Yoga. Seine Yoga-Übungen hätten ihm geholfen, sich von Drogen und Alkohol fernzuhalten, sagte er vor zehn Jahren in New York. Rollins war als junger Mann heroinabhängig und eine Zeit lang obdachlos. Aufgrund einer Lungenfibrose war es ihm ab 2014 nicht mehr möglich, Saxofon zu spielen.