Unterhaltung

Albern, intelligent, unvergessen Kabarettist Herbert Feuerstein ist tot

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Herbert Feuerstein

(Foto: picture alliance / Stephanie Pil)

Zusammen mit Harald Schmidt bildet Herbert Feuerstein über Jahre ein kongeniales Duo im Unterhaltungsfernsehen. Der feinsinnige, eigenwillige und sehr gebildete Kabarettist glänzte zudem in Reiseformaten und der "Lindenstraße". Im Alter von 83 Jahren ist er nun gestorben.

Der Journalist und Entertainer Herbert Feuerstein ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das meldet der WDR. Feuerstein erlangte an der Seite von Harald Schmidt bundesweite Bekanntheit. Das Duo moderierte gemeinsam Sendungen wie "Schmidteinander" und "Pssst...".

Des Weiteren war Feuerstein als Kidnapper von Mutter Beimer in der "Lindenstraße" zu sehen sowie als Forscher und Entdecker in "Feuersteins Reisen". Der Kabarettist bot beste Unterhaltung im Dauerakkord: In "Feuersteins Nacht" unterhielt er sein Publikum jeweils zwölf Stunden lang live.

Feuerstein kam 1937 in Österreich zur Welt. Er arbeitete zunächst als Journalist, war in den USA tätig und wurde in Deutschland Chefredakteur des "Mad"-Magazins, das unter ihm äußerst populär wurde. Ab den 1990er Jahren war er vor allem im Fernsehen zu sehen, wo er für sein feinsinniges Wirken mit einer Reihe von Preisen wie dem Grimme-Preis, dem Bambi und dem Comedy-Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

"Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für 'Schmidteinander', eine Kult-Show, die Fernsehgeschichte geschrieben und vieles verändert hat. Sondern auch für seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden. So oft hat er uns zum Lachen gebracht. Heute sind wir traurig", erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow.

"Feuerstein war ein Genie - das hat er mir selbst gesagt, und ich habe es ihm bestätigt", sagte Late-Night-Legende Schmidt zum Tod seines Show-Kollegen dem WDR. "Während 'Schmidteinander' hat er mir befohlen, zuerst zu sterben - jetzt ist es anders gekommen." Weiter sagte Schmidt, bei ihrem letzten Treffen an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Berlin-Tegel habe er Feuerstein gesagt, dass er ihm im Grunde seine Karriere verdanke. "Er hat es mir bestätigt - Feuerstein ist unsterblich, zumindest solange mir noch wildfremde Leute auf Rolltreppen das Putzgeräusch der Zwergbrillenratte vorspielen", sagte der 63-Jährige. "Zum Abschied danke und leise servus auf der Nasenflöte - tschüss, Feuerstein."

Quelle: ntv.de, mba

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