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"Ihr seid nicht allein" Königin Camilla spricht Missbrauchsopfern ihre Solidarität aus

11.03.2026, 11:04 Uhr
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Königin Camilla hatte Überlebende von Gewalt und Missbrauch, Schauspielerinnen und Politikerinnen eingeladen. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Königin Camilla stellt sich in einer kraftvollen Rede ausdrücklich auf die Seite von Opfern sexueller Gewalt. Ihre Worte können durchaus als Seitenhieb gegen ihren Schwager Andrew gewertet werden.

Es war keine gewöhnliche Festrede. Als Königin Camilla am Dienstag im Londoner St. James's Palace vor geladenen Gästen sprach - Schauspielerinnen, Politikerinnen, Überlebende von Gewalt und Missbrauch -, wählte sie eindringliche Worte.

"An alle Überlebenden jeder Art von Gewalt, von denen viele ihre Geschichten nicht erzählen konnten oder denen nicht geglaubt wurde: Bitte wisst, dass ihr nicht allein seid. Wir stehen mit euch und neben euch - heute und jeden Tag - in Solidarität, Trauer und Mitgefühl", sagte die Ehefrau von König Charles III. laut "The Times". Der Empfang im Palast markierte den Internationalen Frauentag und das 15-jährige Bestehen der Organisation "Women of the World", deren Präsidentin Königin Camilla seit 2015 ist.

Die 78-Jährige trug an diesem Tag zwei rote Abzeichen: das Women-of-the-World-Logo und ein zweites mit der Aufschrift "Shame Must Change Sides" (auf Deutsch: "Die Scham muss die Seiten wechseln"). Es war ein Geschenk der Französin Gisèle Pelicot, die ihren Ex-Mann und Dutzende weitere Männer wegen jahrelanger Vergewaltigung vor Gericht gebracht und damit weltweit Aufsehen erregt hatte. Camilla hatte Pelicot im vergangenen Monat zu einem Tee im Clarence House empfangen. In ihrer Rede hob die Königin hervor, mit wie viel "Anmut, Stärke und vor allem Entschlossenheit" die Französin ihre Geschichte erzählt. Sie zitierte Pelicots Worte vor dem französischen Parlament: "Gesetze zu ändern ist weit einfacher als Einstellungen zu ändern."

Königin Camillas Worte haben vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, in den ihr Schwager Andrew Mountbatten-Windsor verwickelt ist, einen besonderen Nachhall. Der Ex-Prinz, der im Februar unter dem Verdacht der Amtspflichtverletzung festgenommen worden war, bestreitet sämtliche Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs.

Einen großen Teil ihrer Rede widmete Königin Camilla dem digitalen Raum und seiner Wirkung auf junge Männer: "Es ist im Online-Bereich, wo Jungen und junge Männer viele der Werte aufnehmen, die sie bis ins Erwachsenenalter tragen werden. Wenn Frauenfeindlichkeit und Hass hier und jetzt nicht bekämpft werden, werden wir in Zukunft weit größeren Problemen gegenüberstehen."

Die Königin forderte konkrete Veränderungen in Schulen: "Im Klassenzimmer müssen alle Kinder lernen, was Einverständnis bedeutet - und was Übergriff ist."

Zu den prominenten Gästen des Empfangs zählten unter anderem Dame Helen Mirren und Hannah Waddingham. Mirren sorgte mit einer Anekdote für Gelächter: Ihr Fahrer habe gefragt, wann denn der Internationale Männertag sei - worauf sie geantwortet habe: "Jeden verdammten Tag, alle 365."

Quelle: ntv.de, csp/spot

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