Unterhaltung

"Kunst kommt von Küssen" Kult-Regisseur Klaus Lemke ist tot

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Seinen letzten öffentlichen Auftritt bestritt der Regisseur am 24. Juni beim Münchner Filmfest.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er galt als Film-Rebell und eckte mit seiner Art oft in der Szene an. Nun ist Kult-Regisseur Klaus Lemke im Alter von 81 Jahren gestorben. Das etablierte Filmgeschäft und seine Regeln lehnte er stets ab.

Der deutsche Regisseur Klaus Lemke ist tot. Er verstarb am Donnerstag im Alter von 81 Jahren in seiner Wahlheimat München. Das berichtet unter anderem der Bayerische Rundfunk auf seiner Webseite und stützt sich dabei auf Informationen aus dem Freundeskreis Lemkes. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.

Klaus Lemke wurde 1940 im damals preußischen Landsberg an der Warthe geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf. Sein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Freiburg brach er früh wieder ab und arbeitete bereits ab 1963 als Theaterregisseur in Düsseldorf und München. Zwei Jahre später entstand sein erster Kurzfilm "Kleine Front".

Mitarbeiter aus eigener Tasche bezahlt

Erste Bekanntheit erlangte Lemke im Jahr 1967 mit dem Film "48 Stunden bis Acapulco", doch erst in den 70er-Jahren sollte ihm der endgültige Durchbruch mit Werken wie "Rocker" und "Amore" gelingen. Für letzteren Film erhielt der Regisseur und Drehbuchautor 1979 den Adolf-Grimme-Preis. Auch der Film "Brandstifter" aus dem Jahr 1969, in dem die junge Iris Berben zu sehen ist, hat längst Kultstatus. Seine Filme "Ein Callgirl für Geister" (2020), "Arabische Nächte" (1979) und "Berlin für Helden" (2012) begeisterten viele Menschen.

Weil er die steife deutsche Filmfinanzierung hasste, bezahlte er seine Mitarbeiter aus eigener Tasche - jeder bekam 50 Euro pro Drehtag. Lemke drehte außerdem viel mit Laiendarstellern und eckte mit seiner Art in der Szene oft an. Dennoch war sein künstlerischer Ansatz hoch angesehen. Insgesamt umfasst sein Werk rund 50 Filme. Seinen letzten öffentlichen Auftritt bestritt der Regisseur erst am 24. Juni beim Münchner Filmfest. Dabei trug er ein Schild um den Hals mit der Aufschrift "Kunst kommt von Küssen".

Quelle: ntv.de, can/spot

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