Unterhaltung

Zeichen des Friedens Lady Gaga berührt mit Hymne

Während 2017 bei Trumps Amtseinführung eher die Runde macht, welche Stars alle abgesagt haben, gibt es für den frischgebackenen US-Präsidenten ein ordentliches Staraufgebot. Lady Gaga trumpft mit symbolträchtiger Kleidung auf und Jennifer Lopez wechselt kurzerhand ins Spanische.

Die Show der Musikstars bei der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden beginnt mit der US-Nationalhymne, die in diesem Jahr von der Pop-Ikone Lady Gaga performt wurde. Die Musikerin erschien vor dem Kapitol in einem überdimensionalen roten Rock, schwarzen Handschuhen und einer Flechtfrisur. Das wirkt zwar fast zurückhaltend für den sonst so expressionistischen Style der 34-Jährigen, aber es ist dem Anlass nach gewählt. Denn das symbolträchtige Outfit hat eine klare Botschaft, nämlich Frieden.

So prangte an ihrem langärmeligen schwarzen Oberteil eine große goldene Friedenstaube mit Zweig im Schnabel. Bei ihrem Auftritt wird Lady Gaga, bekannt für Songs wie "Shallow" oder "Rain on me" von der Band der US-Marine begleitet. Dabei schafft sie mit ihrer kräftigen Stimme und ausdrucksstarken Performanz einen Gänsehaut-Moment.

Jennifer Lopez Outfit funkelte in der Januar-Sonne.

Jennifer Lopez' Outfit funkelte in der Januar-Sonne.

(Foto: REUTERS)

Kurz darauf schritt Jennifer Lopez ("On the Floor", "Let's get Loud") die Treppen zum Mikrofon hinunter. In einem weißen Hosenanzug mit Rüschen, bodenlangem weißen Mantel und Perlenschmuck sang die US-Musikerin vor dem Kapitol die Lieder "This Land Is Your Land" und "America the Beautiful". Zwischendrin rief Lopez, deren Eltern aus Puerto Rico stammen, den Zuhörern auf Spanisch einen Teil des Treue-Gelöbnisses der USA zu: "Eine Nation unter Gott, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jeden." Nach ihrem wenige Minuten langen Auftritt warf Lopez Luftküsschen ins Publikum und wechselte kurz einige Worte mit der neuen Vizepräsidentin Kamala Harris und anderen Anwesenden.

"J.Lo als Vorgruppe für obersten Richter"

"Das ist die erste Amtseinführung in der Geschichte, in der J. Lo die Vorgruppe für den obersten Richter ist", witzelte danach die US-Senatorin Amy Klobuchar, die durch die Zeremonie führte. Auf Jennifer "J. Lo" Lopez folgte die Vereidigung des neuen Präsidenten Biden durch John Roberts, dem obersten Richter am US-Surpreme Court.

Lady Gaga und Jennifer Lopez sind absolute Profis, was Live-Großauftritte angeht. So wurden sie beide bereits für einen Auftritt während der Fernsehübertragung des Super-Bowls in den USA ausgewählt. Doch was wäre die USA ohne Country-Musik. Allerdings nicht nur wegen der Musiktradition. Die Einladung des Country-Sängers Garth Brooks zur Amtseinführung des demokratischen Präsidenten Biden gilt als Geste der Versöhnung. Country-Musik-Fans in den USA gelten traditionell größtenteils als Anhänger der Republikaner. Brooks selbst hatte seinen Auftritt im Vorfeld als "Erklärung der Einheit" bezeichnet.

"Alle gemeinsam und vereint"

Garth Brooks hat auch für Obama gesungen.

Garth Brooks hat auch für Obama gesungen.

(Foto: AP)

Brooks, der seit den 90ern Erfolge feiert, sang das Lied "Amazing Grace". Er trat im schwarzen Anzug und Hut auf, den er abnahm, bevor er die ersten Strophen des geistlichen Liedes sang. Dann hielt er inne und forderte alle Anwesenden und die Zuschauer vorm Fernseher auf, die letzten Strophe gemeinsam zu singen. "Nicht nur die Menschen hier, sondern auch die Menschen zu Hause, bei der Arbeit, alle gemeinsam und vereint".

Nach seinem Auftritt ging Brooks zu mehreren früheren Präsidenten und anderen Anwesenden und begrüßte sie. Senator Roy Blunt erinnerte nach dem Auftritt daran, dass der ehemalige Präsident Barack Obama das Lied 2015 bei einer Trauerfeier in Charleston im Bundesstaat South Carolina gesungen hatte, nachdem ein 21-Jähriger Weißer in einer Kirche neun Afroamerikaner erschossen hatte.

Garth Brooks war auch 2009 bei einem Amtseinführungskonzert für den damaligen US-Präsidenten Obama aufgetreten, hatte 2017 aber nach eigenen Angaben eine Anfrage für einen Auftritt bei der Amtseinführung des republikanischen Präsidenten Donald Trump wegen eines bereits angesetzten anderen Konzerttermins abgesagt.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa