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R. Kelly Doku im deutschen TV Lady Gaga entschuldigt sich ebenfalls

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R. Kelly bestreitet die Vorwürfe zwar entschieden und wirft seinen Kritikern eine Rufmord-Kampagne vor, doch zahlreiche Frauen klagen ihn des Missbrauchs an. Nun äußert sich auch Lady Gaga.

Die Doku-Serie "Surviving R. Kelly" sorgt derzeit weltweit für Aufsehen: Zunächst musste im Dezember eine Premierenveranstaltung in New York wegen einer Anschlagsdrohung abgebrochen werden, dann kündigten die Anwälte des weltweit erfolgreichen R&B-Sängers und Musikproduzenten rechtliche Konsequenzen für den Fall des Starts der Serie an, die in den USA der zu A+E Networks gehörende Sender Lifetime zeigt. Die US-Erstausstrahlung von "Surviving R. Kelly" erfolgte dennoch und avancierte zum meistdiskutierten Primetime-Programm fernab des Sports. Inzwischen prüft auch die US-Justiz die in der Doku-Serie geäußerten Vorwürfe.

Nun steht fest, dass die Doku-Serie auch in den deutschsprachigen Raum kommen wird, auch wenn Interessierte die Doku bereits im Original gesehen haben dürften. A&E zeigt "Surviving R. Kelly" vom 18. bis 20. Mai 2019 täglich jeweils ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen als exklusive TV-Premiere in Deutschland, Österreich und der Schweiz. A&E gehört A+E Networks. Die Ausstrahlung erfolgt allerdings erst nach den Konzerten, die der Sänger in Deutschland bereits im April geben wird.

In "Surviving R. Kelly" erheben mehrere Frauen ihre Stimmen gegen R. Kelly und werfen ihm unter anderem sexuellen oder psychischen Missbrauch vor. Einige von ihnen sprechen ihre Vorwürfe zum ersten Mal aus. Der umstrittenen Vergangenheit R. Kellys widmen sich in der neuen Doku-Serie darüber hinaus mehr als 50 Interviews, beispielsweise mit der Bürgerrechtsaktivistin Tarana Burke, den Musikern John Legend und Stephanie Edwards alias Sparkle, der Talkshow-Moderatorin und ehemaligen DJ Wendy Williams, Ex-Frau Andrea Kelly, Ex-Freundin Kitti Jones sowie den Brüdern Carey und Bruce Kelly. Die Doku-Serie widmet sich mehreren Missbrauchsvorwürfen von 1970 bis in die Gegenwart, einige von ihnen blieben bislang in den Medien unberücksichtigt.

Emanuel Rotstein, Director Program von A+E Networks Germany will mit der Ausstrahlung ein Programm anbieten, das den Zeitgeist widerspiegelt, gesellschaftliche Tabus thematisiert und eine wichtige Diskussion in der breiten Öffentlichkeit anregt. Ob man Figuren wie R. Kelly tatsächlich eine solche Plattform geben sollte, ist - wie immer in solchen Fällen - jedoch eher ein zweischneidiges Schwert. Im besten Fall sieht man darin eine Plattform, die Frauen eine Stimme gibt, deren Missbrauchsvorwürfe bisher ungehört blieben und hofft darauf, dass die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisiert wird.

Düstere Phase

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Sie war - und ist nun wieder - wütend: Lady Gaga.

(Foto: imago/Starface)

Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen gegen Musiker R. Kelly hat sich beispielsweise Pop-Ikone Lady Gaga für ihre Zusammenarbeit mit dem Sänger entschuldigt: "Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben", teilte die Musikerin über den Kurznachrichten Twitter mit. Gleichzeitig kündigte sie an, nie wieder mit dem Musiker zusammenarbeiten und den Song "Do What U Want (With My Body)" von iTunes und anderen Streamingplattformen entfernen zu wollen.

"Ich stehe zu 1000 Prozent hinter diesen Frauen, glaube ihnen, und weiß, dass sie leiden und Schmerzen haben", kommentierte Lady Gaga. Ihre Stimmen sollten gehört und Ernst genommen werden. "Do What U Want (With My Body)" hatte die Sängerin im Jahr 2013 veröffentlicht. "Als Opfer von sexueller Nötigung habe ich Song und Video in einer düsteren Phase meines Lebens gemacht", erklärte sie.

Ihre Absicht sei es gewesen, etwas "extrem Trotziges und Provozierendes" zu schaffen, weil sie "wütend" war und ihr eigenes Trauma noch nicht verarbeitet hatte. Die beiden traten zusammen in der Late-Night-Show "Saturday Night Live" und bei den American Music Awards auf.

Quelle: n-tv.de, soe/dpa

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