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"Lassen Sie mich da raus"Jörg Kachelmann zeigt in Ulmen-Debatte klare Kante

24.03.2026, 16:19 Uhr
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Will sich in der Diskussion um Collien Fernandes und Christian Ulmen nicht vereinnahmen lassen: Jörg Kachelmann. (Foto: picture alliance / ZB)

Knapp 15 Jahre ist es her, dass Jörg Kachelmann nach einem falschen Vergewaltigungsvorwurf freigesprochen wurde. In der Diskussion um die Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen verweist manch einer nun auf seinen Fall. Doch dagegen verwehrt sich der Moderator.

Jörg Kachelmann hat in der Diskussion um die Vorwürfe digitaler Gewalt, die Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt, Position bezogen. Der 67-Jährige erklärt, er wolle nicht "als lebender Beleg" dafür herhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt.

"Gerade in dieser Jahreszeit ist es für mich schwierig, an 2010 zu denken und an den langen Kampf, bis die Schuld der Täterin zweifelsfrei festgestellt wurde", schreibt der Moderator und Wetter-Experte in einem Beitrag auf X. Kachelmann war am 20. März 2010 festgenommen worden. Er verbrachte etwa vier Monate in Untersuchungshaft, nachdem seine Ex-Partnerin ihn wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt hatte.

Ende Mai 2011 wurde Kachelmann freigesprochen. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied später, dass die Ex-Geliebte wissentlich eine unwahre Strafanzeige erstattet hatte.

"Womöglich wie beim Kachelmann"?

Mit Blick auf den Fall Christian Ulmen stellt Kachelmann in seinem X-Post nun klar: "Für mich ist es bestürzend, so oft meinen Namen unter Postings zu #Ulmen zu lesen und gegen meinen Willen als lebender Beleg dafür herzuhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt." Er lehne dies ab und fordere dazu auf, "allen Frauen mit Respekt zu begegnen, die sexualisierte und andere Gewalt anzeigen".

Es sei zwar für ihn "einerseits positiv, dass bei vielen Menschen angekommen ist, dass ich Opfer einer Falschbeschuldigung wurde", so Kachelmann. Dass er aber dadurch "grundsätzlich und in jedem Fall zu einem argumentativen Hindernis gemacht werden soll, wenn Frauen Gewalterfahrungen anzeigen und diese unter einen Generalverdacht gestellt werden, dass es 'womöglich wie beim Kachelmann' war, ist abseitig und falsch".

Kachelmann beendet seinen Beitrag mit den Worten: "Meine Solidarität gilt immer den Opfern, wo sie auch immer sind. Was mir passiert ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Lassen Sie mich raus. Danke."

Anzeige in Spanien

Collien Fernandes hat vor wenigen Tagen in einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" und später auch auf ihrer Instagram-Seite schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann erhoben. Ulmen soll demnach über Jahre im Internet Fakeprofile seiner Ehefrau erstellt und Deepfake-Pornos verbreitet haben.

Fernandes erstattete dem "Spiegel"-Bericht zufolge Ende 2025 Anzeige in Spanien, dort hatten die beiden zuletzt gelebt. Die Vorwürfe lauten dem Bericht zufolge unter anderem auf Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung.

Das Gericht leitete laut "Spiegel" "sogenannte Vorermittlungen" ein. Ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei aktuell offen.

Nach dem Magazin-Bericht meldete sich der Anwalt zu Wort, der die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen vertritt. Er nannte die Berichterstattung "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig". Man sei beauftragt worden, gegen den "Spiegel" rechtliche Schritte einzuleiten. Es handele sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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