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"Wer wird Millionär?"Lidl-Filialchef warnt Jauch vor versteckter Kamera – und verrät Ausrede

16.03.2026, 23:17 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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Studio Beinahe gingen Jauch am Abend die Kandidaten aus. Aber eben nur beinahe.

Der Self-Check-out bei Lidl stresst Jauch künftig noch mehr. Ein Filialleiter verrät, wie stark Kunden wirklich überwacht werden – aber auch einen "Hack": "Jetzt haben Sie eine Ausrede!" Ein Alba-Berlin-Trainer kam über die Balkanroute und fast gehen WWM die Kandidaten aus.

Viel hätte nicht gefehlt und die letzte Auswahlkandidatin bei "Wer wird Millionär?" wäre zwangsläufig auf den heißen Stuhl gekommen. "Langsam mache ich mir Sorgen. Wenn hier keiner mehr sitzt am Ende der Sendung, dann stelle ich mir die Fragen selber", meinte Günther Jauch in der Sendung vom Montagabend nur halb im Spaß. Denn da waren nur noch zwei der ursprünglich sechs Auswahlkandidaten übrig geblieben.

In der ersten Sendung seit Langem ohne Überhangkandidat konnte Ben Farkaš aus Solingen gleich voll durchstarten. Der Leiter einer Lidl-Filiale in Solingen war mit Abstand am schnellsten darin, prominente Töchter ihren berühmten Müttern zuzuordnen. Der 39-jährige Vater dreier Kinder erzählte freimütig aus dem Discounter-Alltag – inklusive unappetitlicher Hinterlassenschaften, die er so aus den Regalen fischen darf.

WWM: Überwachung bei Lidl

Angesichts seines Erinnerungsfotos mit einer überdimensionierten, befleckten Unterhose schüttelte sich nicht nur Jauch vor Ekel. Farkaš teilte aber auch hilfreiche Tipps. In Jauchs Lidl-Filiale wurden kürzlich Selbstbedienungskassen eingerichtet – sehr zum Leidwesen des "Wer wird Millionär"-Gastgebers. "Ich habe immer Angst, dass ich was falsch mache, dass einer hinter mir her rennt, ich hätte was vergessen", erzählte Jauch.

Farkaš verstärkte diese Furcht noch. In seiner Filiale würden Kameras die Waren erfassen und grob abgleichen, ob das mit dem übereinstimme, was da gescannt würde, berichtete der Filialleiter. Falls nicht, könne es an der Schranke am Ausgang eine Zwischenkontrolle geben. "Peinlich, oder?", befürchtete Jauch.

Farkaš wusste zum Glück eine Lösung. Der Filialschlüssel löse das Warnsystem an der Schranke ebenfalls aus. Wenn er in Privatklamotten durchlaufe, gebe er Kunden immer Entwarnung. Jauch sprang sofort auf den Zug auf: "Ey, ist der Schlüssel!" "Jetzt haben Sie eine Ausrede. Dann kommen Sie durch", freute sich Farkaš.

Der 39-Jährige kam solide durch die Runden und hatte zudem Glück mit seinen Jokern. Er stieg glücklich mit 16.000 Euro aus und wollte Jauch aber noch unbedingt ein Versprechen abnehmen: "Meine Tochter wird in sechs Jahren volljährig. Die hat gesagt, Sie sollen so lange noch durchhalten, dann übernimmt sie die Sendung – nicht, dass der Pflaume kommt, ja?" Jauch meinte unter dem Applaus des Studiopublikums: Werde ich ausrichten.

Anschließend sorgte Sabine Elshof aus Düsseldorf mit dafür, dass die Zahl der Auswahlkandidaten in dieser Sendung rasch dahinschmolz. Sie verabschiedete sich mit 8000 Euro, schien damit aber nicht unglücklich zu sein und will ihrer Tochter nun den Führerschein bezahlen.

Ex-Nationalspieler bei Jauch

Ambitionen auf eine höhere Gewinnsumme brachte anschließend Vladimir Bogojevič mit. Der 49-Jährige ist Assistenztrainer bei den Basketballern von Alba Berlin und hat einst mit Dirk Nowitzki in der Nationalmannschaft gespielt. Er sei 1992 über die Balkanroute nach Deutschland gekommen, erzählte der gebürtige Serbe. Seine Mutter habe wegen seiner bevorstehenden Musterung während des Jugoslawien-Kriegs Angst gehabt.

Zum Glück konnte eine Großtante in Gießen den 16-Jährigen aufnehmen. Ein erfolgreiches Probetraining beim MTV 1846 Gießen eröffnete ihm den Weg zu einer Profikarriere und einer beschleunigten Einbürgerung. Reich wird man als Basketballtrainer in Deutschland aber nicht. "Wäre ich jetzt Trainer bei einem Fußballverein, hätte ich mich möglicherweise für diese Sendung nicht beworben", meinte Bogojevič.

Zumindest äußerlich völlig ruhig spielte sich der Vater zweier Töchter von einer Runde zur nächsten. Den ersten Joker brauchte er erst bei der 16.000-Euro-Frage, in der es um den New Yorker Bürgermeister und Donald-Trump-Widersacher Zohran Mamdani ging. In der nächsten Runde wusste sein ornithologisch interessierter Zusatzjoker ganz genau, dass Fachleute vom "Hassen" sprechen, wenn Vögel plötzlich auf potenzielle Feinde losgehen.

Dass der ehemalige Nationalspieler bei "Wer wird Millionär?" voll auf Risiko ging, wurde klar, als 64.000 Euro auf dem Spiel standen. "In welchem Roadmovie wollen die Protagonisten zum Mardi-Gras-Karneval in New Orleans?", fragte Jauch. Zur Auswahl standen: "Easy Rider", "Rain Man", "Thelma & Louise" sowie "Little Miss Sunshine". Das Publikum produzierte wie häufiger an diesem Abend ein gemischtes Ergebnis.

WWM: Zocken mit "Easy Rider"

"Da hatten wir schon mal eindeutigere Ergebnisse", kommentierte Jauch angesichts von 47 Prozent für "Easy Rider" und 28 Prozent für "Thelma & Louise". Bogojevičs Telefonjoker mochte nur "Rain Man" ausschließen. Vielleicht spielte bei der anschließenden Entscheidung eine Rolle, dass der 49-Jährige sich bereits vor zehn Jahren das erste Mal bei "Wer wird Millionär?" beworben hat. So schnell wollte er sich nicht geschlagen geben.

Anstatt mit 32.000 Euro auszusteigen, atmete er kurz durch und sagte plötzlich gewohnt ruhig: "Ich nehme A." Nachdem Jauch ihn erlösen konnte, fiel dem Kandidaten doch ein Stein vom Herzen und auch seine Ehefrau im Publikum hatte sichtlich genug. Vielleicht hatte Bogojevič ja auch eher mit "Easy Rider" geliebäugelt, weil er selbst eine Harley Davidson fährt. "Das ist eine Midlife-Crisis", kommentierte Jauch. Bogojevič holte mit 64.000 Euro die höchste Gewinnsumme dieses Abends. Das Geld wird dringend gebraucht, er und seine Frau bauen gerade in Berlin-Charlottenburg ein Haus.

Leider gab es in dieser Ausgabe von "Wer wird Millionär?" auch einen Pechvogel. Deutschlehrerin Johanna Waskewitz scheiterte ausgerechnet an Friedrich Schillers "Das Lied von der Glocke". Und sie müsste allein schon wegen ihres Freundes in einem Pechvogel-Special zurückkehren.

Zunächst einmal kam Waskewitz in den Genuss einer wahren Perle der Fragenredaktion von "Wer wird Millionär?" Die hatte sich für die 100-Euro-Frage "Wie könnte man den Lebenslauf von so manchem Pferd bezeichnen?" die schöne Antwort "Rossvita" einfallen lassen. Nur fünf Runden später musste Jauch leider verkünden: "Um es mit Konrad Adenauer zu sagen: Die Situation ist da."

Für 2000 Euro sollte Waskewitz wissen, was laut Schiller fest gemauert in der Erden steht. Das Publikum votierte zu 52 Prozent für "der Turm", 42 Prozent waren hingegen für "die Form". Die junge Lehrerin schloss sich der knappen Mehrheit an – und stürzte auf 500 Euro herab. Waskewitz schlug erschrocken die Hand vor den Mund, trug das frühe Aus aber mit Fassung. Ihr Freund im Publikum war hingegen sichtlich erschüttert und wischte sich Tränen aus dem Augenwinkel, als die Lehrerin das Studio verließ.

Dann waren von den einst sechs Gästen nur noch Philip Kern und Annalena Klein über. Beide fielen in der Auswahlrunde durch (Jauch: "Sie wollen nicht mehr mitspielen"), dann setzte sich wenige Minuten vor Ende der Sendung doch noch der 31-jährige Softwareentwickler aus Bühl durch. Er war allerdings ein wenig neben der Spur – vielleicht auch, weil sein drei Monate alter Sohn ihm den Schlaf raubt. Kern kehrt nächsten Montag mit der 4000-Euro-Frage zurück. "Dann aber auf Angriff", schrieb ihm Jauch ins Stammbuch.

Quelle: ntv.de

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