Nach Bildern mit SauerstoffgerätMette-Marit nimmt an Audienz teil

Der Epstein-Skandal, der Prozess gegen ihren Sohn und ihre gesundheitlichen Probleme - für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit kommt es derzeit knüppeldick. Nun nimmt sie mal wieder einen offiziellen Termin wahr, nachdem zuvor besorgniserregende Bilder von ihr aufgetaucht waren.
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat zum ersten Mal seit Langem wieder einen offiziellen Auftrag für das Königshaus wahrgenommen. Gemeinsam mit ihrem Mann, Kronprinz Haakon, nahm sie an einer Audienz anlässlich des Staatsbesuchs des belgischen Königspaares teil. Es war ihr erster Auftritt im Dienste des Palasts seit Januar.
Nur kurz zuvor hatten andere Aufnahmen der Kronprinzessin für Aufsehen gesorgt und die Frage aufgeworfen: Hat sie sich mit ihrem Interview zum Epstein-Skandal womöglich körperlich zu viel zugemutet? So berichtete etwa die Zeitschrift "Se og Hør", Mette-Marit habe nach dem Gespräch mit dem Sender NRK angeschlagen gewirkt. Ihr Ehemann sei mit einem Sauerstoffgerät für die 52-Jährige gesichtet worden. Schnappschüsse hätten das Paar vor dem Eingang einer Notaufnahme gezeigt.
Die Zeitung "Dagbladet" veröffentlichte am Wochenende ebenfalls Bilder von Mette-Marit, die sie wiederum bei einem Spaziergang mit Haakon zeigten. Auch auf ihnen war eine Apparatur zu sehen, bei der es sich um ein tragbares Beatmungsgerät gehandelt haben soll.
Mette-Marit leidet an Lungenfibrose
Mette-Marit leidet an einer chronischen Lungenfibrose. Das norwegische Königshaus hatte Ende 2025 bekannt gegeben, dass sich die Erkrankung verschlimmert habe. Der Gesundheitszustand der Kronprinzessin sei mittlerweile so ernst, dass sie auf eine mögliche Lungentransplantation vorbereitet werde.
Ende der vergangenen Woche hatte sich Mette-Marit in dem 20-minütigen Interview mit NRK zum Epstein-Skandal geäußert. Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der 2019 in einer Gefängniszelle starb, wird beschuldigt, zahlreiche Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an einflussreiche Persönlichkeiten vermittelt zu haben.
Seit das US-Justizministerium unzählige Seiten der Epstein-Ermittlungsakten veröffentlicht hat, steht fest, dass Mette-Marit einen deutlich engeren Kontakt zu Epstein pflegte, als zuvor bekannt war. Nahezu 400 Nachrichten und E-Mails zwischen ihr und Epstein aus den Jahren 2011 bis 2014 sind dokumentiert. Zudem gab es mehrere Treffen, wie unter anderem die norwegische Zeitung "VG" berichtete. Bereits 2008 war Epstein wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden.
"Familie im Mittelpunkt"
"Ich wünschte mir natürlich, ich hätte ihn nie kennengelernt. Es ist mir unglaublich wichtig, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ich seinen Hintergrund nicht genauer überprüft habe", sagte die Kronprinzessin NRK. Sie wolle auch die Verantwortung dafür übernehmen, "dass ich mich so manipulieren und täuschen ließ, wie es geschehen ist". Sie verdiene jedoch kein Mitleid. Vielmehr hätten all die Opfer, die den schweren Übergriffen ausgesetzt waren, Gerechtigkeit verdient.
Dass sie sich erst Wochen nach den Enthüllungen zu ihrem Kontakt zu Epstein äußerte, begründete die Kronprinzessin mit dem Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby und ihrem Gesundheitszustand. "Wir sind eine Familie, die sich in den letzten Wochen in einer sehr schwierigen Situation befunden hat. Für uns stand in erster Linie die Familie im Mittelpunkt", so Mette-Marit.
Sie sei die Mutter eines jungen Mannes, der sich "in einer sehr schwierigen Situation befunden hat", sagte die Kronprinzessin - Marius Borg Høiby ist unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt. "Außerdem erfordert mein Gesundheitszustand sehr viel Ruhe. Und dieser hat sich noch etwas weiter verschlechtert", ergänzte Mette-Marit.
Von ihrem Gesundheitszustand hänge auch ab, ob sie künftig ihren royalen Pflichten nachgehen könne. "Ich lebe mit einer schweren Krankheit, und diese bestimmt derzeit meinen Alltag. Sie entscheidet darüber, ob ich meine Rolle überhaupt ausfüllen kann oder nicht", so Mette-Marit.