Unterhaltung
Fats Domino im Jahr 1993.
Fats Domino im Jahr 1993.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 25. Oktober 2017

"Ain't That a Shame": Musiklegende Fats Domino ist tot

Sein Pianospiel war markant, seine Musik beeinflusste unzählige Kollegen. Nun stirbt Fats Domino 89-jährig. Hits wie "Ain't That a Shame" und "I'm Walking" machen ihn unsterblich.

Ein völlig zerstörtes Klavier mitten in New Orleans erinnert an den wohl schlimmsten Tag im Leben von Fats Domino. Das von Wind und Wasser ruinierte Musikinstrument ist Teil einer Dauerausstellung über den Hurrikan "Katrina" im Louisiana State Museum. Das ockergelbe Haus des Rock'n'Roll-Pioniers im Stadtteil Lower Ninth Ward war während der Naturkatastrophe 2005 völlig überflutet worden, viele seiner Schätze und Habseligkeiten gingen verloren, Domino galt lange als vermisst, wurde aber gerettet.

Nach "Katrina" startete der Musiker dann ein Comeback, vor allem mit Benefizkonzerten und -alben für sein geliebtes New Orleans. Jetzt starb der legendäre Rock'n'Roll- und Bluessänger im Alter von 89 Jahren, wie der zuständige Gerichtsmediziner bestätigte. Die Familie habe ihn tot gefunden. Nähere Details gab es zunächst nicht.

Familienmitglieder, Freunde, Fans und Kollegen weltweit betrauerten den Tod der Musiklegende. Dominos Songs wie "Blueberry Hill", "Ain't That a Shame", "Jambalaya", "I'm Walking" und "My Blue Heaven" sind längst Welthits und Klassiker. "Er hat den Weg für so viele geebnet", schrieb der Rapper LL Cool J bei Twitter. "Ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleiner Junge seine Musik gehört habe."

Mehr als 65 Millionen Platten verkaufte Domino während seiner Karriere, nur Elvis Presley konnte er nicht toppen. Doch für Presley war Domino immer Vorbild. "Viele Menschen denken, dass ich dieses Business begonnen habe", sagte Presley einmal in einem Interview. "Aber Rock'n'Roll gab es schon lange vor mir. Niemand kann diese Musik so singen wie die Schwarzen. Lasst es uns zugeben: Ich kann das nicht so singen wie Fats Domino. Das weiß ich." Domino sei "der wahre King of Rock'n'Roll".

"Musik macht die Menschen glücklich"

Fats - eigentlich Antoine - Domino wurde als eines von neun Kindern in eine kreolische, höchst musikalische Familie geboren. Sein Vater spielte Violine, von seinem Schwager lernte Domino Klavier. Mit 14 verließ er die Schule und arbeitete in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. "In den Häusern, wo die Menschen Klaviere in ihren Zimmern hatten, habe ich angehalten und gespielt", sagte Domino einmal in einem Interview. "So habe ich geübt."

Seine Musik war einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz. Mit 20 klappte der Durchbruch: Dominos Plattendebüt "The Fat Man" - einer der ersten Rock'n'Roll-Songs überhaupt - wurde fast über Nacht zum Millionenerfolg. Danach schloss sich Domino mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen, und das Team schrieb bald einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wurde Domino in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkaufte er mehr Platten als Elvis.

Aber mit dem Aufstieg der Beatles und Rolling Stones beginnt sein Stern zu sinken. Nur noch selten feierte Domino Charts-Erfolge, dafür tourte er durch die Welt. 1986 wurde er in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch in die Ruhmeshalle des Blues - eine seltene Doppel-Ehrung.

Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zog Domino währenddessen acht Kinder groß, deren Vornamen alle mit A beginnen. Sein Erfolgsrezept sah der Musiker immer ganz simpel, wie er einmal in einem Interview sagte: "So weit ich weiß, macht Musik die Menschen glücklich - mich macht sie jedenfalls glücklich."

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen