Neuer Job nach Talkshow-AusStephen Colbert verschlägt es nach Mittelerde

Im Mai hostet Stephen Colbert letztmals seine abgesetzte Late-Night-Show. Dank "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson hat er aber bereits eine neue Aufgabe. Diese verlangte Colbert allerdings im Vorfeld Mut ab.
Am 21. Mai wird Stephen Colbert zum letzten Mal seine Late-Night-Show bei CBS moderieren. Der US-Sender hatte im vergangenen Sommer angekündigt, die Talkshow aus "rein finanziellen" Gründen abzusetzen. Viele Branchenkenner vermuteten aber, dass CBS mit der Absetzung auf den Unmut von US-Präsident Donald Trump reagiert hat, der in der Sendung immer wieder scharf kritisiert wurde und dies gar nicht lustig fand.
Colbert wird nach dem Aus seiner beliebten Talkshow allerdings nicht arbeitslos sein, wie er nun zwei Monate vor der letzten Sendung verkündet. Der Satiriker wird am Drehbuch für einen neuen "Herr der Ringe"-Film mitarbeiten. Colbert ist seit vielen Jahren erklärter Fan der Mittelerde-Saga. Nach "The Hunt For Gollum", der aktuell produziert wird, werde es eine weitere Tolkin-Verfilmung geben, verrät Regisseur Peter Jackson – und dabei sei Colbert als Co-Autor von Philippa Boyens und Peter McGee mit an Bord. Jackson verkündete die Personalie voller Freude in einem Video-Call bei Instagram, zu dem er den Talkshow-Host zuschaltete.
"Ich dachte nicht, dass ich die Zeit dafür haben würde. Aber wie sich herausstellt, werde ich ab diesem Sommer Zeit haben", witzelte der Late-Night-Host, der bald keine Late-Night-Show mehr haben wird.
Colbert musste allen Mut zusammennehmen
Colbert freut sich sehr, dass Jackson ihn ins Team geholt hat: "Du weißt, was mir die Bücher bedeuten und was mir deine Filme bedeuten." Daher habe er auch "ein paar Jahre gebraucht, um meinen Mut zusammenzunehmen und dich anzurufen". Doch vor zwei Jahren habe er schließlich zum Hörer gegriffen. Denn eine Geschichte aus dem Buch habe ihm in den Filmen gefehlt, weshalb er sich bereits vor mehreren Jahren an einem Drehbuch versucht habe, so Colbert: "Was ich immer wieder gelesen habe, waren die Kapitel am Anfang von 'Die Gefährten', die ihr damals nie in den ersten Film integriert habt." Er habe gedacht: "Moment mal, vielleicht könnte das eine eigene Geschichte sein, die in die übergeordnete Handlung passt. Könnten wir etwas schaffen, das den Büchern vollkommen treu bleibt und gleichzeitig den Filmen, die ihr bereits gedreht habt, vollkommen treu bleibt?"
Er habe das mit seinem Sohn Peter besprochen, der ebenfalls Drehbuchautor ist, "und wir überlegten uns, was unserer Meinung nach funktionieren würde, insbesondere als Rahmenhandlung für diese Geschichte". Der Film soll Berichten zufolge den Arbeitstitel "The Lord of the Rings: Shadow of the Past" ("Der Herr der Ringe: Schatten der Vergangenheit") tragen.
Die Fantasy-Saga "Herr der Ringe" des britischen Schriftstellers J.R.R. Tolkien war die Vorlage für Jacksons dreiteilige Verfilmung: "Die Gefährten" (2001), "Die zwei Türme" (2002) und "Die Rückkehr des Königs" (2003). Die Filme räumten viele Oscars ab, allein elf Auszeichnungen gingen an "Die Rückkehr des Königs". Jackson inszenierte auch drei "Hobbit"-Filme, die zwischen 2012 und 2014 ins Kino kamen. Eine weitere Fortsetzung der Mittelerde-Saga, "Lord of the Rings: The Hunt for Gollum", soll im Dezember 2027 in die Kinos kommen.