Unterhaltung

Spektakuläre Show von Metallica Nicht kleckern, sondern klotzen

30.03.2018, 13:02 Uhr
imageVon Nadine Wenzlick
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Metallica hat 110 Millionen Alben verkauft und neun Grammys gewonnen. (Foto: picture alliance / dpa)

Mit einer imposanten Bühnenshow feierten Metallica am Donnerstag in Hamburgs ausverkaufter Barclaycard Arena 37 Jahre Bandgeschichte – inklusive Flammen, Feuerwerk und ziemlich coolen Lichtdronen.

In großen Unternehmen mahlen die Mühlen bekanntlich etwas langsamer. Und weil Metallica das größte Metal-Unternehmen der Welt sind, führt ihre "WorldWired"-Welttournee (von einer Einzel-Show in Köln im vergangenen Herbst abgesehen) sie erst jetzt nach Deutschland - eineinhalb Jahre nach Veröffentlichung ihres aktuellen Albums "Hardwired… to Self-Destruct". In der mit rund 13.000 Besuchern ausverkauften Barclaycard Arena feierten sie am Donnerstagabend 37 Jahre Bandgeschichte. Flammen, Feuerwerk und ziemlich coole Lichtdronen inklusive.

Zu Ennio Morricones "The Ecstasy of Gold" betritt die Band die Bühne. Allen voran natürlich Schlagzeuger Lars Ulrich. Der Sound ist ein einziger Brei, als sie die Show mit "Hardwire" eröffnen. Die einzelnen Instrumente sind kaum auszumachen, es dröhnt und wummert bloß. "We’ve come to kick some ass", kündigt Sänger James Hetfield an und die Band schreddert sich weiter durch "Atlas, Rise!". Zum Glück wacht der Soundmann scheinbar genau in dem Moment auf. Bei "Seek & Destroy" und "The Four Horsemen" – beide von Metallicas Debütalbum "Kill 'Em All" – klingt die Band endlich, wie sie klingen soll.

Zeit, das Spektakel zu genießen. Die Bühne steht wie so oft bei Metallica in der Mitte der Arena und ist ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis. Egal, wo in der Halle man sich befindet, zu jedem Zeitpunkt ist ein perfekter Blick auf die Bühne garantiert. Die Band ist nicht weit weg vom Publikum. Sie ist mittendrin. Für Metallica-Verhältnisse ist der heutige Abend übrigens eine Art intime Clubshow, denn Ihr letzter Auftritt in der Hansestadt fand 2014 im Volksparkstadion vor 45.000 Besuchern satt.

Das Publikum ist gut betankt

Trotzdem könnte das Bühnenbild imposanter kaum sein. Über den Köpfen der Band schweben knapp 50 LED-Würfel, die von Song zu Song in den unterschiedlichsten Farben und Muster erleuchten. In rasantem Tempo stürzen sie hinab, sausen hinauf und bilden immer wieder neue Formationen. Bei "Now That We’re Dead" nutzen Metallica vier dieser Boxen für eine Percussion-Einlage á la Blue Man Group. Nur ohne Farbe. Und zu "Moth Into Flame" fliegen dutzende kleine Lichtdronen wie Motten durch die Arena. Ein Bild für die Ewigkeit.

Die Barclaycard Arena ist derweil längst so etwas wie ein gesetzloser Raum geworden. Das Publikum ist gut betankt. Rechts fällt einer die Treppe hinunter, links wird hemmungslos geraucht. Vor jeder der vier Bühnenseiten hat sich ein kleiner Moshpit gebildet, Becher fliegen. Jeder zweite Besucher trägt ein Metallica-Shirt, und als würde das nicht schon genug vereinen, nennt Hetfield das Publikum die "Metallica Familie". Immer wieder stimmt er zwischen den Songs den "Hey, hey, hey"-Schlachtruf an. Es ist eine eingeschworene Gemeinde.

Das Album "Hardwired… to Self-Destruct" bildet mit sechs Songs einen Schwerpunkt der Show. Doch darüber hinaus spielen Metallica auch alte Stücke wie "Unforgiven", "One" oder "Master Of The Puppets". Es gibt Flammen, Feuerwerk und ziemlich viele Rockstar-Posen. Robert Trujillo wirbelt seinen Bass durch die Luft. Hetfield rotzt auf den Boden und Ulrich steht (hinter dem Schlagzeug) in jeder noch so kleinen Pause auf und reckt die Arme in die Luft, als sei er der König.

"Auf die nächste Generation der Metallica-Familie!"

Überhaupt: Metallica scheinen sichtlich Spaß zu haben. Ihre Streitereien, die in der 2004 veröffentlichten Dokumentation "Some Kind Of Monster" so selbstzerfleischend dargestellt und von einem Therapeuten begleitet worden sind, hat die Band offenbar aus der Welt geschafft.

"Wir machen jetzt seit 37 Jahren Musik. Ist es zu glauben?", sagt Hetfield, der im August 55 Jahre alt wird. Seit ihrer Gründung hat die Band 110 Millionen Alben verkauft und neun Grammys gewonnen. Sie wurden in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen und spielten als erste Band überhaupt in der Antarktis.

"Wir leben unseren Traum. Und dass die Hamburger Metallica-Familie nach 37 Jahren immer noch auftaucht, ist einfach wunderbar", so Hetfield weiter. In den vorderen Reihen entdeckt er einen besonders jungen Fan. "Wie alt bist du?", will er wissen. "Acht? Auf die nächste Generation der Metallica-Familie!"

Metallica auf Tour:

07.04. Stuttgart, Schleyerhalle

26.04. München, Olympiahalle

30.04. Leipzig, Arena

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