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Geschmacklose Tierschützer PETA vergisst bei Lagerfeld die Pietät

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Lieber nackt als mit Pelz - eine der berühmtesten PETA-Kampagnen.

(Foto: imago / PETA / Collage: n-tv.de)

Den Tod von Karl Lagerfeld will auch die Tierrechtsorganisation PETA nicht unkommentiert lassen. Dabei schießen die Aktivisten jedoch deutlich über das Ziel hinaus. Das Ergebnis: ein Shitstorm und der Versuch einer Rechtfertigung.

Nach einem Statement, das den Tod von Karl Lagerfeld mit dem Ende der Pelzindustrie in Verbindung bringt, ist die Tierrechtsorganisation PETA ins Zentrum eines Shitstorms geraten. Nur eine Stunde nachdem die ersten Presseberichte über den Tod des legendären Designers veröffentlicht worden waren, schrieb PETA UK auf Twitter: "Karl Lagerfeld ist gegangen, und sein Ableben markiert das Ende einer Ära, in der Pelz und exotische Tierhäute als begehrenswert galten. PETA spricht den Hinterbliebenen unseres Erzfeindes Beileid aus."

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Das Statement inmitten der ersten Bestürzung über Lagerfelds Tod kam in den sozialen Medien alles andere als gut an. Der Organisation wird nicht nur Pietätlosigkeit vorgeworfen. PETA wolle den Tod des Modeschöpfers offenbar auch für eine Anti-Pelz-Kampagne instrumentalisieren, heißt es. Die Tierrechtler sollten jedoch für alle Lebewesen Mitgefühl zeigen, so der allgemeine Tenor.

"Nichts Höhnisches"

Mittlerweile hat sich die PETA-Vorsitzende Ingrid Newkirk in einem Statement gegenüber dem "People"-Magazin zu dem Tweet geäußert. Statt sich zu entschuldigen, sucht sie jedoch eher nach einer Rechtfertigung. Sie gehöre beinahe derselben Generation wie Lagerfeld an und hätte selbst jahrelang Pelz getragen, erklärt die 70-Jährige.

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Ist sich keiner Schuld bewusst: PETA-Chefin Ingrid Newkirk.

(Foto: imago/ZUMA Press)

"Von daher hat es nichts Höhnisches, festzustellen, dass diese Zeiten vorbei sind", sagt Newkirk. Die Kondolenzgrüße an die Hinterbliebenen des Modezaren seien durchaus ernst gemeint gewesen. "Auf PETA einzudreschen, drückt die Garstigkeit der Kommentatoren aus. PETA hat nichts dergleichen ausgedrückt", weist die Chefin der Tierrechtsorganisation Kritik zurück.

Jahrzehntelang auf Kriegsfuß

Lagerfeld und PETA standen seit Jahrzehnten miteinander auf Kriegsfuß. Der Designer erklärte seinen Standpunkt zum Thema Pelz in einem Interview mit der "New York Times" 2015 so: "Das Problem mit Pelz ... Solange Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich es nicht."

Chanel sieht das mittlerweile übrigens anders: Das französische Modeunternehmen, bei dem Lagerfeld bis zuletzt Kreativchef war, erklärte Ende vergangenen Jahres, dass es in Zukunft auf Pelz verzichten wird. Auch exotische Häute sollten nur noch verarbeitet werden, wenn sie als Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie kämen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot