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"Nichts ist, wie es war" Pearl Jam gedenken Roskilde-Opfern

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Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder auf dem Roskilde-Festival 2000 - während dieses Auftritts kam es zur Katastrophe.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

20 Jahre ist es her, dass es auf dem Kultfestival im dänischen Roskilde zur Katastrophe kam. Während eines Auftritts von Pearl Jam sterben neun Menschen im dichten Gedränge. Die Band verfolgt die Erinnerung an das tragische Ereignis bis heute. Emotional gedenkt sie am Jahrestag der Tragödie der Opfer.

Das Roskilde-Festival in Dänemark ist eine der traditionsreichsten Musikveranstaltungen in Europa überhaupt. Seit 1971 gibt es das Festival, das inzwischen jährlich über 100.000 Besucher anzieht und dessen Gewinn stets wohltätigen Zwecken zugutekommt.

Dennoch liegt bis heute ein Schatten über dem Event. Der Grund ist die Tragödie, die sich vor 20 Jahren - am 30. Juni 2000 - in Roskilde ereignete. Seinerzeit kamen während eines Auftritts der US-Band Pearl Jam neun Männer ums Leben. Sie verloren im dichten Gedränge und auf matschigem Untergrund vor der Bühne den Halt und wurden von der Menschenmasse um sie herum erdrückt und erstickt.

"Wir haben uns versteckt"

Anlässlich des 20. Jahrestags des Unglücks sprachen die Mitglieder von Pearl Jam den Familien der Opfer nun abermals ihr Beileid aus. "Es sind 20 Jahre seit diesem Tag vergangen. (...) Aber nichts ist seither, wie es war", heißt es im Namen der Gruppe in einem auf der offiziellen Bandhomepage veröffentlichten Beitrag, der von Gründungsmitglied Stone Gossard verfasst wurde.

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Neun Tote gab es damals zu betrauern.

(Foto: picture-alliance / dpa)

"Unser Schmerz ist ein Tausendstel des Schmerzes der Familien ... der Mütter und Väter, Schwestern und Brüder, der besten Freunde", ist unter anderem weiter zu lesen. Die Band spricht den Familien, "die an diesem Tag ihre Jungen verloren haben", ihr tiefstes Beileid aus.

Die Veranstalter, die Medien und die Band hätten nach dem Unglück versagt, heißt es in dem Beitrag. Weil in Berichten vermehrt angedeutet worden sei, dass die Band eine Mitschuld an dem Ereignis treffe, habe man sich damals zurückgezogen. "Wir haben uns versteckt und gehofft, dass es nicht unser Fehler war", so Gossard im Namen von Pearl Jam. "Unsere Worte waren damals nicht hilfreich."

Tragödie mit Folgen

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Doch in der Folge habe man versucht, sich nicht mehr zu verstecken, ist dem Statement weiter zu entnehmen. Die Bandmitglieder hätten sich über die Jahre hinweg mit einigen der Familien getroffen und mit manchen auch Freundschaften geschlossen. Und dennoch: "Wir werden für immer im Schatten eures Schmerzes und Verlustes sein", erklärt die Gruppe in ihrer Stellungnahme.

Das Roskilde-Festival 2000 war nach der Katastrophe nicht abgebrochen worden. Später wurden den Veranstaltern gravierende Sicherheitsmängel zur Last gelegt. Die Erkenntnisse, die aus der Tragödie gewonnen wurden, hatten zugleich weitreichende Folgen über das Roskilde-Festival hinaus. So führten sie etwa zum konsequenten Einsatz sogenannter Wellenbrecher in Form von Absperrgittern vor den Festival-Bühnen, um mit ihnen punktuell den Druck aus dem Gedränge zu nehmen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot