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Letzte Sendung vor dem Ruhestand Petra Gerster macht Schluss mit "heute"

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Nach mehr als 30 Jahren beim ZDF verabschiedet sich Petra Gerster als Moderatorin aus dem Fernsehen.

(Foto: dpa)

Seit 1998 führt Petra Gerster als Moderatorin durch die Hauptnachrichtensendung des ZDF. Am heutigen Mittwoch nun allerdings zum letzten Mal. Pläne für den Ruhestand hat die 66-Jährige bereits, ein neues Familienmitglied spielt dabei eine wichtige Rolle.

In vielen Wohnzimmern in Deutschland ist sie eine gern gesehene Besucherin, bisweilen sogar Stammgästin. Allerdings nur virtuell, denn Petra Gerster steht natürlich nicht neben der Schrankwand, sondern im Studio, wenn sie die "heute"-Sendung im ZDF moderiert. Am heutigen Mittwochabend allerdings begrüßt die 66-Jährige die Zuschauerinnen und Zuschauer des Nachrichtenformats zum letzten Mal.

"Das war's für mich. Fast 23 Jahre lang durfte ich Sie an dieser Stelle mit den Nachrichten des Tages versorgen." Gerster dankte den Zuschauerinnen und Zuschauern für ihr Vertrauen. Sie schloss mit einem populären Zitat des ehemaligen Frankfurter Fußballtrainers Dragoslav Stepanovic: "Lebbe geht weider" (Das Leben geht weiter). Das ZDF bedankte sich bei Gerster mit einem filmischen Zusammenschnitt ihrer Karriere. Dazu gehörte auch, dass sie "beim Gendern mit Sternchen" mit vorangegangen sei. Zu dem ihr überreichten Blumenstrauß sagte die Moderatorin, dieser sei von den "Kolleg*innen - also von allen".

Danach ist Schluss, zumindest mit der Moderation, es folgt der Ruhestand. 1998 hatte Gerster erstmals durch die "heute"-Nachrichten geführt, nun, 23 Jahre später, endet gewissermaßen eine Ära. Seit 1989 arbeitete sie für das ZDF, war vor "heute" als Moderatorin und Redakteurin beim Frauenmagazin "ML Mona Lisa" beschäftigt.

An Plänen für die Zeit danach allerdings mangelt es nicht, ganz im Gegenteil. "Mit meinem Mann wieder ein Buch schreiben, danach kommt ein Welpe ins Haus", verriet Gerster der "Augsburger Allgemeinen", auch wenn ungeklärt ist, was für ein kleiner Hund es denn werden soll. "Ob es ein Schnauzer oder Terrier oder wieder ein Mischling wird, ist noch nicht ausdiskutiert." Vor allem freue sie sich auf mehr Zeit mit ihrem Mann, dem Journalisten Christian Nürnberger. "Ich kann mir einfach keinen Menschen denken, mit dem ich lieber meine Zeit verbrächte", sagte Gerster.

Ein Sternchen, das für Reaktionen sorgt

Den habe sie damals über eine Zeitungsanzeige kennengelernt. Und auch, wenn das Internet die Kontaktaufnahme wesentlich vereinfache und beschleunige, könne sie diesen Weg weiterhin empfehlen. "Ein kleiner Text sagt - wenn er originell ist - jedenfalls mehr über einen Menschen aus als ein Foto, wie zum Beispiel bei Tinder", so Gerster. "Und wenn man sich - wie wir - erst mal lange Briefe schreibt, bevor man sich persönlich kennenlernt, kann das eine ganz solide Ausgangsbasis sein."

Briefe im Besonderen und Nachrichten im Allgemeinen wiederum bekam sie seit dem vergangenen Oktober auch immer wieder wütende, weil sie in der Sendung mit dem Gendern begonnen habe. Gerster legt dann eine kurze Pause ein, wenn sie etwa in "Zuschauer*innen" dem Sternchen auf diese Weise Ausdruck verleiht. "Vor allem ältere Männer regen sich sehr darüber auf", sagte sie den Zeitungen "Münchner Merkur" und "tz". Zustimmung gebe es aber auch, von Jüngeren, und das auch unabhängig vom Geschlecht.

Gerster kann die Sorge sogar nachvollziehen, akzeptieren aber möchte sie die Ablehnung wohl eher nicht, wenn sie sagt: "Ich verstehe das Unbehagen sogar, denn wir sind mit unserer Sprache aufgewachsen und vertraut, jetzt fürchten manche, dass da alles umgekrempelt werden soll. Aber das passiert ja nicht. Der Genderstern ist nur ein winziges Zeichen, das dafür sorgt, dass Frauen, die bisher im männlichen Plural verschwanden, sichtbar werden." Und so benutzte sie das Sternchen konsequenterweise auch in ihrer letzten Sendung.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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