Unterhaltung

"Alles Geld der Welt" Regisseur ersetzt Spacey durch Plummer

97472293.jpg

Christopher Plummer (r) erhielt für seinen "Einsatz in letzter Minute" eine Golden-Globe-Nominierung.

(Foto: picture alliance / AP/dpa)

Nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey entscheidet Regisseur Ridley Scott, den Schauspieler aus seinem neusten Kinofilm rauszuschneiden. Weil der Kinostart kurz bevorsteht, ist dazu ein ungewöhnliches Manöver nötig.

Das muss ihm erst mal jemand nachmachen: Innerhalb weniger Wochen hat Starregisseur Ridley Scott es geschafft, Kevin Spacey aus seinem bereits fertigen Film "Alles Geld der Welt" zu ersetzen. Spaceys Szenen drehte der Regisseur kurzerhand mit dem bereits 88-jährigen Christopher Plummer nach. Wie das möglich war, erklärte Scott der "Bild am Sonntag": "Ich flog nach London und traf mich mit Christopher Plummer. Wir zimmerten auf einer Serviette einen Drehplan zusammen und einigten uns per Handschlag." Während der folgenden drei Wochen drehte Scott mit Plummer und den Hauptdarstellern Michelle Williams und Mark Wahlberg sämtliche Szenen in Europa, Afrika und den USA nach.

Laut dem Zeitungsbericht blieb der Film dennoch im Budget von 60 Millionen Dollar, weil Williams, Wahlberg und andere Stars auf eine Extra-Gage für den Nachdreh verzichtet hätten. Scott hatte Anfang November verkündet, dass er alle Szenen mit Spacey aus dem bereits fertig gedrehten Film herausschneiden werde, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den 58-jährigen "House of Cards"-Schauspieler bekanntgeworden waren.

Ursprünglich hatte nicht einmal der Drehbuchautor des Films, David Scarpa, daran geglaubt, dass der Film rechtzeitig zum geplanten Kinostart Ende Dezember fertig werden würde. Wie er dem Branchenblatt "The Hollywood Reporter" sagte, sah er bereits bei der Neubesetzung der Rolle des J. Paul Getty ein großes Problem. Wenn die Casting-Agenturen hören würden, dass Ridley Scott einen Schauspieler für die Rolle eines 90-Jährigen sucht, würde jeder sofort wissen, um welchen Film es ginge. "Wenn das ans Licht kommt und wir die Rolle nicht casten können und wir es nicht schaffen, dann ist der Film tot", sei laut Scarpa die Sorge der Produzenten gewesen.

Retterin in letzter Minute

Die Lösung des Problems fand sich mithilfe von "Wonder Woman"-Regisseurin Patty Jenkins, die sich bereits erklärte, unter dem Deckmantel ihrer aktuellen Produktion der Serie "One Day She'll Darken" nach dem passenden Schauspieler zu suchen. "Also hieß es quasi: 'Patty Jenkins sucht nach einem 90-jährigen Typen.'", sagte Scarpa. "Es waren viele solcher listigen Manöver nötig, damit dieses Ding noch zustande kommen konnte."

Die Mühen haben sich gelohnt: Ridley Scott konnte seine Deadline einhalten, die Produzenten müssen keinen Boykott des Films fürchten und Plummer erhielt für seine Last-Minute-Performance eine Golden-Globe-Nominierung.

"Alles Geld der Welt" erzählt die Geschichte der spektakulären Entführung des reichen Erben John Paul Getty III. im Jahr 1973. In den USA lief der Film am vergangenen Freitag an. In Deutschland soll "Alles Geld der Welt" Mitte Februar in die Kinos kommen.

Quelle: ntv.de, fhe/spot/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen