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TV-Star aus "Liebling Kreuzberg" Schauspieler Manfred Krug ist tot

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Manfred Krug im Jahr 1966, als "Spur der Steine" herauskam.

(Foto: imago stock&people)

Erst machte Manfred Krug in der DDR Karriere, nach seiner Ausreise wurde er durch die Serien "Liebling Kreuzberg" und "Auf Achse" auch im Westen bekannt. Nun stirbt der Träger des Bundesverdienstkreuzes im Alter von 79 Jahren in Berlin.

Der Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Manfred Krug ist im Alter 79 Jahren in Berlin gestorben. Dies bestätigte das Management des Künstlers. Er starb bereits am vergangenen Freitag. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung wurde Krug bereits im engsten Familienkreis beerdigt.

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"Liebling Kreuzberg" wurde zur Paraderolle für Krug.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Krug begann seine Karriere in der DDR, wohin der geborene Duisburger 1949 mit seinem Vater gezogen war. Zunächst absolvierte er eine Lehre zum Stahlschmelzer - ein Unfall bescherte ihm dabei die markante Narbe auf der Stirn. Anschließend studierte er Schauspiel und trat am von Bert Brecht gegründeten Berliner Ensemble auf.

Bekannt wurde er durch Rollen in Film und Fernsehen, etwa in dem Kinostreifen "Fünf Patronenhülsen" von Frank Beyer über den Spanischen Bürgerkrieg. Sein berühmtester Film aus dieser Zeit ist der gesellschaftskritische Streifen "Spur der Steine", ebenfalls von Beyer, der nach nur drei Tagen der Zensur zum Opfer fiel und erst nach der Wende wieder aufgeführt werden konnte. Neben seiner Arbeit als Schauspieler wurde Krug auch als Musiker bekannt. So nahm er etwa mehrere Jazzalben auf.

Ausbürgerung und zweite Karriere

Im Zuge der Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR, gegen die Krug öffentlich protestierte, erhielt er zunächst ein Teilberufsverbot. Schließlich stellte er einen Ausreiseantrag und verließ die DDR am 20. Juni 1977. Diese Zeit, auch die Überwachung durch die Stasi, verarbeitete er später in seiner Autobiographie "Abgehauen", die verfilmt wurde.

In der Bundesrepublik konnte Krug an seine Erfolge anknüpfen. Unter anderem feierte er in den 80er Jahren durch seine Rolle als eigenwilliger Rechtsanwalt Robert Liebling in der Serie "Liebling Kreuzberg" große Erfolge. Auch die Fernfahrer-Serie "Auf Achse" wurde zum Publikumserfolg. Außerdem spielte er als Kommissar Paul Stoever an der Seite von Charles Brauer jahrelang im "Tatort" mit.

2013 wurde Krug vom damaligen Berliner Bürgermeister, Klaus Wowereit, das Bundesverdienstkreuz für sein künstlerisches Schaffen verliehen. Zuletzt zeigte sich Krug im Februar bei einer Preisverleihung in Berlin. Krug hinterlässt drei Kinder mit Ehefrau Ottilie und eine uneheliche Tochter.

Quelle: ntv.de, jug/mli