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Nur "Anita" lebt weiter Schlagerwelt trauert um "König Costa"

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In der esten Staffel des "Dschungelcamps" erklomm Costa Cordalis den Thron.

(Foto: dpa)

Im Dschungel, im Schnee oder auf seiner Lieblingsinsel Mallorca: Costa Cordalis war nicht nur auf der Bühne zu Hause. Jetzt ist das Schlager-Urgestein im Alter von 75 Jahren gestorben. Doch seine Musik wird in Erinnerung bleiben.

Man schrieb das Jahr 1976, als ein Grieche mit einem Song über ein Mädchen aus Mexiko in den deutschen Charts für Furore sorgte. "Schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Sterne so klar", schwärmte der Sänger mit dem dunklen Lockenschopf. Ihr Name war "Anita" und der Titel des Ohrwurms wird für immer mit dem von Schlagerstar Costa Cordalis verbunden bleiben. Am Dienstagnachmittag starb er nun in seiner Wahlheimat Mallorca mit 75 Jahren. Berichten zufolge war er nach einem Schwächeanfall länger in einem Krankenhaus der Insel behandelt worden.

Noch Ende Februar hatte Cordalis zusammen mit Sohn Lucas - dem Ehemann von Realitystar Daniela Katzenberger - an einem Benefizkonzert zu Ehren des im Herbst verstorbenen "Goodbye Deutschland"-Stars Jens Büchner in Essen teilgenommen. Dabei soll er Medienberichten zufolge bereits erschöpft und angeschlagen gewirkt haben.

Costa Cordalis war ein Urgestein des deutschen Schlagers. Sein Name wird in einem Atemzug genannt mit anderen Ikonen des Genres wie Roy Black ("Ganz in Weiß") oder Rex Gildo ("Fiesta Mexicana"), wobei er mit Letzterem seine musikalische Sehnsucht nach dem Reich der Maya teilte. Überhaupt waren ferne Länder und feurige Frauen oft und gerne Thema in den Liedtexten des Künstlers mit der warmen Stimme, der bereits mit sieben Jahren zum ersten Mal zur Gitarre griff.

Ob in "S.O.S.", "Shangri-La" oder "Der Wein von Samos" - Fernweh, Verlangen und ein bisschen Folklore gehörten zum Cordalis-Stil. 1944 als Konstantinos Kordalis in Mittelgriechenland geboren, wagte Cordalis mit gerade einmal 16 Jahren den Sprung nach Frankfurt, wo der Teenager schnell Deutsch lernte. Später studierte er Germanistik und Philosophie, ohne allerdings einen Abschluss zu erlangen. Seine Karriere als Sänger begann 1965, und zwar mit einem am King of Rock'n'Roll inspirierten Cover-Song: "Du hast ja Tränen in den Augen", eine deutsche Fassung des Elvis-Schmachtsongs "Crying in the Chapel".

Auf Carolina und Anna Lena folgt Anita

Der Durchbruch gelang ein Jahrzehnt später mit einer Frauen-Trilogie: Carolina (1973), Anna Lena (1974) und Anita (1976) machten Cordalis auch dank Auftritten in Dieter Thomas Hecks "Hitparade" und Ilja Richters "Disco" schnell zur Kultfigur der Schlagerszene. Insgesamt verkaufte Costa Cordalis im Laufe der Jahre mehr als zehn Millionen Tonträger.

Einen privaten Einblick in sein Leben gewährte der Künstler zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2014, als er unter dem Titel "Der Himmel muss warten" seine Autobiografie publizierte. "In der Boulevardpresse muss ich mich ständig gegen irgendwelche Anfeindungen wehren", schrieb Cordalis in dem Buch, das er gemeinsam mit Stefan Alberti von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verfasst hatte. "Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert", klagte er - dabei sei das vielerorts für Schlagzeilen sorgende "Vollmondgesicht", wie er selbst es nannte, Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Nur mit Hyaluronsäure sei er gegen Fältchen vorgegangen - "nicht mehr und nicht weniger".

Positiver fielen seine Erinnerungen an die RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" aus. In deren erster Staffel holte er sich 2004 prompt den Sieg - und wurde so zum Dauergast auch in anderen TV-Sendungen. Das habe ihm "rund eine halbe Million Euro in die Kasse gespült", gab "König Costa" offen zu. "Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne."

Die große Liebe hielt fast 50 Jahre

Liebestechnisch hatte er schon früh das große Glück gefunden: Fast 50 Jahre war Cordalis mit seiner Frau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Seit 2015 war er zudem Opa der kleinen Sophia, der Tochter von der "Katze" und Sohn Lucas. Auch sportlich feierte Cordalis Erfolge. So nahm er 1985 für sein Heimatland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Zwar kam er als Letzter ins Ziel, aber in Griechenland wurde er immerhin zwei Mal Landesmeister.

Später aber gab es immer häufiger gesundheitliche Probleme: eine Bandscheiben-OP etwa, bevor er 2013 bei einem Auftritt in Chemnitz geschwächt auf der Bühne zusammenbrach. 2017 stürzte er im Badezimmer seines Hauses auf Mallorca und brach sich den Knöchel. Aber immer wieder kämpfte sich der Sänger ins Leben und ins Showbiz zurück. Costa Cordalis hat einmal erklärt, er hoffe, über 100 Jahre alt zu werden. Dieser Wunsch wurde ihm nicht erfüllt. Anita aber lebt auf allen Schlagerpartys weiter.

"Anita"

Ich fand sie irgendwo,
allein in Mexiko.
Anita, Anita.
Schwarz war ihr Haar,
die Augen wie zwei Sterne so klar.

Komm' steig auf dein Pferd,
sagte ich zu ihr.
Anita, Anita.
Fiesta ist heut',
die Stadt ist nicht mehr weit,
mach dich schnell bereit.

Ich seh dir an,
da schlummert ein Vulkan,
du wartest auf die Liebe.
Ich will sie wecken
und alles entdecken,
was keiner bisher sah.

Reite wie der Wind,
bis die Nacht beginnt.
Anita, Anita.
Dann sind wir da
und jeder soll es sehen,
wie wir uns verstehen.

Musikanten herbei,
spielt ein Lied für uns zwei.
Bei Musik und bei Wein,
woll'n wir heut' glücklich sein.

Ich fand sie irgendwo,
allein in Mexiko.
Anita, Anita.
Schwarz war ihr Haar,
die Augen wie zwei Sterne so klar.

Ich bau für uns ein Nest,
wo 's sich leben lässt.
Anita, Anita.
In Mexiko,
denn nur bei dir allein,
will ich immer sein.

Um uns herum,
da sassen sie ganz stumm
und machten große Augen.
Die Companeros
mit ihren Sombreros
denn nun gehörst du mir.

Heute ist die Nacht
nicht zum schlafen da.
Anita, Anita.
Denn so ein Fest
gab es noch nirgendwo,
hier in Mexiko.

Musikanten herbei,
spielt ein Lied für uns zwei.
Bei Musik und bei Wein,
woll'n wir heut' glücklich sein.

Ich fand sie irgendwo,
allein in Mexiko.
Anita, Anita.
Schwarz war ihr Haar,
die Augen wie zwei Sterne so klar.

Ich bau für uns ein Nest,
wo 's sich leben lässt.
Anita, Anita.
In Mexiko,
denn nur bei dir allein,
will ich immer sein.

Costa Cordalis, Jean Frankfurter 1976

 

Quelle: n-tv.de, Carola Frentzen, dpa

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