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Dienstag, 26. Dezember 2017

Jahresrückblick mit Gysi: Schmidt plaudert über Busengrapscher

Beide gelten als meinungsstark und pointiert: Gregor Gysi und Harald Schmidt blicken am Abend in einer gemeinsamen n-tv TV-Show auf das vergangene Jahr zurück. Beherrschende Themen: Jamaika-Aus, Erdogan, Steuerverweigerer und Busengrapscher.

Harald Schmidt würde seinen Busengrapscher aus dem Jahr 2006 an MTV-Moderatorin Anastasia Zampounidis heute nicht wiederholen. "Es ist ein Unterschied, ob ihr die Hosen auf der Bühne runterlasst oder im Hotelzimmer", sagt der Entertainer im Jahresrückblick mit Gregor Gysi bei n-tv. Beide sind sich einig, dass sich Männer in Zeiten der MeToo-Bewegung genau überlegen müssen, wie sie sich gegenüber Frauen verhalten. Heute würde Schmidt für seine Aktion vor laufender Kamera "wahrscheinlich Ärger kriegen", räumt er ein. "Ich wäre natürlich heute schon so gewarnt, dass ich es gar nicht mehr machen würde."

Die Sendezeiten

Der n-tv Jahresrückblick mit Gregor Gysi und Harald Schmidt läuft am zweiten Weihnachtstag um 23.10 Uhr bei n-tv und wird am Mittwoch, den 27. Dezember um 17.10 Uhr und am 31. Dezember um 19.10 Uhr wiederholt. Zudem ist die Sendung nach der Ausstrahlung bei TV NOW abrufbar.

In einem kurzweiligen Jahresrückblick lassen Gregor Gysi und Harald Schmidt 2017 Revue passieren. Beherrschende Themen sind natürlich die Bundestagswahl und die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen. Schmidt: "Ich habe diese Balkon-Bilder sehr geliebt, mir hat das sehr gefallen, wie man so Lockerheit performt hat." In der Politik wünscht er sich mehr junge Politiker wie in Frankreich oder Kanada: "Wo ist denn die Generation der 30- bis 40-Jährigen, die bei uns mal bisschen den Rauch rauslässt, ein bisschen frischen Wind reinbringt? Wohnen die noch bei Mutti? Ich sehe immer nur Jens Spahn."

Zum Thema Paradise Papers erklärt Schmidt, er habe kein Verständnis für Steuerverweiger: "Ich finde Steuern zahlen sinnvoll. Wir leben ja in einem sehr schönen Land, das muss finanziert werden, die Schulen, die Krankenhäuser, die Straßen. Ich zahle Steuern aus Überzeugung", betont er. Gysi sieht den Fehler nicht nur bei den Tätern: "Das Problem ist, für Steuerschlupflöcher sind nicht diejenigen in erster Linie verantwortlich, die sie nutzen, sondern der Gesetzgeber, der sie zulässt. Das ist das Entscheidende."

Was den türkischen Präsidenten Erdogan anbelangt, so sieht Schmidt keinen Grund, die Türkei als Urlaubsland zu boykottieren: "Wo soll der politische Effekt sein, wenn man sagt, man macht keinen Urlaub in der Türkei? Man trifft ja damit Leute, die im Grunde mit dem System nur am Rande zu tun haben." Gysi stimmt zu: "Ich würde Erdogan politisch verurteilen, aber ich würde den Leuten nicht sagen, machen Sie dort keinen Urlaub." Gleichwohl habe er große Sorge, dass Erdogan seine Macht weiter ausbaut und sich die Situation für Urlauber verschärfen könnte. "Ich habe dort noch nie Urlaub gemacht und dann würde ich nun nicht gerade jetzt damit beginnen", erklärt er.

Für Gysi ist der Jahresrückblick nicht das erste derartige Zusammentreffen mit einem Prominenten vor laufender Kamera. Im vergangenen Jahr plauderte der Politiker bereits mit Thomas Gottschalk. Im Jahr davor traf er auf den damaligen CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach.

Quelle: n-tv.de