Unterhaltung

Die Daisy unter den Donalds Schöneberger sagt sorry, warum eigentlich?

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Kann sich natürlich gut selbst verteidigen, die Barbara Schöneberger.

(Foto: imago images/APress)

Leute - kann man heute eigentlich nochmal irgendwas sagen, ohne dass gleich Hater, Hetzer und Hyänen auf einen losgehen? Mann Mann Mann. Barbara Schöneberger hat auf ihrem Instagram-Account lediglich eine Meinung über Männer geäußert, und schon rastet das vermeintlich starke Geschlecht aus.

"Liebe Freunde, ich habe eure Kommentare unter meinem Post gelesen - nicht alle 30.000, aber doch genug. Und da war alles dabei, von Vergleichen zu Donald Trump über veraltetes Rollenbild bis hin zu homophob." Naja, man kann der Barbara hier und da sicher irgendetwas vorwerfen (wem nicht?), aber dass sie Ähnlichkeit mit TheDonald hat, dass sie ein veraltetes Rollenbild propagiert oder dass sie homophob ist - das nun wahrlich nicht. Wie konnte es also zu dieser Flut von fiesen Kommentaren kommen?  

Ungeschminkt und natürlich - also fast so, wie Gott sie schuf - sitzt die Moderatorin, Sängerin und Show-Granate vor einem schlichten Hintergrund und erzählt ihren Followern und der Welt, was ihr just unter den recht natürlichen Fingernägeln brennt. Und das ist 'ne Menge. Auf dem Instagram-Account ihres Magazins "Barbara" antwortet die 45-Jährige auf die Frage: "Barbara, was sagst du zum Thema: Männer-Make-Up?" Folgendes: "Also, jetzt mal ganz ehrlich, Freunde. Irgendwann ist auch mal Schluss, Männer dürfen gerne von mir aus lustige hochgekrempelte Hosen tragen und kurze Jackets, die überm Arsch enden - macht das, wenn ihr wollt. Aber wenn ihr euch jetzt auch noch schminkt - ich finde, irgendwo ist auch mal ein Punkt."

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Sie erklärt auch, warum sie das so sieht: "Männer sind Männer, Männer sollen irgendwie auch Männer bleiben. Ich finde, es müssen nicht alle das Gleiche machen. Ich möchte auch 'ne Frau sein und ich möchte aber auch, dass der Mann ein Mann bleibt und deswegen bitte nicht schminken - auch nicht die Augenschatten abdecken, das ist auch schon schminken und auch nicht die Wangen irgendwie betonen oder so." Was ihrer Ansicht nach geht: "Schmiert euch morgens eine Creme ins Gesicht!" Es sei "völlig wurscht", was das für eine Creme sei. "Und dieselt euch nicht ein mit Parfüm!"

Was danach kommt, ist eine Art Vokabel-Lawine, in der ihre Follower ihr ein veraltetes Weltbild vorwerfen und man beziehungsweise auch frau sich geradezu vor ihrem "Weltbild ekelt". Ist ja richtig, jeder nach seiner Fasson, das wusste schon Friedrich II., König von Preußen: "Die Religionen Müsen alle Tollerieret werden und Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben, das keine der andern abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden." Diese Aussage ist nun über 250 Jahre alt und doch so wahr. Sie gilt übrigens sowohl für die, die sich von ihr missverstanden fühlen, als auch für Barbara Schöneberger.

Bullshit ins Netz stellen - das kann ja jeder

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Ist ja korrekt, wir sollten immer darüber nachdenken, was wir ins Netz stellen. Vielleicht aber auch das Gehirn einschalten und den Menschenverstand walten lassen, der einem dann durchaus sagen könnte, dass Barbara Schöneberger eine erfolgreiche Frau ist, die immer gern ihre Meinung sagt, die impulsiv und gerade deswegen so beliebt ist, weil sie spontan ist. Dass man gleich den Oberlehrer rauskehrt wie ein Freund von Model Stefanie Giesinger, ist irgendwie too much. Er schreibt, als fühle er sich persönlich angegriffen: "Wenn man verzweifelt versucht noch relevant zu bleiben, einfach Bullshit ins Netz stellen, schade, die war mir eigentlich immer sympathisch.“ Ja-haa, das kann doch auch so bleiben, Freund von Stefanie Giesinger! Sie hat ja nicht gesagt, dass sie das Abschlachten von Robbenbabys befürwortet oder dass sie sich die Mauer wieder zurückwünscht, sie hat einfach nur zum Ausdruck gebracht, dass sie auf Typen steht, die nicht so lange im Bad brauchen!

Wer noch? Auch Dagi Bee, YouTuberin, ist fassungslos: "Hoffe wirklich, dass es ein Prank ist", schreibt sie. Für die älteren Leser unter Ihnen: "Prank = sowas Ähnliches wie ein Scherz". Nicht, dass wir uns nachher missverstehen. Also wie gesagt, auch die Dagi ist irgendwie ohne Worte. Die aufkommende Forderung an anderer Stelle, "dann soll sie auch nicht mehr den ESC moderieren", ist aber vielleicht doch übertrieben. Wer soll es denn dann machen?

The Empire Strikes Back

Barbara Schöneberger, die grundsätzlich zu allem etwas zu sagen hat und dafür meist sehr geliebt wird und oft auf Instagram Stellung nimmt zu Fragen wie: "Barbara, magst du makellose Frauen?" oder "Barbara, wie findest du Heiraten im Fernsehen?", hat nun eben mal Stellung bezogen zu Männern und Make-Up. Sie hat sich nicht entschuldigt - höchstens dafür, dass sie missverstanden wurde, aber zu ihren Worten steht sie immer noch, denn man darf in unserem Land ja zum Glück sagen was man will. Auch der größte Idiot darf das (siehe Landtagswahlergebnisse einiger Bundesländer).

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Meist wird sie gemocht ... wie hier von Bryan Adams ...

(Foto: imago images/Strussfoto)

Sogar der immer sympathische Ricardo Simonetti, der es eigentlich besser wissen sollte, fragt sich, ob er sich angegriffen fühlen soll von Barbara Schöneberger (wie gesagt, Moderatorin, Sängerin, lustig, beliebt) - er postet: "Trage übrigens Make Up. Als Mann. Betone das nur, weil manche das als schockierend empfingen könnten." Nein, um Himmels Willen, keiner findet das heutzutage schockierend, aber eine Frau kann sich doch aussuchen, mit was für einem Mann sie zusammen sein will und wie sie Männer findet, und das darf sie auch äußern. All' diese Reaktionen auf Schönebergers Post, die sind schockierend! Habt ihr nichts zu tun, Leute?

Barbara Schöneberger hat was zu tun, sie redet weiter: "Das ist jedenfalls nicht die Schublade, in der ich stecken möchte", sagt sie in ihrer Video-Botschaft. Und sie hat auch gar nicht "die Jungs gemeint, die sich regelmäßig schminken, die bunt sind, die ihre Individualität ausdrücken wollen, die waren definitiv nicht gemeint." Okay, wer dann? Sie meinte eher die, die sie früher gedatet hat, und die waren eben "haltet mich nicht für spießig, aber die waren nicht geschminkt." Sie fragt sich, ob sich da inzwischen vielleicht etwas verändert hat und ob sie das eventuell einfach nicht mitbekommen hat, weil "ich bin ja auch 'ne ganz andere Generation, vielleicht hat sich das alles gewandelt und ich kann gar nicht mehr mitreden, weil ich zu alt bin." Das finden einige der Kommentatoren, stimmt - nur: Warum folgen sie der alten Blondine dann immer noch?

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... oder auch Hubertus Meyer-Burckhardt.

(Foto: imago images/Future Image)

Und übrigens: Es gibt kein "zu alt"! Man darf seine Meinung sagen, in jedem Alter, jung, mittelalt, sehr alt, steinalt. Wo leben wir denn? Darüber könnte man sich jetzt stundenlang ereifern, das machen wir aber mal an einer anderen Stelle, zu einer anderen Zeit. 

Zurück zu Barbara: Sie wolle gar nicht immer politisch korrekt sein, fügt sie noch hinzu in ihrer Video-Botschaft, und gerade dafür schätze sie dieses Land, in dem sie lebt, eben auch sehr. Doch dass sie Menschen auf die Füße tritt - das war so und das wird wohl so bleiben. Ja, bitte, Babsi, tritt weiter auf Füße! Wer zu 98 Prozent lustig ist und spontan, der darf auch mal zu 2 Prozent ein bisschen daneben liegen. Und das ja auch nur, wenn man sie wirklich unbedingt missverstehen WILL.

Quelle: ntv.de